rettungspaket Archiv

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Vom Drucken und Verbrennen…

Betrachtet man den den Wertpapierhandel der letzten Zeit kombiniert mit den politischen Aktivitäten der europäischen “Big Player” wie auch derer in Griechenland und bedenkt man, dass es in einem beliebten deutschen Urlaubsland – Griechenland – zu bürgerkriegsähnlichen Szenen kam, kommt man schnell zu dem Schluss, dass etwas passieren musste.

Nach dem Rettungspaket für Banken kommt nun also der Rettungsschirm für Länder. Dass das Vertrauen in die Liquidität einiger Länder verloren war, kann man unstrittig dem heutigen Kurssprung in Folge der Verkündung des 750 Mrd. € Pakets entnehmen (Screenshot: onvista.de).

Die Ansage ist klar “Der Euro wird verteidigt – koste es was es wolle”. Die ersten Hedge-Fonds waren in letzter Zeit in den Zock um den Euro-Untergang eingestiegen und hatten mit kräftigen Investments in fallende Euro-Kurse die Bewegung höchstwahrscheinlich noch beschleunigt. Ob das jetzt beschlossene Paket geeignet ist, den Euro über die nächsten Jahre zu heben, wird – wie so oft – die Realität zeigen :-)

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Wirtschaftskrise? Packen wir’s an!

Während sich die Politlandschaft hierzulande in den Wahlkampf stürzt und sich somit die Handlungsfähigkeit nimmt, wird andernorts gehandelt. Dass es sich um eine für das Finanz- und Gesellschaftssystem gefährdende Situation handelt – einfach weil der Grundpfeiler, Wirtschaftswachstum, wegbricht – lässt den FDP-Vorschlag einer vogezogenen Wahl durchaus charmant erscheinen. Warum soll der Wähler in Zeiten des Umbruchs nicht entscheiden dürfen, wohin die Reise geht? Vielleicht kämen dann zumindest Konzepte auf den Tisch.

Am gestrigen Tage wurde nun die Gründung der “Bad Bank” durch US-Präsident Barack Obama verkündet – ein Konzept, welches es den Banken ermöglichen soll, ihre vergifteten Depots auszumisten. Für dieses Vorhaben stellt das Weiße Haus 1.000 Mrd US-$ zur Verfügung – die Bedingung ist jedoch die 50%ige Beteiligung von Investoren. Im Klartext: der Anleger kann sich jetzt wertloses Papier ins Depot legen und zahlt lediglich die Hälfte des Buchwertes dafür. Etwas unschlüssig bin ich mir hinsichtlich der Umsetzung – Kleinanleger scheiden aus, da sie sehr ähnliche Papiere gehandelt haben und im Zuge der Lehmann-Pleite den einen oder anderen Dollar verloren haben. Bleiben also noch die “Großen”, die einen “Ringtausch” ihrer Papiere unter Nutzung der Staatshilfe tätigen können und den Verlust somit halbieren. Dass in der jetzigen Zeit jemand frisches Kapital in die abgewracktesten Papiere am Markt pumpt entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Was passiert also? Bank A kauft von Bank B im Wert von meinetwegen 1 Mrd $ toxische Papiere und umgekehrt – beide haben sich “in den Markt getraut” und räumen 50% beim Steuerzahler ab – geändert hat sich jedoch an der Situation nichts. Man hätte also auch einfach eine Kapitalspritze tätigen können.

Weiterhin war zu vernehmen, dass Ben Bernanke – Notenbankchef in den USA – das Problem aktiv lösen möchte. Da die Finanzierung des Staats wohl über einen kürzeren Zeitraum nicht mehr steht, da weltweit niemand Interesse an amerikanischen Staatsanleihen hat, wird Geld gedruckt. Die Hemmschwelle sinkt damit auch für andere Länder – und vor dem Hintergrund der Währungsbewegungen dürften diese mitziehen müssen. Als Exportnation werden wir wohl auch dazugehören – wird der Dollar im Vergleich zum Euro zu schwach, kommt der Export zumindest in die USA vollständig zum Erliegen. Die Kausalkette endet für dieses Szenario in einer Inflation, die auch den einzigen logischen Ausweg aus einem System darstellt, dass aus Schuldenbergen besteht, die sehr wahrscheinlich nie beglichen werden können. Vermutlich weiß Ben Bernanke über über mögliche Wirkungen besser Bescheid – als ehemaliger Verfechter von Währungsstabilität greift er hier zu Mitteln, die das Gegenteil bewirken dürften.

Es ist wohl die Wahl zwischen Pest und Malaria – zwischen dem Versuch der Rettung in dieser Finanzmarktordnung mit stetig kürzer werdenden Krisenzyklen und einem Reset des Systems durch Inflation. Viele Bekannte gibt es in den Prognosen nicht – bleibt also die “Trial-and-Error-Methode” – der Versuch macht schlau.

Interessant sind auch die Investitionsstrategien aus Abu Dhabi. Mit extremem Nachdruck arbeitet man dort daran, Barmittel in “harte Werte” umzusetzen – eine Chipfabrik hier – eine Beteiligung an Daimler da.

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1,5 Billion Dollar – that’s it!

