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Google-Nutzerkonten geknackt – folgt der Rückzug aus China?

Nachdem angebliche, durch chinesische Instanzen beauftragte, Angriffe auf Googles Infrastruktur erfolgreich verliefen, überdenkt der Suchmaschinenbetreiber seine Strategie für den reglementierten jedoch riesigen Markt. Medienberichten zufolge kommt im Extremfall sogar ein Rückzug in Frage, was in Anbetracht der geschäftlichen Potenziale schwer vorstellbar scheint.

Was soll passiert sein? Angeblich ist es zu gezielten Einbrüchen in Mailkonten von Menschenrechtsaktivisten gekommen. Sollte dem wirklich so sein, wäre das ein äußerst bedenklicher Vorgang. Bis dato galt Google zwar als Datensammler im großen Stil, Sicherheitsvorkommnisse wurden jedoch bisher nicht publik. So stellt die Meldung, die sich wie ein Lauffeuer verbreitet, eine Herausforderung auf zweierlei Fronten dar: zum Einen sind die von Google eingesammelten Datenbestände doch nicht so sicher wie es bisher schien – zum anderen müsste den politischen Vorwürfen auf den Grund gegangen werden.

Eine erste Maßnahme ist bereits eingeleitet: ab sofort führt Google keine Zensierung der Inhalte für die chinesischen Nutzer mehr durch.

Fakt ist: für Google ist die Meldung Gift, versucht man doch neben dem klassischen Suchmaschinenangebot einige weitere – mitunter sehr datensensible – Lösungen zu platzieren.

Ich denke, man darf die nächsten Tage noch abwarten und sich dann von der Kommunikationsstrategie der Beteiligten beeindrucken lassen.

Für die regionale Note: der Bericht der SZ.

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Diplom – Master – Diplom – …

Als man im Jahr 1999 die politische Schussrichtung europaweit auf das Master geeicht hat, wurde (zumindest meiner Wahrnehmung nach und vermutlich auch maßgeblich hierzulande) lieber eine kleine Glocke genutzt, die freudige Botschaft zu verkünden. Das Entfernen des Diploms aus dem deutschen Bildungssystem wurde fortan mit der Tatsache waghalsigen Vermutung fehlender internationaler Akzeptanz hinterlegt und nun schlussletztlich auch umgesetzt.

Nachdem das Vorgehen über lange Strecken einen recht endgültigen hinterließ, regt sich nun Widerstand einer höheren Qualität. Die Universitäten – allen voran diejenigen, die im Rahmen der Exzellenzinitiative mit Geldern versorgt wurden – nehmen die Nachteile deutlicher wahr als in der Vergangenheit und kommen mit einem Versuch der Gegensteuerung zum Zug.

Kurz eingeschoben, möchte ich noch meine Meinung untermischen: mir hat sich der Bedarf bereits zu Beginn der Umstellung nicht erschlossen. Darüber hinaus konnte man den Eindruck gewinnen, dass die Umstellung selbst auch äußerst holprig verlief. Auch das mitweilen genannte Argument der Studienzeitverkürzung erschloss sich mir nicht, da die Studierten mit dem Bachelor (zumindest auf dem Papier) keinen dem Diplom gleichwertigen Abschluss erlangen. Wo liegt nun – unter der politischen Wunschvorstellung der Verkürzung und damit der Konzentration auf Bachelor-Abgänger – der Vorteil? Hinzu kommt, dass die Anpassung der Studieninhalte offensichtlich nicht selektiv sondern konzentrierenden Charakter besaß – zum Frust der Studierenden.

