Wirtschaft Archiv

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Entlastung von “Spritschluckern”

Der Debatte um die Automobilkrise folgt die Aufregung über die Bevorzugung durstiger Fahrzeuge. Nachdem die Abwrackprämie offensichtlich eingeschlagen ist wie eine Bombe, werden Stimmen laut, die Investitionen der Autokäufer ein wenig geschickter zu lenken. Soll heißen? Der grünen Werbung folgend werden wohl massenweise ausländische Kleinwagen gekauft – subventioniert durch unser aller Steuergelder. So betrachtet überlegt sich vielleicht doch der eine oder andere, zur deutschen (meist etwas durstigeren) (Premium-)Marke zu greifen, sofern er dafür nicht noch deutlicher bestraft wird als bisher. Die KFZ-Steuer dürfte im Verhältnis zu den Ausgaben für Benzin das geringere Übel sein – bedenkt man, dass Sprit quasi nur aus Steuer besteht, wäre das tatsächlich die “Doppelstrafe”.

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Konjunkturpaket – aber wie?

Im Streit um das Konjunkturpaket ist man sich scheinbar zumindest in der Höhe einig geworden. Aktuell stehen wieder 50 Mrd. € zur Debatte.

Greifen soll dieses für zwei Jahre – 2009 und 2010, so dass pro Jahr 25 Mrd. € entfallen. Die Erinnerung an die Mehrwertsteuererhöhung in jüngerer Vergangenheit enthüllt, dass 3% der jährlichen Umsätze grobe 16 Mrd. € im Staatshaushalt entsprechen, womit die Größenordnung der Hilfe eingeordnet wäre.

Die Möglichkeiten sind vielfältig und die Einigkeit gering. Die Erhöhung des Grundfreibetrags zur Einkommenssteuer sowie die Senkung des Einstiegstarifs von 15 auf 12 % bringen unglaubliche 137 € für Alleinstehende oder 274 € für verheiratete Paare – im Jahr! Rechnet man die Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge zum 01.01.2009 entgegen, gehen die Meisten vermutlich gänzlich leer aus. Die Krankenkassen könnten ebenso in den Genuss von Steuergeldern kommen – eine Senkung auf das Niveau des Vorjahres würde den Staat 7,5 Mrd. € kosten – geholfen wäre damit jedoch auch niemandem. Die Vorschläge für die Automobilindustrie sind kaum durchschaubar – die Rede ist von Kaufanreizen, die in ihrer Höhe keinen wirklichen Anreiz darstellen.

Wo kommt das Geld überhaupt her? Aus Krediten natürlich. Über die Einsparung an Ausgaben der öffentlichen Hand spricht man lieber nicht – was sich hier über die Jahre gesammelt hat, scheint sich derart etabliert zu haben, dass man den Eindruck gewonnen hat, das wäre unbedingt notwendig.

Skurriler Vorschlag am Rande: 50 Mrd. € sind viel Geld – möchte man die angeschlagene Automobilindustrie stützen, könnte man doch versuchen, wirkliche Anreize zu schaffen. Für Fahrzeuge mit einem Preis bis 30.000 € wäre doch ein Zuschuss von 50% gerade für Familien, die so nicht über die Mittel verfügen, sich solch ein Fahrzeug zu kaufen, ein wirklicher Anreiz. Das würde bedeuten, dass bei einer Förderung von 15.000 € pro Fahrzeug stattliche 3,3 Mio. (!) Neufahrzeugsubventionen durchgeführt werden könnten. Koppelt man einige Bedingungen daran (Haltung des Fahrzeugs länger als 5 Jahre, umweltfreundlich, aus inländischer Produktion, …), wäre dies nicht unvorstellbar. Eine Progressionskurve auf die Förderung in Abhängigkeit der finanziellen Lage des Interessenten könnte sozial schlechter gestellte wirklich bevorzugen. Darüber hinaus könnte sich die Automobilindustrie ein Auge holen, in welcher Höhe Absätze generiert werden können, wenn der Preis auf einem Niveau liegt, dass sich die größten Teile der Bevölkerung zum Händler trauen. Bevor Vorwürfe kommen: ich wäre mit meinem jungen Gebrauchten klarer Verlierer in dieser Konstellation, da der Preis in diesem Bereich wohl einbrechen würde.

Zu viel Pragmatismus – mögen die Berliner Entscheider das teure Geld lieber in so kleine Portionen teilen, dass niemand spürbar etwas davon hat. Ich habe noch niemanden getroffen, der sich aufgrund der Steuerbefreiung in Höhe von geschätzten 200 € einen Neuwagen für 30.000 € kaufen möchte.

