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Falschaussage und falsche Verdächtigung

Nachdem in letzter Zeit doch einige Details mehr über den angeblichen Erpressungsfall zu lesen waren, folgt die nächste: Der Anwalt des Jugendlichen, der sich in der Untersuchungshaft das Leben nahm, erstattet Strafanzeige gegen vier VZ-Mitarbeiter. Der Vorwurf laut “Bezichtigung einer Straftat”; sollte das mittlerweile in allen größeren Zeitungen in Auszügen gedruckte oder zumindest erwähnte Gesprächsprotokoll einer Echtheitsprüfung stand halten, dürfte es für die Mitarbeiter eng werden.

Der aktuelle Stand stellt das Geschäftsgebahren im Zusammenhang mit dem Vorfall in ein denkbar schlechtes Licht. Aus dem Vorwurf der Erpressung wurde das Angebot eines Schweigegeldes – was auch dadurch gestützt wird, dass der Jugendliche sich in die Geschäftsräume von VZnet begab und die Firma sogar seine Taxirechnung in Höhe von mehr als 500 € beglich. Auch die Aussagen des jungen Mannes, es habe sich um ein “Just4fun-Projekt” gehandelt lassen nicht auf ein erhöhtes Kriminalitätspotenzial schließen. Ebenso stützend dürfte der Umstand gewertet werden, dass er freiwillig und zu einem äußerst frühen Zeitpunkt seine Identität preisgab – ein Vorgehen, wie es bei einer klassischen Erpressung wohl eher selten der Fall sein dürfte.

Ein ähnlich gelagerter Fall ist mir nicht bekannt – ich vermute aber, dass die Geschichte noch ein deutliches Nachspiel haben wird. Für VZnet ist der Fall nicht gerade ein Glücksgriff – das Unternehmen hat in der Vergangenheit versucht, sein Image durch zurückhaltende Kommunikationspolitik sauber zu halten.

Via Spiegel.

Mehr zum Thema: VZnet-Erpressung war keine Erpressung, SchülerVZ: das Drama nimmt seinen Lauf, Datenpanne beim VZ – diesmal bei den Jüngsten.

VZnet-Erpressung war keine Erpressung

Nachdem schon kurz nach dem tragischen Selbstmord des mutmaßlichen Erpressers von VZnet deutliche Zweifel über eher kleine Kanäle geäußert wurden, scheint sich die Geschichte langsam zu formen. Tatsächlich handelte es sich offenbar ganz und garnicht um Erpressung sondern vielmehr um ein verhandeltes Schweigegeld in Höhe der medial kursierenden 80.000 €.

Da sich die VZ-Gruppe im Rahmen der Entwicklungen immer weniger zu dem Sachverhalt äußern möchte, kann man wohl davon ausgehen, dass der Vorwurf, der letztlich zur Inhaftierung führte, wohl so nicht hätte gehalten werden können.

More: Heise.

SchülerVZ: das Drama nimmt seinen Lauf…

Nachdem aus dem sozialen Netzwerk SchülerVZ Daten in beträchtlicher Größenordnung aufgetaucht waren, konnte in verhältnismäßig kurzer Zeit ein (vermeintlich) Schuldiger identifiziert und festgenommen werden.  Inwiefern es sich bei der festgesetzten Person tatsächlich um einen der vermeintlichen Datendiebe handelt und insbesondere ob der junge Mann in Zusammenhang mit dem Erpressungsversuch stand, mit dem die VZ-Gruppe konfrontiert war, ist bislang ungeklärt.

Tragischerweise hat sich der verdächtige (gerade 20 Jahre alte) Mann jetzt in der Untersuchungshaft das Leben genommen. Bereits bei Bekanntwerden hatte mich ja über die Datenschutzproblematik mit der Bemerkung geäußert, dass die Verantwortung nur zu Teilen dem Betreiber der Seite zugeteilt werden kann – jeder entscheidet selbst, wo er welche Daten preisgibt. Auch wenn eine Erpressung kein Kavaliersdelikt ist – und auch wenn Datendiebstahl nicht in die Kiste “Jungenstreich” geordnet werden sollte – die Nachricht über den Suizid finde ich schon tragisch.

Bei Netzpolitik wird der Vorfall in ungewohnter Kürze kommentiert:

Eine traurige Geschichte.

Mehr habe ich dem ansich nicht zuzufügen.

SchülerVZ: Festnahme nach Datenunfall

Nachdem letztens im SchülerVZ eine Sicherheitslücke identifiziert wurde, erfolgte heute die Festnahme eines Tatverdächtigen. Nach dem Skandal ist vor dem Skandal: jetzt gibt es mehrere Leute, die für sich eine Methode zur automatisierten Abfrage des Netzwerks beanspruchen (Link zur Story bei Netzpolitik). Die angebliche Herangehensweise ist im Prinzip identisch – ähnlich den Suchmaschinen-Bots (“crawlen“) werden die Profile besucht und die angezeigten Daten gespeichert. Dieses Vorgehen ist durch die Betreiber der Plattformen im Prinzip nicht zu verhindern – aktuell kommt ein Captcha zum Einsatz. Offen bleibt die Frage, nach wievielen Profilaufrufen man dieses zu Gesicht bekommen sollte.

Ich nehme an, die Architektur der Anwendungen SchülerVZ, StudiVZ und MeinVZ ähneln sich sehr, so dass es nicht verwunderlich erscheint, wenn Golem beiläufig über das automatisierte Auslesen der anderen zwei Plattformen berichtet.

Auch wenn der Aufschrei wieder riesig ist, ich bleibe bei meiner These von gestern: wer seine Daten nicht zufällig irgendwo wiederfinden möchte, darf sie nicht ins Netz stellen…

Datenpanne beim VZ – diemal bei den Jüngsten

Wieder einmal ist es virtuellen Einbrechern gelungen, sich in eines der VZ-Netzwerke einzuschleichen und eine nicht unerhebliche Menge Datensätze herauszuschleusen. Aktuell dürfte mit Hochdruck an der Erhöhung der virtuellen Sicherheit gearbeitet werden – derweil “kursieren” die gestohlenen Daten im Netz.

Ich probier einfach mal etwas neues: Datenschutz hin, Datenschutz her – IT-Sicherheit hier, Datenintegrität da, Vertraulichkeit dort – das Problem ist im Kern ganz einfach: es gibt keine 100%ige Sicherheit – Gesetze hier und Vorschriften da. Das klassische Katze-Maus-Spiel zwischen Anbietern von virtuellen Diensten und Hackern ist und bleibt aktuell.

Es hilft somit nur eines: Selbstbeherrschung im Umgang mit den eigenen, personenbezogenen Daten. Niemand ist gezwungen, sich in Sozialen Netzwerken durchsichtig darzustellen. Der Login ist nur eine “Scheinsicherheit” und auch die Features zum Verstecken von Daten sollte man wohl nicht allzu ernst nehmen.

Wie unsere Schüler mit der Herausforderung “personenbezogene Daten” umgehen, kann ich leider nur bedingt einschätzen – ich vermute die Neugierde und der Reiz der großen, digitalen Welt sind groß und das Bewusstsein für die eigenen Daten mäßig.

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