Zurück zur aktuellen Diskussion: Ernst Schmachtenberger – Leiter der RHTW Aachen und Präsident der TU9, dem Zusammenschluss der neun größten deutschen TUs, möchte das Diplom zurück. Damit bekommt die Forderung schonmal einen gewichtigen Fürsprecher. Der Ansatz besteht jedoch nicht – wie man erwarten könnte – in der “Rolle rückwärts”, der Abschaffung von Bachelor und Master sowie der Wiedereinführung des Diploms, sondern vielmehr in der Wiedergeburt des Namens “Dipl.-Ing” unter dem fachlichen Mantel des neuen Bildungssystems. So sollen nach einhelliger Meinung die Studenten mit dem Master-Titel auch die Bezeichnung Dipl.-Ing. führen dürfen. Ein historischer Sprung zum Beginn des Artikels (oder alternativ ein paar Jahre zurück) zeigt nun, dass das Imageargument ganz offensichtlich mehr als hinfällig ist.

Die abschließende Frage dürfte allerdings die nach dem Sinn der blanken “Benennung” sein – tatsächlich scheint mir der Zug lange abgefahren. Jetzt getreu dem Motto “Ist der Ruf erst ruiniert, …” einfach ein neues Prädikat für eine im Auge des öffentlichen Betrachters mäßige Sache einzuführen, wird die Herausforderung nicht mindern. Ungeachtet der rechtlichen Rahmenbedingungen, die ebenso zu beachten sind wie die fachlichen Umstände, wäre ein mutiger Ansatz mein persönlicher Favorit.

Interessant ist das Vorgehen allemal – zieht man die theoretischen Ansätze des Change Managements heran. In der Literatur werden Modelle gelehrt, die sich hier gut adaptieren lassen – ein einfaches kurz erklärt:

  1. De-Freezing (Auftauen)
    Die erste Phase kann zwischen 1999 und 2004/2005 angesetzt werden. Mittels leider nicht immer korrekter und fundierter Argumente hat man die breite Masse auf eine Veränderung vorbereitet. Die Kommunikationsstrategie ging auf – wenngleich nicht durch die Argumentation als vielmehr durch das Bewusstsein, dass es sich um eine “künftige” Maßnahme handelt, die jetzt noch nieder priorisiert behandelt werden kann.
  2. Moving (Bewegen)
    Sind Fürsprecher gefunden und die breite Masse auf einer “änderungsbereiten” Mentalität, kann das Vorhaben umgesetzt werden. Nun wurden Lehrpläne erstellt, neue Bezeichnungen eingeführt,… Die weitere Bewerbung der Maßnahme wurde dabei in den Hintergrund gerückt – vormutlich durch erhöhten fachlichen Workload. Aktuell sollten wir uns am Ende dieser Phase bewegen.
  3. Freezing (Einfrieren)
    Ist der Zielzustand erreicht, sollte das Ergebnis eingefroren werden – in diesem Fall wird dies wohl eine größere Herausforderung. Einige Parallelitäten zur Einführung der neuen deutschen Rechtschreibung werden offensichtlich, wobei die negativen Effekte von Freezing-Problemen im Bildungssystem deutlich höhere Auswirkungen haben dürften.

Im Prinzip sind zwei Vorgehen denkbar: das schnelle Einfrieren und die Schaffung der Akzeptanz für die neuen Abschlüsse hätten einige Vorteile. Fügt man dem Modell noch Schritt 4 hinzu – die Etablierung eines permanenten Verbesserungsprozess – wäre das vielleicht sogar ein Ansatz. Möglichkeit zwei wäre das fachliche “Nachlegen” – die Nutzung des Veränderungszustands, um einfach noch ein Stück näher an den angestrebten Zielzustand heranzukommen, was den zweiten Positiv-Weg darstellt.

Problematisch dürfte auf lange Sicht das Aussitzen der Situation werden, da es aktuell keine zufriedenen Beteiligten zu geben scheint. Die Professoren wie auch die Studenten maulen über die veränderten Bedingungen. Die “Unbeteiligten” können derweil schmunzeln: die Länder, die ihr Bildungssystem einfach auf dem Niveau belassen haben, auf dem es sich seit vielen Jahren eingependelt hat.

Via einem lesenswerten Artikel im Spiegel.

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GEZ für PC’s und SmartPhones: neuer Anlauf?

