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Infineon Dresden erweitert Kapazitäten

Nach einer Vielzahl Negativschlagzeilen folgen zwischenzeitlich doch noch einige “Spitzlichter”. Der Chiphersteller Infineon erweitert in seinem Dresdner Werk die Kapazitäten um 10% und investiert dafür rund 18 Mio. €.

Nach der Qimonda-Pleite ist dies die erste Positiv-Nachricht, die mir untergekommen ist – auch wenn nicht von der Erweiterung des Personalstamms gesprochen wird. Darüber hinaus darf die Nachricht auch im Kontext der Halbleiterbranche positiv gewertet werden.

Via Heise, SZ, Golem.

Abwrackprämie 2.0 – der Segen geht weiter

Gut – Segen oder nicht liegt an dieser Stelle sicher im Auge des Betrachters. Fakt ist, dass der Schrottprämientopf deutlich auf nun 5 Mrd. € aufgestockt wurde, so dass der Zeitraum bis zur Wahl gesichert sein sollte. Weiterhin bleibt es auch bei der vollen Summe von 2.500€ pro Kauf – darüber war man sich in letzter Zeit ja nicht immer einig.

Damit ist aus einem klaren “nein” zur Verlängerung seitens der Bundeskanzlerin innerhalb eines doch überschaubaren Zeitraums ein freundliches “ja” geworden. Die Hersteller werden es nutzen und medial in die “Schrottkerbe” schlagen. Vermutlich werden nun alle versuchen, ihr günstigstes Angebot channelübergreifend zu präsentieren und dieses unter Einrechnung der Prämie und unter Verzicht auf Ausstattung dem Preislimit anzunähern. Mein Beileid an dieser Stelle gilt den Gebrauchtwagenhändlern und denen, deren Fahrzeug aktuell 7 oder 8 Jahre alt ist und bis Jahresende das neunte Lebensjahr nicht mehr erreicht.

Trotz allem: es existiert der Markt außerhalb des Abwrackgeschäfts – aktuell möchte nur niemand darüber berichten. Im Fall von Opel war letztens zu lesen, dass über die Prämie 40.000 Fahrzeuge abgesetzt wurden – für den Insignia allein liegen jedoch jetzt schon 80.000 Bestellungen vor. Nun stellt sich die Frage, ob man auf Gedeih und Verderb am Kleinwagengeschäft ohne nennenswerte Spannen teilnehmen will oder vielleicht doch einigen älteren Maximen folgt und über ansprechende Produkte die Deckungsbeiträge steigert.

Nach der Schrottprämie kommt…

… die Ernüchterung? Oder doch die Depression oder direkt die Pleite? Wie ich mich so medial berieseln lasse, frage ich mich doch ein wenig betroffen, ob den Zeitraum nach der Abwrackprämie überhaupt jemand auf dem Radar hat. Dass die Autohäuser momentan “leergeramscht” sind, kann ich bestätigen – gleichwohl profitieren nicht alle Händler und gleich garnicht alle Hersteller gleichermaßen. So dürfte das Erlebnis Autokauf gerade im Nicht-Premium-Bereich schnell zur Katastrophe werden – genau so, wie es in der FAZ kokettiert wird – “Will hier sonst noch jemand einen Corsa?”.

Das Budget ist nun aber begrenzt – 1,5 Mrd. € können maximal 6000 Autokäufer beglücken. Schätzungen zufolge überdenken 1.000.000 potenzielle Kunden den Autokauf zur aktuellen Stunde – unter Nutzung der monströsen Rabatte sowie der staatlichen Unterstützung. Beim Durchschnittskauf (Neuwagen) wechseln so 11.000 € den Besitzer – bei Jahreswagen wird sogar teurer zugeschlagen, wobei der Markt schon jetzt leergefegt ist.

Den Absprung bereitet unsere Regierung offensichtlich schon vor: ab sofort wird die Prämie nicht erst bei Übernahme des “Neuen” sondern schon bei Abschluss des Vertrags bewilligt. Gefährlich war die Regelung vor allem für Kunden, bei denen zum Teil größere Lieferverzögerungen angekündigt wurden.

