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iPad-Productplacement vom Feinsten…

In unserem Parlament sind elektronische Helfer teilweise verpönt und teilweise auch verboten. Unter die Regelung fallen Notebooks, deren Nutzung untersagt ist und Handys, bei deren Gebrauch immerhin das Schreiben und Lesen von SMS toleriert wird. Weiterhin gehe ich davon aus, dass sich auch der Kalender im Handy regen Gebrauchs erfreut – das Telefonieren selbst bleibt jedoch tabu.

Nachdem Jimmy Schulz (FDP) heute strammen Schrittes zum Rednerpult ging und ganz selbstbewusst ein iPad als Unterstützung für seine Rede bereithielt, entbrannte die Diskussion um das Für und Wider der Elektronik im Bundestag.

Die Diskussion wird leider sehr leidenschaftlich und weniger objektiv und fachlich sinnvoll geführt. Dass die Verbote in anderen Ländern der Geschichte angehören mag ein Argument für die Lockerung sein – im Gegensatz dazu besteht selbstredend das Risiko der vollständigen Zerstörung der (gefühlt!) ohnehin maroden Meetingkultur.

Vielleicht würde die Lockerung des Verbots auch zu erhöhter Teilnehmeranzahl führen, da diese sich während belangloser Sitzungen um ihre aktuellen Themen kümmern könnten? Vielleicht wäre aber auch jede Diskussion beendet, weil die Köpfe hinter den Bildschirmen versinken.

Egal wie – ich hoffe, dass sich Herr Schmitz Schulz auch der zweiten Perspektive – der werbenden, produkt- und markenvertretenden Rolle – bewusst ist…

More: CIO, Winfuture, SZ und viele mehr.

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Die Linke stoppt wikipedia.de

Was es nicht alles gibt. Seit heute ist das Mitmachlexikon Wikipedia in deutscher Sprache nicht mehr unter wikipedia.de erreichbar. Stattdessen findet der geneigte Besucher die Inhalte unter de.wikipedia.org. In Folge einer einstweiligen Verfügung vom 13.11.2008 – initiiert durch Lutz Heilmann (seines Zeichens Bundestags-Abgeordneter der Linkspartei) – wurde dem Träger der Domain die Weiterleitung ohne Anhörung untersagt. Besagter Träger ist glücklicherweise nicht Verwalter der Inhalte sondern nur der Domain.

Worum gehts (Heise)?

In dem Streit geht es offenbar um in der Wikipedia zitierte Berichte, wonach die Immunität des Abgeordneten im Oktober aufgehoben worden sei, weil er einen Bekannten per SMS bedroht haben soll. Heilmann bestreitet sowohl Drohung als auch eine Aufhebung der Immunität. Auch die angebliche Stasi-Vergangenheit des Abgeordneten ist ein Streitpunkt: Heilmann arbeitete laut seiner offiziellen Bundestags-Biographie während seines verlängerten Wehrdienstes als Personenschützer für das Ministerium für Staatssicherheit. Heilmann selbst war bisher nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Für meinen Geschmack eine nicht nachvollziehbare Entscheidung. Einerseits stellt sich die Frage, wie Herr Heilmann auf die Idee kommt, sich den deutschen Verein zu Gericht zu zitieren, wo dieser keinen Einfluss auf die Inhalte hat – zum anderen darf sofort folgend die Frage gestellt werden, wie ein Gericht auf die Idee kommen kann, die Umleitung der Domain zu verbieten. Skurrilerweise hat Herr Heilmann damit außer Negativ-Schlagzeilen für die Links-Partei nichts gewonnen, da unter de.wikipedia.org alles weiter läuft wie bisher.

Der Schutz der Privatsphäre ist die eine Seite der Medaille – die Informationsfreiheit die andere. Wenn die Freiheit der Information zu unseren Abgeordneten derart restriktiv behandelt wird, sind wir den Chinesen in Sachen medialer Restriktion dicht auf den Fersen. Das sollte nicht erklärtes Ziel werden.

Für die Schüler, die den Button auf der Seite heute nicht finden und nun Probleme haben, ihren Vortrag auszuarbeiten tuts mir jedenfalls leid.

Die Reaktion in der Blogosphäre ist natürlich riesig:

tutsi.de, Andreas Roth, Mutantenstadl, BlogTopf, Tobias, Nexem, Ratatatam und tausende Weitere.

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Google Mail alias G-Mail – nicht in Deutschland!

Skurrile Dinge findet man gerade in der Welt der Bits und Bytes doch regelmäßig – dass allerdings ein Einzelner die Namensauflösung gmail.com für den Raum Deutschland verhindert – das hätte ich nicht gedacht.

Es ist Daniel Giersch, der seine G-Mail-Dienste mit dem Slogan “G-Mail… Und die Post geht richtig ab” vermarktet und Google damit hierzulande den Wind aus den Segeln nimmt.

Ich bin glücklicherweise nicht betroffen und kann wohl deswegen ein wenig drüber schmunzeln – allen, die sich eine Google Mail Adresse gesichert haben, ist vermutlich ein wenig das Gesicht eingefroren.

Google bietet den Maildienst natürlich trotzdem an – der Name lautet dann Google Mail und ist unter www.mail.google.com erreichbar.

Via Golem.