Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Überdenkt man die Angebotssituation an Fahrzeugen seit der Einführung der Verschrottungsprämie, sollte das Angebot langsam aber sicher knapp werden. Während meines letzten Autohändler-Besuchs war ich etwas überrascht über den leergefegten Hof, was sich nahtlos in diese Theorie einfügt. Jahreswagen, Vorführwagen und Tageszulassungen dürften seit geraumer Zeit vergriffen sein – bleibt also nur noch der Griff zum “Fabrikneuen”. Die Produktions- und Logistikkapazitäten haben Obergrenzen, so dass volle Auftragsbücher zu einer verklemmten Liefersituation führen. Der geschäftstüchtige Autohändler muss also in der Theorie nicht mehr zum Schleuderpreis verkaufen sondern kann sich seinen Teil genehmigen – wäre da nicht die Schnäppchenwut der potenziellen Kunden. Medial geprägt werden saftige Rabatte – zuzüglich der Abwrackprämie – erwartet.
Zugegeben – es war eine Frage der Zeit, bis man die ersten Artikel über mäßige Angebote findet – heute war es dann soweit. Die SZ hat den Praxistest gemacht – das Resümee lautet:
Die Rabatte, die die Händler gewähren, halten sich in Grenzen. Vergünstigungen von nur sechs bis acht Prozent waren beim Test im Durchschnitt drin. Offenbar haben einige Händler einen Teil ihrer bisherigen Rabatte durch die Abwrackprämie ersetzt. Citroën hat den Listenpreis für seinen spartanisch ausgestatteten Kleinwagen C1 sogar um 800 Euro erhöht. Eine Ausnahme machte Fiat unter den Befragten: Der italienische Autohersteller gewährt bis 25 Prozent.
Häuft sich diese Art der Berichterstattung, dürfte der Kaufrausch bald vorbei sein.
Abgesehen davon drängt sich unweigerlich eine Frage auf: Händler und Hersteller verweisen auf Rekordabsätze – warum ändert sich die wirtschaftliche Situation in den Branchen nicht? Werden die Fahrzeuge unterm EK veräußert oder ist die Existenz schwarzer Löcher damit erwiesen?
