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Erneuter Abbruch der Verhandlungen

Zwischen Bahnchef Mehdorn und GDL-Chef Schell herrscht seit heute wieder Funkstille. Nachdem man sich zumindest auf Verhandlungen einigen konnte, hat man nun – völlig überraschend – wieder einen Schritt zurück in die Eiszeit gewagt. Damit besteht für Bahnreisende ab sofort wieder das Risiko von Streiks. In der FAZ ist heute zu lesen:

„Urplötzlich erklärte die GDL am frühen Nachmittag die Verhandlungen für beendet“, berichtete der Sprecher. „Das ist absolut nicht nachvollziehbar.“ Warum GDL-Chef Manfred Schell das für den Abend vereinbarte Spitzengespräch der Chefs der drei Bahngewerkschaften Transnet, GDBA und GDL mit DB-Vorstandchef
Hartmut Mehdorn kurzfristig abgesagt habe, „ist uns schlichtweg schleierhaft“.

Ob jemand auf der Erbse genächtigt hat oder ob sich die werten Herren verbale Backpfeifen verpasst haben wird (hoffentlich) deren Geheimnis bleiben.

Währenddessen schicken sich jetzt Transnet und GDBA an, in eigene Tarifverhandlungen einzusteigen. Von diesen zwei Parteien ist ebenfalls nicht viel gutes über das Vorgehen der GDL zu hören, was mich schon ein wenig erstaunt. Im FAZ-Artikel kann man weiterhin lesen:

„Die Verhandlungen und auch die Abstimmungen (der GDL) mit Transnet und GDBA waren auf gutem Wege“, erklärten Hansen und Hommel. Nachdem erst am 13. Dezember alle Beteiligten sich auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt hätten, seien der Abbruch der Verhandlungen und die Absage des Spitzengesprächs „Indizien dafür, dass der von der GDL provozierte Organisationskonflikt unter dem Deckmantel von Tarifverhandlungen fortgesetzt werden soll“.

Ich bleibe weiterhin gespannt. Allen Bahnkunden wünsche ich ein streikfreies Fest!

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Gut gebrüllt, Löwe!

Wie hier schon angedeutet, eskaliert der Tarifkonflikt nun über die GDL-Grenzen hinaus. Man darf die Vermutung äußern, dass GDL-Chef Schell zur Erhöhung des Drucks seine Genossen aus dem “anderen Lager” aktiviert hat.

In der FAZ wird Norbert Hansen, Chef der Transnet, folgendermaßen zitiert:

„Es soll niemand glauben, dass wir tatenlos bleiben – wir haben auch Drohpotential: Die Transnet könnte eine Föderation von sieben bis acht Einzelorganisationen werden, die alle eigene Tarifverträge haben“

Das soll mal jemand verstehen – die Vorteile einer Tarifeinheit für beide Seiten sind klar – mir verbergen sich allerdings die Vorteile kleiner Abschlüsse. Neben dem sinnlosen Verwaltungsaufwand (beiderseitig) verhindert man für die Zukunft geschlossene Maßnahmen. Ich kann mir keine Schlagzeile vorstellen, wo der Titel “Sekretärinnen bei der Bahn fordern mehr Lohn – Streik von 300 Personen steht bevor” lautet – weil man zugelassen hat, dass Sekretariatsleistungen in eine Servicegesellschaft überführt worden sind. Das ist allerdings nichts, was ich zu entscheiden habe.

Neben den bekannten Diskussionen wäre es zu begrüßen, wenn Züge pünklich fahren, die Frequenzen ausreichend hoch sind und die Mitarbeiter kundenfreundlich sind. Darüber hinaus wären angemessene Preise wünschenswert. Für den Güterverkehr darf man durchaus gleiches ansetzen – ist es doch so, dass man vor einigen Jahren die Wirtschaft “auf die Schiene gelockt” hat. Das war weder zum Nachteil für die Bahn noch für die Belegschaft.

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GDL und Transnet – die Bahn in der Klemme

Während es bei den Tarifverhandlungen mit der GDL langsam nach einer Lösung der festgefahrenen Situation aussieht, schaltet sich die nächste Gewerkschaft medial ein. In der FAZ ist zu lesen:

Unterdessen melden sich auch die anderen Bahn-Gewerkschaften zu Wort. Transnet-Chef Norbert Hansen verlangt ein neues Angebot der Bahn-Führung. Transnet droht mit Streiks. „Auch wir haben Forderungen seit Monaten, die berücksichtigt werden müssen und die wir notfalls mit einer weiteren Arbeitskampfsituation durchsetzen können. Und ich möchte das gerne vermeiden“, sagte Hansen dem Nachrichtensender n-tv am Mittwoch.

Was ansich zu erwarten war, tritt jetzt ein – die Frage ist lediglich, ob die Bahn der GDL vor den Bug tritt oder aber ob die Gewerkschaften die Führung in die Hand nehmen. Ich hoffe doch, dass es der Bahnführung gelingt, einen Kompromiss zu finden – den Beschäftigten der Bahn scheint nicht klar zu sein, welchen Imageschaden sie bisher schon verursacht haben.

Einfache Probleme – einfache Lösungen – die Servicegesellschaft wird wohl kommen. Was das bedeutet, können sich die Lokführer ja bei der Telekom anschauen. Sehr kluges Vorgehen, was da an den Tag gelegt wird.

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Die Bahn wird privatisiert

Und auch Transnet möchte nochmal etwas dazu sagen. Man ließ verlauten, dass man lediglich das SDP-unterstützte Volksaktienmodell mitmachen werde. Dies bedeutet im Klartext, dass lediglich Vorzugsaktien ausgegeben werden, die zwar eine leicht höhere Dividende abwerfen – allerdings kein Stimmrecht verbriefen. Von Kanzlerin Merkel erwarte man in diesem Punkt persönlichen Einsatz. Dieses Vorgehen mindert natürlich das Interesse von Großinvestoren immens, was eine Durchführung in absehbarer Zeit unmöglich machen dürfte. Desweiteren sollte allein schon der Begriff “Volksaktie” für den geneigten Kleinanleger abschreckend wirken – haben doch viele beim Börsengang der Telekom ihr hart verdientes Geld verloren.