Wie geht es danach weiter? Ist der Bann gebrochen oder sind schlicht die Anreize groß genug? Unvorstellbar scheinen bei bis zu 20% Rabatt und weiteren 2.500 € vom Staat weitere Preisvorstöße – nicht bei 11.000 € VK für einen Neuwagen.

Ich habe den leisen Verdacht, dass die anstehenden Wahlen Schlimmeres (vorerst) verhindern werden. Da helfen auch Ankündigungen über die Endgültigkeit der Summe nichts. Wäre das Problem mit einer Verlängerung gelöst? Wohl kaum.

Immerhin zeigt die aktuelle Situation eines ganz deutlich: die Bedingungen für den Autokauf. Auf breiter Front scheint es weder die Lederausstattung noch eine Maschine mit 250 PS zu sein – es ist einfach nur der Preis. So heißt es für die Hersteller nun Angebote schnüren – Ausstattung zu extrahieren und Modelle einzuführen, die den Anforderungen am Markt gerecht werden. Thematisch dürfte das weitere Standardisierung und Automatisierung bedeuten. Warum auch alle Ausstattungskombinationen ermöglichen? Vermutlich sind drei ausreichend: “Low Cost” mit dem minimalen Preis, “Standard” mit der üblichen Ausstattung und “Complete” mit Vollausstattung. Glaubt man der aktuellen Marktsituation belegt die “Low Cost”-Variante 90% der Produktionsressourcen – der Standard 9% und für “Complete” bleiben 0,9%. Die verbleibenden 0,1% müssen wohl deutlich zuzahlen.

Einbruch auf dem Stellenmarkt! Täter flüchtig…

Schöner Titel, den Heise da am heutigen Tage aus dem Hut gezaubert hat – die Zahlen sehen jedoch deutlich ernüchternder aus. Wenngleich der Urheber (Adecco) auf einige statistische Unsicherheiten beim Vergleich zweier Monate hinweist, trifft die Kernaussage meine Erwartungen. Das wären:

  • die Halbierung aller erfassten Stellen
  • IT-Dienstleister: -52%
  • Ingenieur- und Konstruktionsbüros: -44%
  • Fertigungsindustrie: -70%

Für die Fachbereiche, welche typischerweise durch Universitäten oder FHs bedient werden, heißt das:

  • Informatik -53%
  • Wirtschaftsinformatik: -67%
  • Elektroingenieure: -61%
  • Maschinenbau: -71%

Ich spare mir die weitere Aufzählung. Verwunderlich ist der jetzt erkannte Trend wohl kaum, spielt doch der Abbau (und im Vorfeld der Verzicht auf Neueinstellungen) eine beträchtliche Rolle im Bezug zu Kostensenkungsprogrammen.

1,5 Billion Dollar – that’s it!

Timothy Geithner – Finanzminister der neuen Regierung um Barack Obama – holt zum ersten Rundumschlag aus. Neben einer bitteren Analyse über die Wirksamkeit der bisherigen Staatshilfen kündigt er weitere Maßnahmen an. Diese sollen in Summe einen Umfang von irreellen 1.500 Mrd. US-$ besitzen und eine Sonderform der Bad Bank beinhalten.

Der Staat wird nicht wie von einigen spekuliert in alleinige Vorkasse gehen und faule Papiere zu Lasten der Steuerzahler kaufen. Stattdessen sind Köder geplant, die private Investoren in genau diese Risikopapiere locken sollen. Es handelt sich hierbei ganz sicher nicht um Frau Müller von eben um die Ecke – ich vermute, dass sich finanzstarke Konstrukte ganz gezielt mit der Bewertung und Analyse der Papiere befassen und sich die Filets herauspicken. Nicht alles, was aktuell unter dem Prädikat “völlig wertlos” verbucht wird, ist es auch in der Realität.

Ziel ist die Stabilisierung der Banken – die Versorgung dieser mit einem ausreichend hohen eigenen Mittelbestand ohne das “Laster von Gestern” und damit die Lösung des Kreditknotens. Möge es gelingen.

Eine Frage drängt sich mehr und mehr auf: wer soll jemals für diese immensen Positionen aufkommen? Wohl niemand – scheinbar rechnen alle Entscheider fest mit einer klärenden Inflation…

Die Reaktion der Börse: DAX -3,5%; MDAX -3,7%; TecDAX -2,5%.

More bei Spiegel, FAZ.

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