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Facebook vs. Datenschutz

Genau genommen ist es ziemlich verwegen vom weltweit führenden Social Network Facebook, Nutzer ganz offen nach den Zugangsdaten ihrer E-Mail-Postfächer zu fragen und aus den dann ausgelesenen Daten Bekannte zu extrahieren. Die Praxis zeigt: Nutzer lieben einfache Dinge und nehmen die Funktionalität an.

Da den Nutzern oftmals die Reichweite ihrer Handlung nicht bewusst ist, soll die Funktion nun angepasst werden. Der Hintergrund: (Spiegel Online)

Des Rätsels Lösung: Facebook-Mitglieder, die in ihren Konteneinstellungen Facebook einen Zugriff auf ihr Adressbuch erlauben, autorisieren das Netzwerk damit auch, diese Adressen für die Akquise neuer Mitglieder zu nutzen. Um die Glaubwürdigkeit der unverlangten Werbepost zu erhöhen, pappt Facebook mitunter Fotos der Menschen in die Mitgliedswerbung, von denen es die Adressen bekommen hat – der Freund oder Bekannte aus dem wahren Leben wird so oft unwissentlich zum Leumund der Kundenakquise des US-Unternehmens. Die Behörde des Hamburger Datenschutzbeauftragten leitete wegen dieses Vorgehens ein Bußgeldverfahren gegen Facebook ein.

Die Anpassungen tangieren folgende Themen: (Golem)

Das soziale Netzwerk stimmte “weitgehenden Änderungen” zu. Es soll jetzt eine transparente Kontrolle über importierte Adressen geben. Der Nutzer soll bestimmen können, welche importierten Kontakte eine Facebook-Einladung bekommen.

Außerdem sind Hinweise geplant, die auf Nebenwirkungen einer Datenfreigabe deutlich hinweisen. Für Nicht-Facebook-Mitglieder wird es möglich sein, eine komplette Sperre aufzubauen, so dass Facebook nicht erneut ein Nichtmitglied kontaktiert.

Ich war ohnehin kein Freund des “Friendfinders” – das geht mir bezogen auf meine persönlichen Daten doch zu weit.

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Kinder + Lärm = Umweltschaden

Unglaublich aber wahr: wer in der Vergangenheit gegen in der Nachbarschaft ansässige Kitas bzw. Spielplätze vorgehen wollte, konnte das unter dem rechtlichen Rahmen des Immissionsschutzgesetzes durchaus mit Aussicht auf Erfolg tun. Die über den definierten Grenzwerten liegende Geräuschentwicklung hatte dann eine gute Chance als “Umweltschaden” klassifiziert und mit einem Maßnahmenplan hinterlegt zu werden. Respekt vor denen, die einerseits derlei Verfahren eröffnet und darüberhinaus denen, die einschlägig entschieden haben – ganz schön mutig…

Damit soll nun (glücklicherweise) Schluss sein. Das Bundesumweltministerium plant eine Änderung am Immissionsschutzgesetz, welche insbesondere die durch Kinder erzeugte Geräuschkulisse explizit ausschließt. Nachdem mir letztens schon ein Artikel zu einem Einzelvorfall in die Hände geraten war, bin ich doch erleichtert, dass es zumindest Bestrebungen gibt, diesen Missstand zu beseitigen.

Ich denke noch ein wenig darüber nach, wie sich derlei Meldungen in unsere Gesellschaft eingliedern und wünsche allen einen schönen Wochenendausklang :-)

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Datenschutz extrem: Abschaltung!

Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar ist bekannt für seine absolute Haltung bezüglich der Speicherung personenbezogener Daten. Seit geraumer Zeit streitet er mit Google über den Webmasterdienst Google Analytics, der umfängliche – anonymisierte - Auswertungen zu Besuchern, Zugriffsquellen, … zulässt.

Nun ist Herr Caspar selbst in Bedrängung geraten, da auf seiner dienstlichen Internetpräsenz (datenschutz-hamburg.de) ebenfalls eine Trackingsoftware Besucher mitzeichnete. Die einzig valide Konsequenz war die Abschaltung der Seite.

Der Anbeiter des Trackers, der auf besagter Seite seinen Dienst verrichtet, versicherte “Datenschutzkonformität” bis ab Juli 2011 – ob die Seiten bis dahin offline bleiben? Unsicher…

Was genau man unter “Datenschutzkonformität” verstehen möchte, wäre in meinen Augen ebenfalls noch zu diskutieren. Im Gegensatz zu Google speichert das Unternehmen die IP-Adressen lediglich 10 Minuten (zur Identifikation der Verortung). Google behält die Daten (inkl. IP-Adresse) zwar, jedoch können Nutzer nicht auf diese Informationen zugreifen. Wer in letzter Konsequenz Verantwortung trägt (Tracking-Anbieter / Tracking-Nutzer), muss unbedingt intensiv untersucht werden – die Ansicht von Herrn Caspar (Tracking-Nutzer) kann ich diesbezüglich nicht teilen. Für die datenschutzkonforme Erfassung der Verbindungsdaten meines Telefonvertrages ist aller Logik folgend auch der Dienstleister verantwortlich.

