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SIM-Kartenpfand – unglaublich aber wahr…

Da heute nicht der 1. April ist, muss man die Meldung wohl für bare Münze nehmen. Einige Mobilfunkanbieter haben begonnen, zum Ende eines Mobilfunkvertrages eine saftige Pfandgebühr zu erheben. Insgesamt sieben Mobilfunkanbieter erheben so zwischen 10 und 30 € – oftmals ohne, dass der Kunde dies registriert.

Die Begründungen hören sich haarsträubend an und passen sich in die Urteilsfindung des BGH vor einigen Tagen ein:

Drillisch-Sprecher Peter Eggers sagte den Verbraucherschützern zur Begründung: “Da sich auf der SIM-Karte kundenunabhängige Daten Dritter befinden, ist eine Rückforderung sinnvoll.” Die Chips“fachgerecht unbrauchbar” zu machen, sei auch im Interesse der Kunden. Talkline erklärte, es ginge darum, “das Eigentum an den SIM-Karten für den jeweiligen Netzbetreiber zu bewahren”. Die E-Plus-Marke Base argumentiert mit ihrer “Verantwortung gegenüber der Umwelt” für die Rückgabe des “Elektroschrotts”.

Eine Perspektive fehlt hier natürlich vollständig: die des Kunden. Wie jeder Handynutzer weiß, befinden sich auf der SIM-Karte neben einigen nach Vertragsende völlig unbrauchbaren Zahlencodes gut und gern auch das Telefonbuch sowie die SMS-Nachrichten des Kunden. Sofern ich also demnächst die Karte meines gekündigten Vertrages zurücksende, werde ich wohl einen Verwertungs- / Verwendungs- / Vernichtungsnachweis fordern. Mit Spannung erwarte ich jetzt schon die Antwort.

Ich hoffe doch, dass sich die mitunter wirklich fraglichen Methoden der Telekommunikationsanbieter in die Köpfe der Menschen fressen und als Entscheidungskriterium für künftige Vertragsabschlüsse das typische Geschäftsgebahren mit einfließt.

Im Übrigen: die Rechnung – falsch, betrügerisch oder mitnichten nachvollziehbar – nicht zu bezahlen, ist keine gute Idee, da insbesondere der TK-Markt auf tatkräftige Unterstützung von Inkassodienstleistern setzt. Auch wenn die Kommunikationskanäle in abartiger Art und Weise auf Vertrieb und Umsatzgenerierung getrimmt sind, hilft in erster Linie nur der frustrierende Klärungsversuch mit dem Anbieter.

Mein Fazit: Schöner Unfug, der – ohne jeglichen Mehrwert und zur völligen Frustration der Betroffenen – jährlich eine vermutlich nicht zu verachtende Position auf der Haben-Seite der Anbieter erzeugt. Bei den riesigen und auf Verwirrung getrimmten Abkommen beim Abschluss eines Mobilfunkvertrages hoffe ich, dass wenigstens dieser Umstand nicht noch als “rechtssicher” durch die Instanzen geht.

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Schluss mit Vorratsdaten!

Diese Idee hatte ein Arbeitskreis und entschloss sich, eine Initiative zu gründen, über welche Personen mit dem Wunsch nach anonymer Kommunikation mit anderen Leuten ihre SIM-Karten tauschen können. Um die Möglichkeit eines finanziellen Schadens für den Geber der Karte auszuschließen, sendet man einfach eine mit 10 € geladene Prepaid-SIM ein und erhält eine (ebenfalls mit 10€ geladene) Sim-Karte zurück.

Das rechtliche Problem will man ebenso pragmatisch lösen. Da man als eingetragener Karteninhaber im Falle eines Rechtsbruchs durch den Empfänger nach dem Tausch durch die zuständige Polizeibehörde zum dem Fall befragt wird und man in diesem Fall sicher ziemlich schnell ins Schwitzen gerät, spendiert die Initiative noch eine Bestätigung, dass die Karte getauscht wurde. Das wäre soweit legal.

Zugegebenermaßen bin ich kein großer Freund der Vorratsdatenspeicherung – andererseits muss man sich schon fragen, was die Leute so besprechen, dass sie Angst vor einem Mitschnitt durch Behörden haben. Ein wenig drängt sich mir die Vermutung auf, dass beim Kartentausch fast nur Kriminelle teilnehmen, die sich dadurch unheimlich einfach eine SIM-Karte im rechtsfreien Raum organisieren. Das klingt ein wenig nach Alibiverschaffung vor der Tat. Ich wünsche allen, die ehrlich teilgenommen haben, dass Sie keinen Ärger damit haben werden.

Bei golem ist dazu heute zu lesen:

Gerade erst gestartet, hat der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung die Tauschbörse für SIM-Karten auch schon wieder geschlossen, wenn auch nur vorläufig. Als Grund nannten die Datenschützer, sie wollten “die Sicherheit der einzelnen Teilnehmer” noch erhöhen und so “Überwachung noch wirkungsvoller” verhindern.

Die Begründung ist leider nicht sonderlich konkret. Geschrieben wird dazu unter anderem hier, hier, hier und hier.

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Dual Sim

Samsung bringt demnächst ein echtes Dual-Sim-Gerät auf den Markt. Mit diesem soll der separate (und gleichzeitige) Betrieb zweier Simkarten möglich sein. Nachdem sich vor einigen Jahren Zubehörhersteller (mehr oder minder erfolglos) damit auseinandergesetzt haben, gibt es jetzt scheinbar eine praktikable Lösung. Die Möglichkeit, separate Profile pro Sim zu erstellen, soll gegeben sein – jedoch bleibt unklar, wie abgehende Dienste (schnell und komfortabel) einer Karte zugeordnet werden. Der Einsatz einer Dienst- und Privatkarte wird wohl die einzige brauchbare Anwendung sein – und selbst da bin ich mir nicht sicher, ob sich ausreichend Kunden finden lassen.