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Wahlkampf – na endlich…

In NRW steht die Landtagswahl vor der Tür und vor dem Hintergrund einer drohenden Schlappe für Schwarz-Gelb ist das Thema einmal mehr zur “Chefsache” mutiert. Die Ausprägung: es wurde lt. Spiegel durch Kanzlerin Merkel ein Fünf-Punkte-Plan entwickelt, der die Niederlage noch verhindern soll. Die Themen lauten:

  • Bankenabgabe einführen
  • Streit bei dem Wahlversprechen Steuerentlastung bremsen
  • Außenpolitisch Stärke demonstrieren
  • Innenpolitisch die Köpfe abkühlen und
  • die Opposition ignorieren.

Ich kann mich nur an wenige Momente erinnern, bei denen eine Landtagswahl als derart kriegsentscheidend gewertet wird. Ursächlich dürfte der drohende Verlust der Bundesratsmehrheit herhalten.

Sehen wir es mal positiv: führen die Maßnahmen zu einer vernünftigeren Bundespolitik, ist doch irgendwie allen geholfen :-)

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Wahlkampf vs. Wahlkampf

Amerikanische Präsidentschaftskandidaten legen eine hohe Kreativität beim Wahlkampf an den Tag. Auch was die Budgets anbelangt, lebt man im Land der unbegrenzten Möglichkeiten auf großem Fuß. So sammelte Barack Obama bisher über 600 Mio. US-$ an Spenden ein – eine Summe, die hierzulande nur zu ungläubigem Lächeln führt.

Unabhängig von den fließenden Beträgen dürfte sich der eine oder andere über die Art und Weise wundern, mit der im Vorfeld der Wahl bereits große Politik gemacht wird. Zu meinem Erstaunen hat sich jetzt Colin Powell, seines Zeichens Republikaner, hinter den Demokraten Obama gestellt und fuhr seinem Parteikollegen John McCain damit anständig in die Parade.

Ebenso skurril erscheint der Umstand, dass sich große Unternehmen ganz öffentlich hinter einen der Kandidaten stellen. Im aktuellen Fall spricht sich Google-CEO Eric Schmidt für Barack Obama aus. Ist das Image der Befürworter auf den Kandidaten übertragbar? Wie wirken sich derartige Statements auf die Wählergunst aus?

In Deutschland wird auch bald wieder gewählt, irgendwie fällt die Vorstellung schwer, dass führende Köpfe eines großen Unternehmens Wahlkampf für einen Kandidaten machen. Wie wäre es mit folgender Schlagzeile (Vorsicht, Ironie!): “Wendelin Wiedeking wünscht sich Frank-Walter Steinmeier”? Oder noch besser: “René Obermann wählt Angela Merkel”. Mir fehlt die Vorstellungskraft und ich hoffe, dass der Wahlkampf themenorientierter stattfindet.

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Wahlkampftest für Frank-Walter Steinmeier

Im direkten Anschluss an die Wiedergeburt der SPD geht es für den frisch gebackenen Herausforderer von Angela Merkel zur Feuertaufe. Als schwergewichtige Unterstützung für den bayrischen Genossen und dortigen Spitzenkandidaten Franz Maget trat Steinmeier in einem prall gefüllten Festzelt ans Rednerpult.

Irgendwie eine schräge Vorstellung, dass der so zurückhaltend wirkende Politiker in dieser von Bierausdünstungen durchzogenen Atmosphäre eine gute Figur gemacht hat. Tatsächlich scheint es ihm aber gelungen, den “Bierzeltton” zu treffen.

Mehr: FAZ, Sueddeutsche.

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Barack Obama spricht in Berlin

Der US-Präsidentschaftskandidat hat heute in Berlin eine Rede vor geschätzten 150.000 Menschen gehalten. Ich bin ehrlich gesagt mehr als erstaunt.

Erstens beeindruckt mich diese Euphorie, die die Leute ihm gegenüber an den Tag legen. Er spricht in einem fremden Land über Themen, die den einzelnen das ganze Jahr nur peripher tangieren und trotzdem finden sich 150.000 Leute, die ihm zuhören wollen.

Zweitens fand ich den Mut beeindruckend, auch unangenehme Themen anzusprechen. Gerade im Vorfeld von Wahlen hat sich das in der deutschen Politik nicht durchsetzen können. Unliebsame Themen werden hier lediglich von den politischen Kontrahenten gebracht – Barack Obama nimmt nur ein kleines Blatt vor den Mund – fand ich irgendwie gut.

Drittens bin ich doch leicht verwundert darüber, dass dieser Präsidentschaftskandidat wie ein Popstar gefeiert und bejubelt wird. Wenn sich deutsche Regionalpolitiker in die Menge wagen, stehen für gewöhnlich nur eine Hand voll Leute davor – und das obwohl die Themen direkt vor der Haustür existieren und gelöst werden müssten.

Und viertens bin ich gespannt, ob und wie sich dieser Auslandswahlkampf in Erfolg umrechnen lässt.

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Herr Beckstein – wo sind die Inhalte?

Dass sich der bayrische CSU-Ministerpräsident gern in Deutschlands größter Gazette sieht, ist nicht neu. Für die doch recht plakative Berichterstattung ist kaum ein Mittel tabu.

Zum heutigen Sonntag ist er im Wahlkampfshirt umringt von leicht bekleideten Damen abgedruckt. Ich hoffe doch, dass diese über eine Agentur gebucht sind und nicht wie im Artikel geschrieben der Jungen Union entspringen.

Ist für ihn damit das Ziel erreicht?! Oder sind damit in dem Teil Deutschlands, in dem sein Vorgänger von frustrierten Wahlentscheidern sprach, vielleicht die Inhalte die die Wahlergebnisse beeinflussen?

Oder ist genau das die Erkenntnis, die man aus dem Erfolg von Gabriele Pauli gewinnen konnte? Zugegeben – Lack und Leder ist noch einen Zacken schärfer, die Richtung stimmt allerdings.

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Datenschutz in den USA

Worüber man hierzulande lieber nicht spricht (ob man es nun tut oder nicht), ist in den USA scheinbar mittlerweile üblich. Das Schlüsselwort heißt Microtargeting und erlaubt es dem “Anwender”, Zielgruppen bedarfsgerecht anzusprechen. Vorstellbar ist dies in erster Linie im Handel – anhand der Wohngegend, dem Einkommen, dem Familienstand, dem bisher schon erfassten Kaufverhalten, dem Besitzstand und einiger anderer äußerst brisanter Daten lässt sich ziemlich genau abschätzen, welche Produkte oder Produktgruppen in welchen Preissegmenten interessant sein könnten. Einige werden sich jetzt denken “Super! Da bekomme ich nur noch Werbung, die mich wirklich interessiert!” – andere werden sich ärgern, wenn ihnen aus vollkommen unerklärlichen Gründen der Kreditantrag für den Eigenheimbau abgelehnt wird (weil er beispielsweise in einer für die Bank uninteressanten Region wohnt).

Was im Handel und im Bankwesen funktioniert, wird wohl in der Politik nicht versagen – so zumindest ist die Devise lt. Heise im amerikanischen Wahlkampf. Anhand einiger Analysen werden die Leute gezielt über die Wahlkampfziele der eigenen Partei informiert (oder eben belogen). Möglich sind so völlig unterschiedliche (und im Extremfall auch kontraire) Kampagnen, nach denen in der Bevölkerung kaum noch jemand unbedient bleibt.

Das schlechte an politischen Entscheidungen: des einen Freud ist des anderen Leid…

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