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Saisonbedingte Arbeitslosigkeit: Lehrer in der Klemme

Eine mir bis heute unbekannte Vorgehensweise war die Entlassung von Lehrern über die Sommerferien. Ich war leicht erstaunt über diesen Umstand, da es sich doch im Regelfall um Angestellte im öffentlichen Dienst handelt.

Abgesehen von den Vorurteilen des “Halbtagsjobs” und der ohnehin viel zu reichlichen Sommerferien habe ich mir schon des öfteren die Frage gestellt, warum es über diesen Zeitraum kaum sinnvolle Angebote gibt. Rein ökonomisch betrachtet ist die Entlastung der Staatskassen in diesem Punkt also erstmal nachvollziehbar – kein Mehrwert, keine Kosten.

Dabei wäre doch der Großteil der Eltern froh über Betreuungsangebote über die Ferien – gerade weil es nicht möglich ist, alle Schulferien mit eigenem Urlaub zu decken. Geht man vom Konzept des Frontalunterrichts weg und legt ein wenig Kreativität an den Tag, dürfte sich (als Nebeneffekt) das Klima zwischen Schülern und Lehrern deutlich verbessern.

Der Gedanke gefällt mir irgendwie – gerade weil es im Prinzip nur Gewinner gibt.

Gedankenstoß war der FAZ-Artikel “Sommerferien in der Arbeitslosigkeit”.

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Internet-Mobbing gegen Lehrer…

Heise schreibt heute über zunehmendes Mobbing gegen Lehrer über das Internet.

Internet-Mobbing von Lehrern sei inzwischen “an fast jeder weiterführenden Schule” zu beobachten. Es sei bisher nicht gelungen, wirksam dagegen vorzugehen, beklagt der Philologenverband und zielt damit auf die Mehrzahl der Bundesländer. Diese kämen ihrer Fürsorgepflicht für Lehrer nicht nach. Lediglich Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen hätten es geschafft, ein Netz von Ansprechpartnern und Hilfeleistungen für betroffene Lehrer aufzubauen. Der Philologenverband hatte im Juli vorigen Jahres ein schärferes Vorgehen gegen Internet-Mobbing gefordert.

Das ist schon kurios – ich finde es nicht gut, wenn Leute im Internet aufgrund hoher Anonymität diffamiert werden – andererseits bekommen Schüler auch Noten. Den Ansatz der freien Meinungsäußerung kann ich in diesem Zusammenhang grundsätzlich erstmal nur begrüßen. Es gelingt ja auch einer nennenswerten Zahl Lehrer, von ihren Schülern positive Bewertungen zu erhalten.

Vielleicht versucht man ja auch seitens der Kultusministerien (oder wer auch immer für Bildung und Bildungsqualität zuständig ist), diese kostenlosen(!) Informationen zugunsten einer Verbesserung auszuwerten. Das Geld, was momentan für sinnlose Studien mit vorhersagbarem Ergebnis ausgegeben wird, kann man auf diese Weise zielgerichteter verwenden.

Einfacher ist es natürlich, die Betreiber besagter Plattformen an die Wand zu stellen – das löst schon leichtes Kopfschütteln aus…

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Computer und Schule – passt das?!

Bei Golem wird über den Einsatz von Linux in den Schulen des Schweizer Kantons Genf berichtet und promt wird im Forum heiß diskutiert. Erstaunlich, wie unterschiedlich man dafür (und auch dagegen) argumentieren kann. Hier zwei Auszüge: (Link zum Thread)

Wir haben Microsoft Office 2000 und OpenOffice 2 drauf. Was wird am meisten genutzt? Richtig, Microsoft Office. Warum? Nun, es ist so, dass kein Lehrer sich mit OpenOffice “auskennt”. Also müssen die Schüler da schon selbst hinfinden. Und nein, wir glauben, dass man die Leute nicht zu ihrem “Glück” zwingen sollte. Würden wir z.B. nur noch Ubuntu installieren, würde niemand mehr diese Rechner benutzen. Lehrer sind – ich weiß, dass ich eine schmerzliche Lektion für alle, die meinen, sie hätten die totale Ahnung von Schule, weil man selbst ja mal vor 10 oder 20 Jahren da war – nicht verpflichtet und nicht aufgefordert, Computer zu benutzen. Sie sind nicht mal drauf angewiesen. Wenn ein Lehrer mit den Computern nicht klar kommt, benutzt er sie nicht. Da mag Ubuntu noch so toll und offen sein, es würde nicht benutzt werden ohne Schulung. Und Schulungen kosten. Und viele Lehrer würden sie nicht mitmachen.

Und geantwortet wird darauf:

Also unterstellst du, dass Lehrer generell zu faul sind, um was neues zu lernen? Es sind angestellte des Staates, wenn der Staat ihnen Ubunturechner vorsetzt, dann muessen sie damit arbeiten koennen (Ich rede von arbeiten, nicht vom administrieren. Und wer mit Windows zurecht kommt, der braucht zur Arbeit mit Linux 2 Stunden. Und da muss er lernen:
- Der Ausschalter ist woanders.
- Die Programme sind nach Kategorien sortiert. )
So sehe ich das…
Nun mag die reele Rechtsprechung ein bisschen anders aussehen, aber ich finde durchaus, dass man auch von einer 50-Jaehrigen Deutschlehrerin erwarten kann, dass sie lernt, wo bei Ubuntu/OpenSuse/Mac/Wo-auch-immer Das PowerPoint Programm, das Internet und die Textverarbeitung ist. Denn mehr tools werden von nicht-technischen Faechern ja nahezu nie verwendet.

Was ist die (blogbare) Moral von der Geschicht? Es gibt anscheinend massiv Gesprächsbedarf. Mein Gefühl lässt mich vermuten, dass man auf die Veränderung der medialen Landschaft nicht oder nicht ausreichend eingestellt ist. Es reicht eben nicht, wenn man ein Zimmer mit PCs vollstellt und wartet, bis die Lehrer Mut gefasst haben, diese Möglichkeit in den Unterricht einzubauen.

Es wäre wünschenswert, dass Kinder in der Schule einen sinnvollen Umgang mit neuen Medien erlernen könnten. Um dem “Hauptargument” zu begegnen: das Internet ist nicht nur Gewalt und Porno – im Gegenteil. Es gibt sogar Leute, die viel Zeit und Kraft investieren, Inhalte für die Jüngeren bereitzustellen. Die Verteufelung der Wikipedia als Quelle für Vorträge (im schulischen Rahmen) ist ebenso schwerlich nachzuvollziehen. Für Schüler dürfte das die einfachste und anschaulichste Quelle darstellen, die es momentan gibt. In einem Buch funktionieren leider keine Shortcuts wie Strg-F.

Für Interessierte wäre ein Besuch der Kindersuchmaschinen BlindeKuh und HellesKöpfchen empfehlenswert. Beispielhaft sei die Seite für optische Täuschungen notiert.

Fazit: Ich meine, mit altersgerecht aufbereiteten Informationen kann man die jungen Leute aus dem Hause locken – und ihnen zeigen, dass PC und Schule zusammenpassen – und ihnen das Internet als riesigen Informationsspeicher (und nicht nur Gewalt, Porno und Spiele) nahebringen.