Basierend auf der bisherigen Entwicklung kann man wohl davon ausgehen, dass eine klare Definition der kritischen Begrifflichkeiten sowie eine nachvollziehbare Abgrenzung der potenziellen Konstellationen in nächster Zeit nicht mit übereinstimmendem Committment verabschiedet wird. Stattdessen wird man wohl nach der Vorstellung von Herrn Caspar vorzugsweise einen “beispielhaften Prozess” führen und den Versuch einer abschreckenden Bestrafung unternehmen.

Es bleibt also vorerst alles wie es ist: Rechtssicherheit? Fehlanzeige…

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Winterreifen-Abzocke bei Autovermietern?

Im Winter – insbesondere in diesem – sollten Winterreifen zur Ausstattung eines jeden Fahrzeugs gehören. Dass dies bei Mietwagen nicht zwingend so sein muss, wird einigen bekannt sein – dass Winterreifen bei der Automiete jedoch zu einem durchaus preisgestaltenden Element werden ist schon erstaunlich.

Der Stern hat die Fakten recht übersichtlich zusammengestellt und ein ziemlich beschämendes Fazit gezogen:

“Das ist ganz eindeutig, dass sich die Unternehmen eine goldene Nase damit verdienen”, hält Rüdiger Stumpf von Stiftung Warentest dagegen. Die Aufschläge stünden in keinem Verhältnis zu den Kosten. “Die Vermieter machen einen Supergewinn mit den Reifen. Bereits mit dreimal Ausleihen können die Kosten für die Reifen wieder drin sein.” Der Vorwurf ist nicht von der Hand zu weisen. Kalkulierte man das ganze Fahrzeug mit derartigen Margen, müsste das Wochenende mit einem Golf 5000 und nicht etwa 150 Euro kosten.

Wer selbst Auto fährt weiß zudem, dass sich der Verschleiß der Bereifung durch den Wechsel folgerichtig auf zwei Sätze (Sommer + Winter) verteilt und die Investition damit – bis auf kleine Unterschiede im “Abrieb” – auf die Felgen reduziert werden kann.

Traurig, dass die Vermieter sich damit eine Lücke suchen, den Deckungsbeitrag verschleiert zu erhöhen und billigend unwissende Kunden in eine wirklich unangenehme Situation locken. Wer im Winter mit unangemessener Bereifung in einen Unfall verwickelt ist, kann – unter dem Vorwurf der groben Fahrlässigkeit – mit einem saftigen Selbstbehalt rechnen, der weder von der Versicherung noch vom Vermieter getragen wird.

Erschreckend ist in diesem Zusammenhang auch die Vermarktung von Versicherungspolicen für Mietwagen, die man – wie Winterreifen auch – separat abschließen muss. Damit kann das Mieten eines Fahrzeugs schnell zur Angelegenheit für Profis werden oder man steht (bei mangelhafter Beratung) ohne Winterreifen und darüber hinaus ohne Vollkasko-Versicherung für den Mietgegenstand dar. In Summe erstaunlich, dass noch keine Rufe nach Verbraucherschützern laut werden. Ich halte ein finanzielles Risiko in Höhe von 30.000 € für eine Ein-Tages-Miete eines Beispiel-Golfs, welches in dieser Konstellation zu 100% beim Mieter liegt, für absolut unangemessen.

Beim der Fahrzeugmiete also – insbesondere im Winter – auf

  • wintertaugliche Bereifung und
  • angemessenen Versicherungsschutz

achten!

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Mehr davon: merian.de

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Die Zensursula geht (wieder einmal) um…

Auslöser für die doch heftigen Diskussionen über Online-Zensur ist diesmal der Jugendmedienschutzstaatsvertrag, der eine Kennzeichnung von Webangeboten zum Schutz der Jugend fordert.

Einige Betreiber kündigen bereits die Schließung ihrer Blogs an und die Abmahnanwälte reiben sich die Hände – ich bin ehrlich gestanden nicht für die jetzt ausgefertigte Version.

Dass Jugendschutz aktuell noch nicht groß genug geschrieben wird dürfte die Parteien einen – wie man die Herausforderungen der digitalen Welt allerdings wirkungsvoll und für alle tragbar meistern kann sollte nochmal diskutiert werden. Meine Empfehlung wäre die intensivere Beteiligung von Webmastern eines breiten Spektrums wie auch Vertretern aus Wirtschaft, Politik und der Rechtswissenschaften.

Via Golem, Shakwave, Xploded, Nextgennetworks, Milchrausch und Gezettelt.

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