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Marktentwicklung 2009 – Lust oder Frust?

Das neue Jahr wird auch an den Börsen wieder mit einigen Überraschungen aufwarten. So begann der Handel am Freitag bereits überzeugend und bescherte dem deutschen Leitindex DAX bei dünnem Handel ein Plus von 3,39%.

dax

Über das letzte Jahr hielt der Pessimissmus auf breiter Front Einkehr – will ich doch mal hoffen, dass entgegen der medialen Grundhaltung die Stimmung eine Kehrtwende erfährt. Börse ist Psychologie – Wirtschaft ist Psychologie – Zahlen sind gut – gute Laune ist besser :-)

Vielleicht verhilft dem Einen oder Anderen folgendes kleines Montag-Morgen-Video zu einem Lächeln (mit einem Augenzwinkern):

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Solarworld übernimmt Opel?!

Die Meldung dürfte viele euphorisiert haben – wenngleich sie sich als Ente herausstellen könnte. Solarworld möchte Opel übernehmen. Was so banal klingt und vor dem Hintergrund der VW-Übernahme durch Porsche beim ersten Hören nicht zum Entsetzen führt, dürfte in der Umsetzung mehr als schwierig sein.

Franz Asbecks (Vorstandsvorsitzender Solarworld) Marschroute klingt einfach: die Übernahme findet zum Nulltarif statt. Dafür bleiben die Werke in Betrieb und die Mitarbeiter beschäftigt. Opel ist allerdings unter dem Dach von GM zu Hause. Warum sollten die Amerikaner den Konzern verschenken? Im Gegensatz zu Porsche scheint es auch keine Investments zu geben.

Sollte GM wirklich in die Nähe zur Insolvenz rücken, wäre das Szenario wohl nochmal diskutabel – wenngleich sich die “Investoren” dann anstellen werden.

Via Süddeutsche.

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Konjunkturpaket kommt…

Dem 500-Mrd-Euro-Rettungspaket für die Bankenlandschaft wird demnächst ein Konjunkturpaket folgen. Vor garnicht allzulanger Zeit wurde diese Maßnahme aus Regierungskreisen noch als unnötig abgetan – was sich so als nicht ganz korrekt erwies. Im Gegensatz zu in der Vergangenheit bereits beschlossenen Wirtschaftshilfen sollen diesmal keine “Strohfeuer” abgebrannt werden. Ziel ist maßgeblich die Automobilindustrie, was angesichts der (Volkswagen mal ausgenommen) angespannten Lage durchaus diskutabel erscheint.

Die Summen sind einmal mehr astronomisch. Eine angesprochene Maßnahme besteht in der vorzeitigen Auszahlung von Fördermitteln, welche ursprünglich bis ins Jahr 2013 geplant wurden. Die Summe beläuft sich in diesem Punkt auf 350 Mrd €.

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Kalkulierte Aktienanlage? Fehlanzeige!

Die Sensation heute dürfte der Tagesgewinn des DAX sein: satte 5,5% konnte der Index zulegen. Die Märkte brachen in Folge der Lehman-Brothers-Pleite weltweit ein – heute die (doch etwas unerwartete) Kehrtwende.

Der Blick auf einige weitere Indizes lässt den geneigten Anleger zur Brille greifen: London & Paris liegen mit 8% deutlich über dem Schnitt – in Shanghai wird gar der größte Tagesgewinn der Geschichte verbucht: 9,5%.

Ursache dafür dürfte der “Rettungsplan” der amerikanischen Regierung sein. Nachdem letztens schon endlose Beträge in den gebeutelten Bankensektor geschoben wurden, denk man jetzt über eine langfristige Lösung nach. Erster Schritt ist eine 50 Mrd. US-$-Spritze in Form einer Einlagensicherung. In nächster Zeit will der Staat die Banken entlasten, indem er die Risiken der Hypothekenfinanzierungen übernimmt.

Darüber hinaus sind ab sofort sogenannte “Leerverkäufe” auf ca. 800 Titel (vornehmlich der Finanzbranche) untersagt. Dieses maßgeblich von Hedge-Fonds genutzte Instrument erlaubt Gewinne bei fallenden Kursen.

Nichts desto trotz dürfte Respekt weiter die Transaktionen an den Börsen bestimmen. Dass der heutige Trend nachhaltig ist, wage ich zu bezweifeln.

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