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Gauck – Wulff – Gauck – Wulff

Nach neunstündigem Politkrimi ist heute Christian Wulff zum Bundespräsidenten und somit zum Nachfolger Horst Köhlers gewählt worden.

Nachdem der erste und zweite Wahlgang auf Grund der nicht vorhandenen absoluten Mehrheit für die Entscheidung nicht ausreichend waren, kam diese im dritten Wahlgang (dann doch etwas überraschend und nicht mehr notwendig) doch noch zustande. Den Stimmabstand zwischen Christian Wulff und Joachim Gauck – insbesondere in Wahlgang 1 und 2 – hätte ich im Vorfeld jedoch durchaus höher geschätzt.

Vor dem Hintergrund, dass sich die Formation CDU-CSU-FDP in einer Mehrheitslage befindet, ist der Weg über drei Runden doch etwas seltsam wenngleich ich – entgegen einhelliger Medienmeinung – nicht daran glaube, dass es zu weiterreichenden Imageschäden von Parteien und Einzelpersonen kommt.

Bleibt Christian Wulff viel Spaß und viel Erfolg im Schloss Bellevue zu wünschen.

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Wahlkampf – na endlich…

In NRW steht die Landtagswahl vor der Tür und vor dem Hintergrund einer drohenden Schlappe für Schwarz-Gelb ist das Thema einmal mehr zur “Chefsache” mutiert. Die Ausprägung: es wurde lt. Spiegel durch Kanzlerin Merkel ein Fünf-Punkte-Plan entwickelt, der die Niederlage noch verhindern soll. Die Themen lauten:

  • Bankenabgabe einführen
  • Streit bei dem Wahlversprechen Steuerentlastung bremsen
  • Außenpolitisch Stärke demonstrieren
  • Innenpolitisch die Köpfe abkühlen und
  • die Opposition ignorieren.

Ich kann mich nur an wenige Momente erinnern, bei denen eine Landtagswahl als derart kriegsentscheidend gewertet wird. Ursächlich dürfte der drohende Verlust der Bundesratsmehrheit herhalten.

Sehen wir es mal positiv: führen die Maßnahmen zu einer vernünftigeren Bundespolitik, ist doch irgendwie allen geholfen :-)

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Koalitionsverhandlungen im Fokus: Hartz IV

So einig wie vor der Wahl sind sich die “Wunschpartner” CDU und FDP seit Beginn der Koalitionsverhandlungen nicht mehr. Die kritischen Themen, mit denen man an der einen oder anderen Stelle doch sehr rigoros in den Wahlkampf gegangen ist, werden jetzt zum Problem. Da wären seitens der CDU die Pläne zur Beibehaltung des Gesundheitsfonds und seitens der FDP die Ankündigung von Steuersenkungen als Diskussionspunkte zu nennen. Dass das zähe Ringen um die eigenen Stellungen medial nicht noch mehr verfrühstückt wird, verwundert schon ein wenig.

Um so erstaunter war ich, als mir die Ankündigung zur Anpassung der Konditionen für Hartz-IV-Empfänger unter die Augen kam. Das leidige Thema, von dem selbst der Namensgeber nichts mehr hören will, hatten die meisten vermutlich nur sekundär auf dem Radar – in der Tat ist dies allerdings ein Punkt der Nachbesserungen bedarf. Auch wenn er vermutlich als mediales Ablenkungsmanöver herhalten muss, kurz die Eckpunkte:

  • Erhöhung des “Schonvermögens” von 250 auf 750 € pro Lebensjahr
  • Sicherung von Wohneigentum

Vom Leitspruch des angestrebten Koalitionspartners FDP “Leistung muss sich lohnen” ist das Vorhaben zwar deutlich entfernt – umso erfreulicher, dass man offensichtlich bereit ist, um die Ecke zu denken. Bedenkt man, dass soziales Elend Kriminalität und Kriminalität allgemeine Unzufriedenheit bedingt, kann ich den Vorstoß nur begrüßen.

Apropos mediales Ablenkungsmanöver: erstaunlich, wie preiswert die Maßnahme sein soll: für schlappe 300 Mio. € hat man den Menschen Gutes getan. Vergleicht man die milliardenschweren Ankündigungen im Wahlkampf und erst recht die gigantischen Aufwände (und Bürgschaften) für das Bankensystem würde ich mich für regelmäßigere Debatten zum oft gescholtenen sozialen Netz aussprechen.

Noch eine kleine Zahlenspielerei: ungefähr 300 Mio. € fehlten vor einem knappen Jahr einer irischen Bank – der Anfang einer fatalen Entwicklung im irischen System. Wenn ich nun bedenke, dass allein die HRE mit Bürgschaften von aktuell 90 Mrd. € plus Option auf weitere 10 Mrd. € am Leben gehalten wird, muss ich mich setzen, damit mir nicht schwindelig wird.

Ich bleibe gespannt, wie sich die Gespräche entwickeln und nehme an, der Moment an dem weißer Rauch aufsteigt wird kommen.

More: FAZ.

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Wahlsonntag – der Wink zur Bundestagswahl?

