Auch die Tour 2008 wird von Doping-Fällen überschattet – umso schlimmer, dass es diesmal noch den Eindruck macht, als würden die Fahrer bewusst auf “Dummfang” gehen. Das Präparat CERA (EPO) ist neu auf dem Markt und damit liegt die Vermutung nahe, dass dieses nicht entdeckt wird.
Diese Rechnung haben die Fahrer allerdings ohne die Mediziner und Chemiker der Anti-Doping-Kontrollinstanz gemacht. Nein, man bleibt auch bei der Verwendung von Neuentwicklungen nicht unentdeckt.
Tragisch ist die Einstellung der Zuschauer zum Thema – bis zum Ruf nach Legalisierung von Doping ist alles schon gefordert worden. Dass die Verwendung derartiger Mittel neben der (eher kurzfristigen) Steigerung der Leistungsfähigkeit des Körpers auch gravierende Nebenwirkungen haben kann, beweißt der Fall von Marco Pantani.
Sandro Donati (Mitglied Anti-Doping-Kommision) deutet desweiteren darauf hin, dass dies nach wie vor keine Einzelfälle sind. Seine Schlussfolgerung fällt für das gesamte Feld verhältnismäßig negativ aus (FAZ):
Glauben Sie, dass die Konkurrenten von Ricco nichts nehmen?
Meiner Meinung nach ist dem Radsport an dieser Stelle kaum noch zu helfen. Die Verantwortlichen verweisen auf Dopingfälle kurz nach Start der Tour im Jahr 2004 – das ist weder Begründung noch Entschuldigung. Mittlerweile dürfte es kaum noch jemanden interessieren, wenn die Zeiten für die Absolvierung der Etappen steigen sollten – allemal besser als Fahrer, die mit fremdem Blut und “Beschleuniger” unfair und dadurch überlegen gewinnen.