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Rot-Grün-Rot – der sitzt!

Andrea Ypsilanti hat die Weichen für ihre Wahl zur Ministerpräsidentin durch Rot-Grün-Rot im hessischen Landtag gestellt und möchte ganz offensichtlich wirklich die Hilfe der Linken beanspruchen.

Nachdem das Feuer um Wolfgang Clement zwar gelöscht ist – allerdings noch kräftig raucht – hätten es die Genossen vermutlich lieber gesehen, nicht “schon wieder” derb in die Schlagzeilen zu geraten.

Neben der Tatsache, dass die politischen Gegner das gefundene Fressen sofort mit großem Getose zubereiten, wage ich zu bezweifeln, dass eine Dunkelrot-Hellrot-Grüne Mehrheitsfraktion, die sich nicht zur Koalition zusammenraufen kann, ein großes Vergnügen ist. Aber gut – des Menschen Wille…

Weitere Infos in der FAZ.

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SPD – Linke – und jetzt noch eine?

Die SPD dürfte mitten in einer weiteren Zerreißprobe stecken – der “Fall Wolfgang Clement” fordert dies geradezu heraus. An der Spitze agiert ein glückloser Kurt Beck, der schon lange nicht mehr mit Politik sondern vielmehr mit innerparteilichen Kindereien zu kämpfen hat. Ich wage die Behauptung, dass es keine Minderheit mehr ist, die sich in der Partei nicht wohlfühlt. Aus der letzten großen Uneinigkeit in der SPD ging die Linke hervor – wäre eine Abspaltung nicht wieder die Lösung der Probleme? Wo wir gerade bei den Kindereien sind – wie sagt man beim Basteln so schön – drei mal abgeschnitten und immernoch zu kurz.

Der Schaden in Punkto Glaubwürdigkeit und dem Vertrauen der Wähler in politische Handlungsfähigkeit dürfte unterdessen mehr als immens sein – für die nächsten Wahlen ist der Absturz in die absolute Mittelmäßigkeit vorprogrammiert. Spätestens wenn man keine wirkliche Opposition mehr stellen kann – wenn man Bündnispartner benötigt, um einen oppositionellen Charakter zu erlangen – genau dann dürften sich die Genossen an die Stirn fassen und sich fragen, ob die Themen, die man als wichtig erachtet und zeitfüllend diskutiert hat, wirklich politisches Gewicht hatten. Dann ist es aber zu spät.

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Gibt es die SPD in 5 Jahren noch?

Der neuerliche Streit um den Ausschluss Wolfgang Clements aus der SPD dürfte den Umfragewerten alles andere als gut bekommen. Gleich wird auch wieder das Thema Führungskrise aufgewärmt und einmal kräftig umgerührt.

Was soll man dazu sagen? Weil er sich kritisch zu Frau Ypsilantis Wahlkampfthesen äußerte, soll das SPD-Urgestein (38 Jahre Mitgliedschaft) nun ausgeschlossen werden – so hat es ein Schiedsgericht auf Antrag einiger wenig bekannter Parteigenossen entschieden.

Die Diskussion kocht gewaltig, wobei man durchaus den Eindruck gewinnen kann, dass gerade die Parteigrößen geschlossen hinter Wolfgang Clement stehen während einige kleinere Gruppierungen ordentlich Stimmung pro Ausschluss verbreiten. Ob das überhaupt noch die Partei ist, der Herr Clement gern angehören möchte, kann man diese Tage bezweifeln.

Die FDP rührt unterdessen schonmal die Werbetrommel und bietet ihm eine neue politische Heimat an. Schöner Zug wie ich finde – könnte man mit “Schach” bezeichnen. Wenn Herr Clement jetzt noch das Lager wechselt, könnte er mit einem lachenden “matt” gehen.

Als ehemaliger Superminister im damals neu geschaffenen Ministerium für Wirtschaft und Arbeit und jetziger Begleiter einiger Aufsichtsratsposten wäre er dort zumindest erstmal nicht falsch.

Weitere Infos: FAZ, Sueddeutsche, SZ.

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Regierungsbildung in Sachsen: Milbradt tritt zurück

Nicht unerwartet allerdings auch nicht im üblichen Zeitraster tritt Sachsens Ministerpräsident Milbradt zurück. Nachdem er durch das Landesbankdesaster und einigen privaten Anlagen in diesem Zusammenhang auch innerhalb seiner Partei an Rückendeckung verloren hatte, empfahl er heute seinen Nachfolger.