Der gestrige Wahlsonntag ließ einmal mal die Vermutung zu, dass die politische Bandbreite in Deutschland erhöht wird. Während die “großen Volksparteien” teils herbe Verluste einstreichen mussten, konnten sich die “Koalitionsparteien” über anständige Ergebnisse freuen.

Ist es nun die Abrechnung der Wähler mit der großen Koalition, eine ordentliche Portion Politikverdossenheit oder einfach ein schleichender Meinungswandel, der sich in hiesigen Gefilden ausbreitet? Wie eine Abrechnung sieht es nicht aus – missachtet man die Wahlbeteiligung. Eine Portion Verdrossenheit würde ich doch hineininterpretieren – gepaart mit Desinteresse am aktuellen Zeitgeschehen. Dass sich diese Trends trotz Wirtschaftskrise fortsetzen hätte ich nicht vermutet.

Auch wenn die Medien gern klare Zeichen für die Bundestagswahl sehen, bin ich mir in diesem Punkt unsicher. Die Wahlbeteiligung dürfte um einiges höher liegen – und thematisch sind bis September noch lange nicht alle Messen gesungen. Die großen Herausforderungen liegen auf den Schreibtischen und warten nach wie vor auf ihre Bearbeitung. Auch wenn die SPD heute abgeschrieben wird – der Wahlkampf dürfte spannend werden.

Weitere Wahl-Infos bei allen großen Zeitungen – FAZ, Spiegel, …

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Onlinewahlkampf in Deutschland?!

Das amerikanische Vorbild – in Person Barack Obama – hallt nach. In der deutschen Polit-Szene wünscht man sich einen ähnlich spektakulären wie auch erfolgreichen Wahlkampf wie ihn der US-Präsident vollzogen hat. Lagerübergreifend versucht man nun krampfhaft, in Amerika erfolgreiche Konzepte zu kopieren, so dass nun gebloggt, getwittert und genetzwerkt wird. Wird es nun auch hier einen amerikanisch geprägten Wahlkampf geben? Unwahrscheinlich – und die Gründe liegen meines Erachtens nach nicht in fehlender Online-Affinität der Deutschen sondern vielmehr den Inhalten, die nicht nur schwer zu erahnen sind und an der Generation Web vorbeizielen sondern darüber hinaus im deutschen Wahlkampf meist wenig verlässlich und äußerst dünn sind.

Ein wenig gespannt bin ich schon, ob es hierzulande in den nächsten Jahren ein ähnliches Phänomen geben wird – und ein wenig ängstlich kann man in diesem Zusammenhang über die Rolle von Suchmaschinen werden. Es tut sich eine neue Dimension auf – Anforderungen der gesellschaftlichen Verantwortung. Bisher blieben die Skandale aus – erstaunlich vor dem Hintergrund der medialen Bandbreite und der Tatsache, dass manch SEO kaum eine Gelegenheit auslässt, im Scheinwerferlich Platz zu nehmen. Was wäre, wenn die allgemeinen Suchbegriffe wie “Kanzler 2009″ in den Top 10 lediglich Informationen zu einem der Kandidaten liefern – oder noch skurriler – die Suche nach “Angela Merkel” auf die Seite von Frank-Walter Steinmeier verweist?

Wer mal schmunzeln möchte, kann sich im StudiVZ die Profile von Angela Merkel, Frank-Walter Steinmeier, Jürgen Trittin, Lothar Bisky, Renate Künast und Guido Westerwelle zu Gemüte führen. Bei der Gelegenheit könnten die Betreiber eigentlich gleich die Probleme mit der Monetarisierung ihrer Portale sowie einige Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit den rechtlichen Rahmenbedingungen lösen. Warum? Weil der Aufbau einer Community in Dimensionen wie dem VZ-Konstrukt für eine Partei schlichtweg unmöglich ist und man sich somit nur auf die bestehenden Multiplikatoren verlassen kann – das wären in der Zielgruppe “U30″ Facebook und StudiVZ. Vielleicht erwähnen die Geschichtsbücher von morgen diesen Trend unter dem Begriff “Lobbyismus 2.0″.

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Wahl am heimischen PC?

Die hessische Regierungskoalition plant die Einführung der Wahl via Internet. Zumindest wäre das einer der Punkte, über die in nächster Zeit wohl heftig debattiert wird. Technisch realisierbar wäre der Vorstoß wohl allemal – auch unter den Aspekten der Sicherheit. Fraglich ist lediglich, ob ein ernsthafter Wille besteht.

Meines Erachtens nach würde die Wahlbeteiligung wohl in genau einer Zielgruppe sprunghaft ansteigen: die internet- und communitybegeisterten jungen Leute zwischen 18 und 30 Jahren wären die klaren Gewinner. Ich vermute, die Entscheidung wird von der Verteilung der Stimmen in den Bevölkerungsgruppen abhängen – kann man sich auf diese Art und Weise doch locker das Ergebnis ruinieren.

Der FDP (als Initiator) wird die Vorstellung gefallen während ich mir bei der CDU schon etwas unsicher bin. In Hessen könnte die Entscheidung sogar im Einvernehmen mit der SPD gefällt werden, deren Fraktionschef Schäfer-Gümbel ja für seine Internet-Affinität  bekannt ist.

Ich würde dies (wie kann es anders sein) über die Maßen begrüßen :-)

Via Heise.

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