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Pimp my Bewerbungsunterlage?

Bücher über die Anfertigung von Bewerbungsunterlagen dürfte es zu Hauf geben – und aller Voraussicht nach geben die Jobsuchenden alles, um nicht durch die kritischen Personaler aussortiert zu werden. Da es in einigen Fällen die “Soft Facts” sein sollen (wobei ich mir schon in diesem Punkt unsicher bin), die den Bewerbern ohne eigenes Verschulden jegliche Chance auf die avisierte Position nehmen, sind nun schlaue Leute aus der Antidiskriminierungsstelle des Bundes auf die Idee gekommen, die Bewerbungsunterlagen zu anonymisieren. So soll weder ein Bild noch der Name und gleich garnicht das Alter des Bewerbers schwarz auf weiß übermittelt werden.

Stattdessen entscheidet nach den Vorstellungen des Familienministeriums ausschließlich die Qualifikation über die Stelle.

Klingt logisch? Naja… Einerseits ergeben sich aus dem Rest der Unterlagen durchaus tiefgreifende Informationen zum Alter / der Herkunft / etc. des Bewerbers, die tatsächlich ohne nennenswerte Informationsverluste der Bewerbermappe nicht zu “kaschieren” sind. Andererseits bestehen  Bewerbungsverfahren in fast allen Fällen weiterhin aus Gesprächen und Assessment Centern, deren Einfluss auf die Entscheidung doch erheblich ist. Weiterhin könnte man jetzt darüber munkeln, in welchem Maß die “Soft Skills” – also maßgeblich persönliche Eigenschaften der Person – in der späten Phase des Bewerbungsprozess Einfluss auf die Entscheidung nehmen.

So gesehen habe ich zwar nicht des politischen Willens wegen – allerdings des Vorschlags zur Methodik doch erheblich Zweifel in Punkto Umsetzbarkeit…

Via Golem.

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GEZ abschaffen – oder halt doch nicht…

Der Autor der Seite GEZ-abschaffen.de, dessen Namen zwar überall zu lesen ist, hier jedoch keine Erwähnung finden soll, wurde vom NDR mit einem Abmahnschreiben beglückt. Soweit ist das rechtlich ansich unbedenklich – ärgerlicherweise folgte die Verhandlung, in der der Blogger unterlag. Streitgegenstand ist die namentliche Nennung von Mitarbeitern des NDR, was in meinen Augen so auch nicht ganz sauber erscheint.

Von den Vorfällen, die auf der Seite sehr umfangreich und mitunter auch sehr drastisch dargestellt werden, kann man nun halten was man möchte – tatsächlich handelt es sich jedoch um ein Dienstverhältnis der (genannten) Mitarbeiter mit ihrem Dienstherren, was für den genannten Mitarbeiter einige Pflichten mitsich bringt. Dass dieser nun für die Erledigung seiner Pflichten die “Höchststrafe” in Form der öffentlichen Diffamierung kassieren soll, scheint nicht angemessen. Für meinen Geschmack hätte die Dokumentation ohne Namensnennungen wohl ausgereicht, um der Öffentlichkeit einen kleinen Einblick in die Geschehnisse zu gewähren. Genau darin besteht auch die Forderung des Gerichts, was nachvollziehbar einen deutlichen Aufwand für den Autor bedeutet. Um dem Anliegen Ausdruck zu verleihen wurden dem Blogger 50.000 € “angedroht”. Ich hoffe, dass die Seite vor dem Hintergrund von Meinungsfreiheit und demokratischen Ansätzen trotz Aufwand und sicher nicht unerheblichen finanziellen Kriterien nicht vollständig verschwindet…

Leicht verwundert bin ich über die Reaktionen der Blogosphäre, werden doch meist datenschutzrechtliche Argumentationsketten aufgebaut. In der Vergangenheit gab es diverse Vorkommnisse, bei denen die Wucht der Schreiber auch gern mal größere Player in die Knie gezwungen hat – diesmal scheint es jedenfalls nicht so.

Links: Golem, Bunix, Petanews, 85qm, Tr3nd-news, u.v.m.

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Zumwinkel zur Steuerhinterziehung

Der ehemalige Post-Chef Zumwinkel steht seit heute wegen Steuerhinterziehung vor Gericht. Bei Transfers in Höhe von 1 Mrd. € kann einem ganz schwindelig werden – so auch ihm, so dass eine knappe Million in seiner Tasche anstelle dem Steuersack blieb.

Statt von “Rechenfehlern” und “Versehen” zu sprechen, gibt er sich erstaunlich offen und räumt die Geschichte einfach ein – keine Dementis sondern klare Ansagen. “Ich will hier reinen Tisch machen” und “Der größte Fehler meines Lebens” wird er zitiert – die Summe selbst hätte ihn offensichtlich weder reicher noch ärmer gemacht.

Gerechnet wird (unabhängig von der Nachzahlung) mit einer Bewährungsstrafe.

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Gibt es die SPD in 5 Jahren noch?

Der neuerliche Streit um den Ausschluss Wolfgang Clements aus der SPD dürfte den Umfragewerten alles andere als gut bekommen. Gleich wird auch wieder das Thema Führungskrise aufgewärmt und einmal kräftig umgerührt.

Was soll man dazu sagen? Weil er sich kritisch zu Frau Ypsilantis Wahlkampfthesen äußerte, soll das SPD-Urgestein (38 Jahre Mitgliedschaft) nun ausgeschlossen werden – so hat es ein Schiedsgericht auf Antrag einiger wenig bekannter Parteigenossen entschieden.

Die Diskussion kocht gewaltig, wobei man durchaus den Eindruck gewinnen kann, dass gerade die Parteigrößen geschlossen hinter Wolfgang Clement stehen während einige kleinere Gruppierungen ordentlich Stimmung pro Ausschluss verbreiten. Ob das überhaupt noch die Partei ist, der Herr Clement gern angehören möchte, kann man diese Tage bezweifeln.

Die FDP rührt unterdessen schonmal die Werbetrommel und bietet ihm eine neue politische Heimat an. Schöner Zug wie ich finde – könnte man mit “Schach” bezeichnen. Wenn Herr Clement jetzt noch das Lager wechselt, könnte er mit einem lachenden “matt” gehen.

Als ehemaliger Superminister im damals neu geschaffenen Ministerium für Wirtschaft und Arbeit und jetziger Begleiter einiger Aufsichtsratsposten wäre er dort zumindest erstmal nicht falsch.

Weitere Infos: FAZ, Sueddeutsche, SZ.

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Perlentaucher gewinnt Rechtsstreit

Die Internetplattform www.perlentaucher.de gewinnt auch in zweiter Instanz einen Streit mit der FAZ und der SZ, in der es um das Zitieren von Beiträgen ging. Golem schreibt dazu:

Die Website Perlentaucher berichtet über Literaturkritik und veröffentlicht dazu auch selbst verfasste Zusammenfassungen von Buchrezensionen, die in der FAZ sowie der SZ erschienen sind. Darin sahen die beiden Verlage eine Urheberrechtsverletzung, unterlagen aber bereits im ersten Urteilsspruch vom November 2006.

Damit ist die Rechtslage hoffentlich auch für kleinere Blogbetreiber geklärt. Ein Zitat mit Angabe der Quelle ist meines Erachtens nicht nur rechtlich abgesichert, sondern auch noch Werbung für den Urheber. In anderen Bereichen hat man sich dieses “Werbungsverhältnis” – (hoffentlich) objektive Unabhängige berichten über Produkte/ Leistungen – zu Nutze gemacht.