Dies soll der derzeitige Finanzminister Stanislaw Tillich werden. Georg Milbradt hatte seiner Zeit als Finanzminister die Geschäfte eingerührt, über die heute lieber keiner mehr spricht. Aber gut – so schlecht kann diese Wahl nicht sein, der Koalitionspartner SPD hat die Entscheidungen abgenickt.

Der scheidende Ministerpräsident begründet seine Entscheidung für den jetzigen Zeitpunkt der SZ gegenüber damit, dass ihm ein geordneter Übergang wichtig sei. Im Hinblick auf die Wahl 2009 dürfte das geschickter sein, als die “Hinhaltetaktik” wie sie von anderen Politikern gern gefahren wird.

In der FAZ geht man mit Herrn Milbradt etwas härter ins Gericht. Die Geschäfte mit hochriskanten amerikanischen Immobilienanleihen und der Fast-Bankrott der Sächsischen Landesbank sind dort nochmal niedergeschrieben.

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Nackte Tatsachen?!

Mit einer fragwürdigen Aktion steigt die hessische SPD in den Wahlkampf ein. Wie im 4-Buchstaben-Magazin zu lesen ist, haben sich 12 Parteikolleginnen von Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti für einen “erotischen Kalender” ausgezogen. In der Online-Ausgabe ist zu lesen:

Landtagswahlkampf mal ganz anders! Hessens Genossinnen setzen nicht nur auf Programme, sondern auch auf nackte Tatsachen…

Eines der SPD-Bunnies, Heike Habermann, erklärt dazu:

Personen rücken in den Vordergrund, Programme sind weniger gefragt.

Gut – das ist natürlich wirklich ein Argument. Mal sehen, wer als erstes den Playboy als Wahlkampfsponsor gewinnen kann…

Immerhin geht der Erlös der Nackedei-Aktion wohltätigen Zwecken zu – der Organisation “pro familia”…

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Was war los auf dem SPD-Parteitag?

Nun – man hat sich getroffen, um über die Belange unseres Landes und die Zukunft zu sprechen. Nein, Spaß beiseite. Es scheint viel schlimmer. Man hat sich getroffen, ist nach links gerückt und versucht, den Wahlkampf für 2009 einzuleiten. So zumindest ist es in einem Artikel der FAZ nachzulesen.

Große Kritik hagelt es, da man die Zeit der großen Koalition – und damit der großen Mehrheiten für Gesetze – hat verstreichen lassen, um nun viel zu früh einen neuen Kurs – weg vom Koalitionspartner – einzuschlagen und damit den Wahlkampf einzuleiten. Viel wichtiger scheint es, jetzt schon um Stimmen zu buhlen (wobei das Wählerhirn sich das gar nicht so lange merken kann) anstelle sich noch um einige Weichenstellungen zu kümmern.

Die Abrechnung wird noch härter:

Das muss nicht zu dauerhaftem Streit und Blockierungen führen. Noch gefährlicher wäre es, wenn daraus ein sozialpolitischer Überbietungswettbewerb würde. Der hat bereits begonnen: In der Diskussion über die Verlängerung des Arbeitslosengeldes I geht es im Grunde nur noch darum, ob das Rüttgers-Modell zum Zuge kommt oder dasjenige, das die Sozialdemokraten, dem Vorstoß ihres Vorsitzenden folgend, jetzt in Hamburg beschlossen haben – oder welche mehr oder weniger praktikable Kompromissformel nach dem schlechten Vorbild der Gesundheitsreform am Ende gefunden wird.

Die große Botschaft, die durch die Hallen klingt lautet: “Wir können den Gürtel wieder weiter schnallen.” Und abschließen ist noch zu lesen:

Die Deutschen müssen sich darauf einrichten: Was es an Gemeinsamkeiten in der Koalition noch gibt, bleibt bis auf weiteres in den unteren Schubladen.

Schade drum. Hauptsache, man hat auch wieder mal über das generelle Tempolimit gesprochen – das ist auch wirklich wichtig. Themen wie Bildung kann man da durchaus mal in den Hintergrund schieben…

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