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Krisentreffen zur SchäubleCOM: Was gabs?

Zu guter letzt war es ein Cometogether zwischen Politik und einigen Verbänden. Telekom-Chef Rene Obermann gab sich nur zeitweilig die Ehre. Dementsprechend harmlos sind auch die Ankündigungen.

An der Gesetzeslage möchte man vorerst nichts ändern – die Selbstverpflichtung ist allerdings auch nicht Ziel. Man darf die Frage stellen, was denn nun eigentlich in Konsequenz geschehen soll – eine Antwort erwartet man aber lieber nicht.

Heise dazu weiter:

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar verlangte mehr Vorkehrungen gegen Missbrauch. Zentral sei die umfassende manipulationssichere Protokollierung von Datenzugriffen.

Einige politisch motivierte Ohrfeigen gab es noch aus der FDP. Dazu schreibt die FAZ:

Die Opposition nahm die Debatte um die Bespitzelung von Journalisten und Telekom-Aufsichtsräten zum Anlass, einmal mehr die Abschaffung der Vorratsdatenspeicherung zu verlangen. Zuspruch erhielt sie vom Vizechef des Telekom-Aufsichtsrates, Verdi-Vorstand Lothar Schröder. Die Gewerkschaft werde dagegen Verfassungsklage erheben, sagte er. Die halbjährige Aufbewahrungsfrist der Telekomunternehmen soll den Kampf gegen den Terror einfacher machen. In einer Aktuellen Stunde wird sich damit in dieser Woche auch der Bundestag befassen.

Zusammenfassend kann man sagen: viel Wind um nichts.

Weitere Informationen hält Heise und die FAZ bereit.

Schäuble bekommt Körbe…

Die Einladungen an die Unternehmensführungen aus der Kommunikationsbranche durch unseren Innenminister Schäuble kommt offensichtlich nicht so gut an. Außer Herrn Obermann, der durch die aktuelle Brisanz schlecht absagen kann, wird sich wohl niemand zu diesem Termin begeben. Die FAZ schreibt dazu:

In seiner Absage schrieb Vodafone-Chef Fritz Joussen: „Mir liegt daran klarzustellen, dass es sich bei den Vorkommnissen in der Deutschen Telekom… offensichtlich um Gesetzesverstöße in einem Unternehmen handelt, nicht aber um grundsätzliche Sicherheitsfragen oder ein mangelndes Bewusstsein der Branche.“ In der Branche heißt es, daher sei auch eine von Minister Schäuble vorgeschlagene Selbstverpflichtung zu einem sorgsamen Umgang mit den Teilnehmerdaten nicht erforderlich. Zudem gebe es Gesetze für den Umgang mit den Verbindungsdaten. Deshalb sei es ausreichend, wenn die Verbände zu dem Thema gehört würden. Entsprechend haben die Branchenvereinigung Bitkom und der Kölner Verband der Anbieter von Telefon- und Mehrwertdiensten (VATM) zugesagt. Auch das Bundeswirtschaftsministerium wird teilnehmen.

Die Damen und Herren werden ansich zwar auch für die Einhaltung des Datenschutzes bezahlt, der größere Anteil des Gehalts dürfte allerdings aus Steuerungsleistungen resultieren.

Grund genug für Herrn Schäuble, dieses Vorgehen nochmal zu kritisieren:

Schäuble rief die Verbände und Unternehmen am Abend eindringlich zur Teilnahme an dem von ihm anberaumten Treffen auf. „Das ist ein Angebot an die Branche, und sie ist gut beraten, wenn sie es annimmt“…

Sollte allerdings eines der benannten Unternehmen (E-Plus, Vodafone, Arcor, O2) allerdings in nächster Zeit mit ähnlichen Schlagzeilen die Presse kreuzen, könnte ich mir die Situation unangenehm vorstellen.

Via Golem und FAZ. Zeitcollector hat auch einen lesenswerten Artikel dazu im Sortiment.

Kurz notiert: die SchäubleCOM

Bei der deutschen Telekom geht momentan gehörig die Post ab. Grund genug für unseren Innenminister Wolfgang Schäuble, sich die Chefs der deutschen Kommunikationsunternehmen heranzuzitieren und ihnen einen anständigen Umgang mit Daten nahezulegen.

Kurios: Herr Schäuble ist ja ansich nicht dafür bekannt, dass er die Datenschutzgesetze sehr streng interpretiert – im Fall “Telekom” scheinen sogar ihm die Methoden übertrieben.

Die Informationen aus FAZ, FTD, derWesten, Süddeutscher und einige eigene Inhalte gibts bei Golem.

Die Telekom spioniert!

Eine äußerst fragliche Nachricht kreuzt die Tage die Medien: angeblich hat “die Telekom” ihre Manager, Aufsichtsräte und eine gute Hand voll Jounalisten bespitzelt, um “undichte Stellen” aufzuspüren. Rene Obermann gab den Fall an die Bonner Staatsanwaltschaft, die den Fall wohlwollend entgegennahmen und nun prüfen.

Eine Frage sei an der Stelle erlaubt: Wie kann ein Unternehmen spionieren?! Ich dachte immer, das wäre Personen vorbehalten. Eine Berliner Beratungsfirma war mit dem Auftrag betraut, einige (festhalten) hunderttausend(!) Datensätze zu überprüfen. Die Beratungsfirma wird ja wohl kaum ohne Auftrag handeln, so dass man hier trivialerweise mal nach den personellen(!) Auftraggebern fragen kann. Da gibts ansich auch kein rumdrucksen…

Der Spiegel berichtet weiter:

Informiert wurden von der Telekom nach SPIEGEL-Informationen auch das Kanzleramt, das Bundesfinanzministerium und Teile des Aufsichtsrats.

Weitere Infos: Golem, Heise.