IT im Wandel – Fokus: Cloud Services

Die neue Magie der Cloud Services – unendliche Dynamik, unbegrenzte Flexibilität und das auch noch zu minimalen Preisen. Das klingt verlockend – stellt die IT Abteilungen in der Praxis jedoch meist vor nicht unerhebliche Schwierigkeiten. Beim CIO ist aktuell ein schöner Artikel zu finden, der das Thema aufgreift und Governance als einen Lösungsansatz hervorhebt und dabei einige schöne Metaphern bedient („Pizza Service oder eigene Küche?“).

Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen. Historisch gesehen lag bisher der Fokus der IT Abteilungen auf der Bereitstellung von IT Infrastrukturen sowie aufbauenden Applikationen. Für diese Art der Bereitstellung von IT werden in erster Linie technische Skills mit Fokus auf technischer Architekturentwicklung und Umsetzung von Anforderungen in Zielsystemen (Konfiguration von Infrastruktur, Entwicklung von Softwarelösungen, …) benötigt.

Bei der Nutzung von Cloud Services verschieben sich die Prioritäten – der Anbieter stellt wesentliche Bestandteile des Dienstes bereit – als Kunde muss ich mich technisch in viel geringerem Maß mit der Service Bereitstellung auseinandersetzen. Dafür rücken weitere Domänen in den Vordergrund. Ich möchte folgende hervorheben:

  • Providermanagement
    Anstelle der Führung von (internen) Mitarbeitern wird die Steuerung von (Cloud-) Dienstleistern eine deutlich stärkere Rolle spielen.
  • Anforderungsmangement
    Möchte ich wissen, welche Services benötigt werden und welche Angebote „aus der Wolke“ diesen Bedarf decken können, benötige ich eine Grundlage. Das Anforderungsmanagement wird in den Organisationen eine deutlich größere Rolle spielen müssen.
  • Market Research
    Die steigende Menge an Angeboten für – insbesondere – Cloud Services macht es notwendig, sich mit diesen Angeboten zu beschäftigen. Was bietet der Markt? Was leisten die Services? Welche dieser Angebote passen zu unseren Herausforderungen? Welche nicht-funktionalen Eigenschaften haben sie?
  • Management von Komplexität
    Die Vielzahl an Angeboten erzwingen Fragen, die man aktuell in der Architektur verorten würde.
    Wollen wir viele „kleine Insellösungen“ zulassen oder orientieren wir uns an größeren Plattformanbietern? Wie gehen wir mit dem Bedarf an sehr kleinen (und im Internet offen angebotenen) Services – z.B. Aufgabenverwaltung – um? Beschaffen Fachbereiche diese selbst oder unterliegen alle Services der zentralen Verantwortung von IT (was ist unser Statement zu GRC)?

IT im Wandel – nicht nur Technologien – auch benötigte Skills werden sich in erheblichem Maße verändern. Cloud Services werden IT Abteilungen mehr und mehr zu Service Integratoren machen. Weniger Technik – mehr Methoden – mehr Organisation.

Geht man davon aus, dass sich diese Trends verstärken, so ist das auch für die IT Beschäftigten eine interessante Rahmenbedingung für die Karriereplanung. In welcher Domäne möchte ich tätig werden? Konzeptionell, steuernd, organisatorisch oder eher technisch umsetzend? Wo ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass in dem angestrebten Tätigkeitsfeld ein interessantes Umfeld entsteht – eher in einer internen IT Organisation oder bei einem der Provider?

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