Rund um die GEZ und den Einzug der Gebühren wird es ja nie wirklich ruhig – wenig verwunderlich ist also die Tatsache, dass der mediale Wind einmal mehr rauher wird. Nachdem das Verwaltungsgericht Koblenz Mitte 2008 eher verbraucherfreundlich geurteilt hatte und einem Anwalt Recht damit gab, dass das Vorhalten eines beruflich genutzten (internetfähigen) PCs noch lange keine Nutzung von Inhalten öffentlich-rechtlicher Natur erzwingt, unternimmt Martin Stadelmaier, Leiter der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz und Koordinator der Medienpolitik der Länder, einen neuen Versuch, die Gebühr für internetfähige Endgeräte (PCs, Handys, Kühlschränke, Waschmaschinen,…) auf den vollen Satz zu heben. Seine Argumentation im Wortlaut fühlt sich so an:

Wir diskutieren derzeit verschiedene Gebührenmodelle. Es gibt aber noch keine Entscheidung. Bei der Haushaltsabgabe stellt sich die Frage der PC-Gebühr nicht. Bei der modifizierten Gerätegebühr gibt es für eine verminderte Gebührenpflicht für PCs oder Smartphones keine sachliche Begründung mehr.

Tatsächlich drängen die Anstalten des öffentlichen Rundfunks mehr und mehr in die Welten des Web vor und präsentieren dort neben textualen Inhalten auch die eine oder andere Sendung. Inwiefern sich dies jedoch unter “Grundversorgung” verbuchen lässt, dürfte noch diskutabel sein.

Ich bin gespannt auf das “Blogging Echo” – aktuell finden sich schöne Beiträge bei:

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Die Methodik der Personalvermittlung

Die Schlagzeile lässt deutlichen Interpretationsspielraum: “Jobbörse der Bundesagentur zugespammt” (Golem). Die Message ist zweideutig:

Zum Ersten erfährt der Leser, dass die Bundesagentur gegen derlei Verfahren keine proaktiven Maßnahmen verabschiedet hat. Bedenkt man, dass das Ziel die Vermittlung von Arbeitsuchenden in feste Anstellungsverhältnisse ist und gerade das Umfeld der Bundesagentur für Arbeit deutlich in der Tagespresse vertreten ist, sehe ich deutliches Konfliktpotenzial – allerdings (außer medialem Druck) keinen Grund für die Agentur, die Anzeigen auf der hauseigenen Jobbörse auf ein reales Maß zu reduzieren. Immerhin kann man so jedem Besucher des Hauses eine gute Hand voll Jobangebote offerieren…

Zweitens tun sich Vorgehensweisen des Personalvermittler-Metiers auf. Tatsäch habe ich schon seit längerem den Eindruck, dass das Geschäft von übermäßigem Spam lebt. Die Methodik erinnert ein wenig ans Fischen – der Wert der Arbeit wird offensichtlich an der Größe der Kartei gemessen. Ob es gelingt, die gesammelten Profildaten gerichtet auszuwerten und somit einen echten Mehrwert zu schaffen, wage ich zu bezweifeln.

Für Stellensuchende dürfte der Zustand eine echte Belastung darstellen, da sie sich immer und immer wieder auf nicht vorhandene Stellen bewerben und die Erfolgsquote damit systembedingt nahe dem Nullpunkt liegt.

Fazit? Wenn die Bundesagentur für Arbeit ihr Jobportal sicherer macht, wird sich nichts ändern – die privatwirtschaftlichen Anbieter (inkl. Xing & Co) haben keine Veranlassung ihren Content zu säubern, so dass bei der Jobsuche wohl der direkte Blick auf die Firmenhomepage angesagt ist. Bezahlte Angebote (Inserate, Werbung, etc.) dürften auch reeller sein, wenngleich natürlich die Anzahl Bewerber höher ist.

