Seit Tagen versuche ich vergeblich meinen Steuerberater ans Telefon zu bekommen und es schien geradezu als wäre er vom Erdboden verschluckt. Der sonst so korrekte und stets handlungswillige Dienstleister ließ scheinbar einfach sein Mobilfunkgerät schellen oder hat völlig unerwartet die Stummschaltung für sich entdeckt…
Immerhin – nach 3 Tagen des Versuchs meldet er sich – leicht abgehetzt und scheinbar ziemlich müde. Der kurzfristige geschäftliche Schweiz-Trip habe ihn etwas überraschend getroffen, sagt er…
Jetzt mal ernsthaft: der Kauf der zweifelhaften CD mit angeblich massenweise Informationen über Steuerflüchtlinge – besser noch: Steuerbetrügern – erscheint mir mehr als zweifelhaft.
Da wäre zum einen die Vertriebsstrategie des Datenvermittlers: anhand von einer Hand voll Beispieldaten mögen doch bitte die Entscheider selbst errechnen, dass es sich um eine entscheidende Position in der Haushaltsplanung handeln wird – da es sich um keine zufällige Grundgesamtheit handelt, über die man methodisch sauber statistische Verfahren anwenden kann, dürfte hier bereits ein deutliches Risiko auf Ertragsseite verborgen sein. Ich mutmaße einfach mal tollkühn, dass nach Sichtung der Daten keine Rede mehr von den Erträgen ist.
Denke ich über die rechtliche Seite nach, wird mir leicht schwindelig. Da es sich offensichtlich um Daten handelt, deren Herkunft juristisch einen zweifelhaften Weg beschrieben hat, bin ich mit der Verwertbarkeit vor Gericht doch zurückhaltend.
Last but not least: da sind die vielen Beschäftigten in Banken, die ebenso Zugriff auf möglicherweise zweifelhaftes Material haben sowie diese, die vorgeben, Zugriff auf besagte Daten zu besitzen. Aktuell scheint es sich um ein Phänomen zu handeln, welches auf Kunden einer Bank abzielt – wie geht man mit weiteren Angeboten um?
Sei’s drum – dem Lottogewinner wünsche ich viel Spaß mit den 2,5 Mio. €…