Timothy Geithner – Finanzminister der neuen Regierung um Barack Obama – holt zum ersten Rundumschlag aus. Neben einer bitteren Analyse über die Wirksamkeit der bisherigen Staatshilfen kündigt er weitere Maßnahmen an. Diese sollen in Summe einen Umfang von irreellen 1.500 Mrd. US-$ besitzen und eine Sonderform der Bad Bank beinhalten.

Der Staat wird nicht wie von einigen spekuliert in alleinige Vorkasse gehen und faule Papiere zu Lasten der Steuerzahler kaufen. Stattdessen sind Köder geplant, die private Investoren in genau diese Risikopapiere locken sollen. Es handelt sich hierbei ganz sicher nicht um Frau Müller von eben um die Ecke – ich vermute, dass sich finanzstarke Konstrukte ganz gezielt mit der Bewertung und Analyse der Papiere befassen und sich die Filets herauspicken. Nicht alles, was aktuell unter dem Prädikat “völlig wertlos” verbucht wird, ist es auch in der Realität.

Ziel ist die Stabilisierung der Banken – die Versorgung dieser mit einem ausreichend hohen eigenen Mittelbestand ohne das “Laster von Gestern” und damit die Lösung des Kreditknotens. Möge es gelingen.

Eine Frage drängt sich mehr und mehr auf: wer soll jemals für diese immensen Positionen aufkommen? Wohl niemand – scheinbar rechnen alle Entscheider fest mit einer klärenden Inflation…

Die Reaktion der Börse: DAX -3,5%; MDAX -3,7%; TecDAX -2,5%.

More bei Spiegel, FAZ.

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Hilfe für amerikanische Autobauer steht

Nach langen Verhandlungen und dem letztlich im Kongress gescheiterten Entwurf zur Rettung der amerikanischen Automobilindustrie kommt nun doch die helfende Hand vom Staat. Die schwer krisengeschwächten Konzerne General Motors und Chrysler werden im Rahmen eines Notkredits Hilfen in Höhe von 17,4 Mrd. US-$ erhalten. Das ist definitiv ein sattes Pfund, was in seinem Ausmaß im Verhältnis zum Rettungspaket für die Finanzbranche in Höhe von 700 Mrd. US-$ allerdings deutlich an Wucht verliert. Genau aus diesem Topf werden die Kredite auch ausgezahlt – bis Januar immerhin 13,4 Mrd. $, um die Liquidität sicherzustellen und die Insolvenz zu vermeiden sowie die verbleibenden 4 Mrd. $ im Februar.

Die Einwände dagegen scheinen allerdings nicht aus der Welt gekehrt, sind die Restriktionen doch eher auf Managerbestrafung als auf die Ausrichtung der Geschäfte auf die Zukunft gemünzt. Die Führungsetagen müssen vorerst auf Dividenden verzichten und sich auf Gehaltsbegrenzungen einstellen.

Die deutsche GM-Tochter Opel steht weiterhin in Verhandlung mit Regierungskreisen. Ich persönlich vermute ja einen baldigen Verkauf – ob ein liquider und zuverlässiger Interessent zur Verfügung steht, wird allerdings (noch) nicht verraten.

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Deutsche Bank benötigt keine Hilfe

Nach den Spekulationen der letzten Tage hat sich Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann abermals klar und deutlich zum Rettungspaket geäußert:

Wir werden aus heutiger Sicht nicht mitmachen, weil wir ja stark sind.

und:

Ich verstehe die Diskussion überhaupt nicht. Ich bin dankbar, dass wir das Geld für die einsetzen können, die es nötig haben. Und die anderen, die es mit allen Mitteln versuchen, es eigenständig zu machen, die sollten doch nicht kritisiert werden.

Tatsächlich ist dieses Vorgehen weder falsch noch verwerflich – weder für die Bank noch für den Steuerzahler. Dem entgegen steht die Regierungsmeinung, die die Zwangshilfe (nach englischem Vorbild) prüft – dennoch ablehnt. Die Gedanken des freien Marktes an dieser Stelle zu kippen wäre wohl auch nicht der optimale Weg.

Dass in der Wirtschaft auf Grund der Geldverknappung folglich auch weniger Kapital ankommt, kann dennoch kritisch betrachtet werden. Im Detail würde mich das Vorgehen bei Kreditvergaben dann doch interessieren. Unterscheidet sich die Vergabe bei der Deutschen Bank von anderen Banken – speziell in der aktuellen Situation – im Vergleich zu Instituten, welche die staatlichen Hilfen angenommen haben?

Mehr dazu in der FAZ.

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Nehmen oder doch nicht nehmen?

Im Interview verkündet Peer Steinbrück heute, dass es Gespräche mit diverse Banken um die Annahme des Rettungsangebots gegeben habe. Unter den vier bis fünf Interessenten seien demnach auch Institute, die bisher in der Öffentlichkeit eine ablehnende Kommunikationsstrategie verfolgten. In den Fokus der Spekulationen rückt die Deutsche Bank. Ob Josef Ackermann diesen Schritt schadlos machen kann, darf man bezweifeln – war er doch unlängst noch der Meinung, dass man sich für die Inanspruchnahme “schämen” müsse.

In Amerika haben unterdessen 33(!) Institute auf staatliche Hilfeleistungen zurückgegriffen – hierzulande beschränkt sich die Unterstützung bislang auf einige Landesbanken.

Via FAZ.