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Koalitionsverhandlungen im Fokus: Hartz IV

So einig wie vor der Wahl sind sich die “Wunschpartner” CDU und FDP seit Beginn der Koalitionsverhandlungen nicht mehr. Die kritischen Themen, mit denen man an der einen oder anderen Stelle doch sehr rigoros in den Wahlkampf gegangen ist, werden jetzt zum Problem. Da wären seitens der CDU die Pläne zur Beibehaltung des Gesundheitsfonds und seitens der FDP die Ankündigung von Steuersenkungen als Diskussionspunkte zu nennen. Dass das zähe Ringen um die eigenen Stellungen medial nicht noch mehr verfrühstückt wird, verwundert schon ein wenig.

Um so erstaunter war ich, als mir die Ankündigung zur Anpassung der Konditionen für Hartz-IV-Empfänger unter die Augen kam. Das leidige Thema, von dem selbst der Namensgeber nichts mehr hören will, hatten die meisten vermutlich nur sekundär auf dem Radar – in der Tat ist dies allerdings ein Punkt der Nachbesserungen bedarf. Auch wenn er vermutlich als mediales Ablenkungsmanöver herhalten muss, kurz die Eckpunkte:

  • Erhöhung des “Schonvermögens” von 250 auf 750 € pro Lebensjahr
  • Sicherung von Wohneigentum

Vom Leitspruch des angestrebten Koalitionspartners FDP “Leistung muss sich lohnen” ist das Vorhaben zwar deutlich entfernt – umso erfreulicher, dass man offensichtlich bereit ist, um die Ecke zu denken. Bedenkt man, dass soziales Elend Kriminalität und Kriminalität allgemeine Unzufriedenheit bedingt, kann ich den Vorstoß nur begrüßen.

Apropos mediales Ablenkungsmanöver: erstaunlich, wie preiswert die Maßnahme sein soll: für schlappe 300 Mio. € hat man den Menschen Gutes getan. Vergleicht man die milliardenschweren Ankündigungen im Wahlkampf und erst recht die gigantischen Aufwände (und Bürgschaften) für das Bankensystem würde ich mich für regelmäßigere Debatten zum oft gescholtenen sozialen Netz aussprechen.

Noch eine kleine Zahlenspielerei: ungefähr 300 Mio. € fehlten vor einem knappen Jahr einer irischen Bank – der Anfang einer fatalen Entwicklung im irischen System. Wenn ich nun bedenke, dass allein die HRE mit Bürgschaften von aktuell 90 Mrd. € plus Option auf weitere 10 Mrd. € am Leben gehalten wird, muss ich mich setzen, damit mir nicht schwindelig wird.

Ich bleibe gespannt, wie sich die Gespräche entwickeln und nehme an, der Moment an dem weißer Rauch aufsteigt wird kommen.

More: FAZ.

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Wahlsonntag – der Wink zur Bundestagswahl?

Der gestrige Wahlsonntag ließ einmal mal die Vermutung zu, dass die politische Bandbreite in Deutschland erhöht wird. Während die “großen Volksparteien” teils herbe Verluste einstreichen mussten, konnten sich die “Koalitionsparteien” über anständige Ergebnisse freuen.

Ist es nun die Abrechnung der Wähler mit der großen Koalition, eine ordentliche Portion Politikverdossenheit oder einfach ein schleichender Meinungswandel, der sich in hiesigen Gefilden ausbreitet? Wie eine Abrechnung sieht es nicht aus – missachtet man die Wahlbeteiligung. Eine Portion Verdrossenheit würde ich doch hineininterpretieren – gepaart mit Desinteresse am aktuellen Zeitgeschehen. Dass sich diese Trends trotz Wirtschaftskrise fortsetzen hätte ich nicht vermutet.

Auch wenn die Medien gern klare Zeichen für die Bundestagswahl sehen, bin ich mir in diesem Punkt unsicher. Die Wahlbeteiligung dürfte um einiges höher liegen – und thematisch sind bis September noch lange nicht alle Messen gesungen. Die großen Herausforderungen liegen auf den Schreibtischen und warten nach wie vor auf ihre Bearbeitung. Auch wenn die SPD heute abgeschrieben wird – der Wahlkampf dürfte spannend werden.

Weitere Wahl-Infos bei allen großen Zeitungen – FAZ, Spiegel, …

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