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Der Rettungsplan für Opel

Der heutige Tag soll Klarheit schaffen – vor allem über die Perspektiven der Adam Opel AG. Der Aufsichtsrat lässt sich seit 11.00 Uhr über die Pläne des Vorstandes informieren – 15.00 Uhr darf dann der Rest der Welt daran teilhaben. Derweil wird an den Opelstandorten demonstriert – für die Marke mit dem Blitz und vor allem für die bundesweit 26.000 Arbeitsplätze.

Selbst Kanzlerkandidat Steinmeier ließ es sich nicht nehmen, in beinahe rüdem Tonfall den Arbeitern zur Seite zu stehen – in beinahe gewerkschaftlicher Manier polterte er in Rüsselsheim von der Empore. Die FAZ verweist freundlich auf Ex-Kanzler Schröder, dessen Spezialität diese Art Auftritte bekanntermaßen war.

Über den wirklichen Kapitalbedarf wird aktuell lediglich gemutmaßt – zwischen drei und neun Milliarden Euro scheint alles möglich. Darüber hinaus steht das (wenn ich das richtig erkenne einzige ostdeutsche Werk) in Eisenach zur Disposition. Möglicher Käufer könnte der schwäbische Hersteller Mercedes-Benz werden, wobei mir verborgen bleibt, warum man in der aktuellen Situation die Kapazitäten vergrößern sollte. Auch dieses Thema fällt somit unter “Spekulation”.

Wie bereits gestern bekannt wurde, scheint es Uneinigkeit über die Besitzstände an Produktionsanlagen und Know How zu geben. Die Patente hat das Unternehmen an GM abgetreten – und damit eine große Einnahmequelle. Ob sich die Produktionsanlagen noch im Besitz der Rüsselsheimer befinden, weiß scheinbar nicht mal das Management. Für Anlagen wie auch Patente scheint zu gelten: bekommt sie Opel nicht, sieht es finster aus. GM wird jedoch kaum ohne Gegenwert darauf verzichten – in einer so komfortablen Position befindet man sich aktuell wirklich nicht.

Bis heute nachmittag bleibt es also spannend – dann wird der Sack geöffnet.

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Das berühmte Fass ohne Boden

… scheint momentan die HRE. Weitere 10 Mrd. € Sicherheitsbedarf wurden beantragt, um das Geschäft nicht sterben zu lassen.

Die Sicherheiten belaufen sich nun auf 102 Mrd. € – bei einem Geschäftsvolumen von 400 Mrd. € sind das stattliche 25%. Der Anteil am Rettungsfond “Soffin” beträgt mit 52 Mrd. € nicht unerhebliche 10%.

Darf man fragen, ob die Bank neben höchstspekulativen Anlagen auch am normalen Geschäftsverkehr teilgenommen hat?

Einem staatlichen Einstieg steht der amerikanische Großinvestor Flowers im Weg, der 25% der Bank sein Eigen nennt. Ein Verkauf in der jetzigen Situation scheint jedoch extrem unwahrscheinlich, da der Verlust bei einem Einstiegskurs von 22,50€ und aktuell einer Notierung von 1,29 € dem Totalverlust ähnelt.

Eine Insolvenz ist und bleibt trotz Allem unwahrscheinlich, da sie vom Ausmaß der Katastrophe um die amerikanische Bank Lehman Brothers ähnlich wäre.

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Hypo Real Estate mit weiterem Geldbedarf

Die schwer getroffene Bank Hypo Real Estate (HRE) ist auf weitere Staatshilfen angewiesen. Die Vermutung, dass noch lange nicht alle “faulen Anlagen” der Banken identifiziert und glattgestellt sind, wird damit weiter untermauert.

Im Falle der HRE werden weitere 12 Mrd. € Bundesbürgschaften aus dem Rettungsfonds Soffin bereitgestellt, so dass die Gruppe mittlerweile auf 40 Mrd. € “hockt”. Das wären fast 10% des Gesamtumfangs des Rettungstopfes.

Darüber hinaus wurden erst im Herbst Hilfen in Höhe von 50 Mrd. € gewährt. Ich vermute, kein Investor der Welt hätte an einem derartigen Geschäft Interesse. Ob der Bund noch einsteigt, ist weiterhin offen – bezahlt ist die Bank mittlerweile allemal.

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Wo ist Geld sicher? Commerzbank + Dresdner Bank

Hätte der Deal unter realwirtschaftlichen Bedingungen auf dem Frankfurter Parkett stattgefunden, wäre der Medienrummel ähnlich groß gewesen – die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank ist finanziell nicht mehr durchführbar, so dass der Staat zu Hilfe eilt und mit 25% plus einer Aktie in das Konstrukt einsteigt. Damit ist der Steuerzahler im Besitz einer Sperrminorität.

Die nüchternen Fakten hören sich wenig befriedigend an – hinter den Risikoaktiva der Commerzbank in Höhe von ca. 200 Mrd. € sowie in Höhe von ca. 100 Mrd. € bei der Dresdner Bank verbergen sich ganz offensichtlich noch viel höhere Risiken als bisher angenommen.

Die Notbremse in Form des staatlichen Einstiegs kostet vorerst 18,2 Mrd. €, was gute 35% des ursprünglich geplanten Konjunkturpakets in Höhe von 50 Mrd. € ausmacht. Darf man die Frage stellen, ob diese Maßnahme wirtschaftlich völlig an der Realität vorbeigeht? Oder darf man fragen, ob die einst 50 Mrd. € “Konjunkturpaket” für die Medien und zum Schmunzeln kommuniziert wurden?

Die Steuerschätzung für dieses Jahr besagt Einnahmen in Höhe von ca. 554 Mrd. €. Abgesehen von der Tatsache, dass eine Summe von mehr als 1,5 Mrd. € täglich(!) nicht reicht, um die Staatsausgaben zu decken, beläuft sich das Rettungspaket allein schon in dieser Höhe. Wer mehr Kritisches lesen möchte, ist beim FAZ-Kommentar zur Commerzbank-Thematik richtig.

Wie ich gerade so über die Zahlen nachdenke, kommt mir die Rettung der 3000 Dresdner Arbeitsplätze bei Qimonda wie ein Schnäppchen vor (von dem die Bundesregierung gern Abstand nimmt). Im Kontext der Commerzbank-Katastrophe handelt es sich um Nachkommastellen…

Etwas Gutes hat die Angelegenheit doch, womit der Bogen zur Überschrift gespannt wäre: Kunden der Commerzbank und der Dresdner Bank brauchen sich um Ihre Einlagen nicht zu fürchten – es gelten in abgewandelter Form Norbert Blüms Worte.

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Qimonda-Rettungspaket steht

Nach dem Hin und Her inklusive gescheiterter Verhandlungen steht jetzt das Rettungspaket für Qimonda, welche hier in Dresden ein Werk mit aktuell noch ca. 3000 Mitarbeitern betreiben. Auch wenn es für 950 Mitarbeiter nicht reichen wird, ist es für die verbleibende Belegschaft ein Lichtblick.

Gelder kommen in Form von Krediten von:

  • Freistaat Sachsen (150 Mio. €)
  • Portugiesische Investitionsbank (100 Mio. €)
  • Infineon (75 Mio. €)

Interessant wird weiterhin der Preisverlauf für Speicher sein, der getrieben durch schnelle Technologiewechsel und scheinbar auch Überproduktion in eine Spirale geraten ist.

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