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Vom Drucken und Verbrennen…

Betrachtet man den den Wertpapierhandel der letzten Zeit kombiniert mit den politischen Aktivitäten der europäischen “Big Player” wie auch derer in Griechenland und bedenkt man, dass es in einem beliebten deutschen Urlaubsland – Griechenland – zu bürgerkriegsähnlichen Szenen kam, kommt man schnell zu dem Schluss, dass etwas passieren musste.

Nach dem Rettungspaket für Banken kommt nun also der Rettungsschirm für Länder. Dass das Vertrauen in die Liquidität einiger Länder verloren war, kann man unstrittig dem heutigen Kurssprung in Folge der Verkündung des 750 Mrd. € Pakets entnehmen (Screenshot: onvista.de).

Die Ansage ist klar “Der Euro wird verteidigt – koste es was es wolle”. Die ersten Hedge-Fonds waren in letzter Zeit in den Zock um den Euro-Untergang eingestiegen und hatten mit kräftigen Investments in fallende Euro-Kurse die Bewegung höchstwahrscheinlich noch beschleunigt. Ob das jetzt beschlossene Paket geeignet ist, den Euro über die nächsten Jahre zu heben, wird – wie so oft – die Realität zeigen :-)

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Stadt Dresden rettet Dynamo vor der Insolvenz

So oder so ähnlich soll es sein. Der seit Jahren angeschlagene Club im neuen Stadion leidet (vermutlich nicht nur aber spürbar) unter den finanziellen Zusatzbelastungen und kann sich mit der Stadt Dresden auf einen verlässlichen Partner verlassen.

Zusätzliche 1,2 Mio. € sowie das strategische Commitment, den Club auch in Zukunft (und damit in erster Linie bei der Lizenzbeantragung) nicht hängen zu lassen verhindern somit (vorerst) das Aus. (Via SZ)

In diesem Sinne: “Sport frei” und einen guten Wochenstart!

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Koalitionsverhandlungen im Fokus: Hartz IV

So einig wie vor der Wahl sind sich die “Wunschpartner” CDU und FDP seit Beginn der Koalitionsverhandlungen nicht mehr. Die kritischen Themen, mit denen man an der einen oder anderen Stelle doch sehr rigoros in den Wahlkampf gegangen ist, werden jetzt zum Problem. Da wären seitens der CDU die Pläne zur Beibehaltung des Gesundheitsfonds und seitens der FDP die Ankündigung von Steuersenkungen als Diskussionspunkte zu nennen. Dass das zähe Ringen um die eigenen Stellungen medial nicht noch mehr verfrühstückt wird, verwundert schon ein wenig.

Um so erstaunter war ich, als mir die Ankündigung zur Anpassung der Konditionen für Hartz-IV-Empfänger unter die Augen kam. Das leidige Thema, von dem selbst der Namensgeber nichts mehr hören will, hatten die meisten vermutlich nur sekundär auf dem Radar – in der Tat ist dies allerdings ein Punkt der Nachbesserungen bedarf. Auch wenn er vermutlich als mediales Ablenkungsmanöver herhalten muss, kurz die Eckpunkte:

  • Erhöhung des “Schonvermögens” von 250 auf 750 € pro Lebensjahr
  • Sicherung von Wohneigentum

Vom Leitspruch des angestrebten Koalitionspartners FDP “Leistung muss sich lohnen” ist das Vorhaben zwar deutlich entfernt – umso erfreulicher, dass man offensichtlich bereit ist, um die Ecke zu denken. Bedenkt man, dass soziales Elend Kriminalität und Kriminalität allgemeine Unzufriedenheit bedingt, kann ich den Vorstoß nur begrüßen.

Apropos mediales Ablenkungsmanöver: erstaunlich, wie preiswert die Maßnahme sein soll: für schlappe 300 Mio. € hat man den Menschen Gutes getan. Vergleicht man die milliardenschweren Ankündigungen im Wahlkampf und erst recht die gigantischen Aufwände (und Bürgschaften) für das Bankensystem würde ich mich für regelmäßigere Debatten zum oft gescholtenen sozialen Netz aussprechen.

Noch eine kleine Zahlenspielerei: ungefähr 300 Mio. € fehlten vor einem knappen Jahr einer irischen Bank – der Anfang einer fatalen Entwicklung im irischen System. Wenn ich nun bedenke, dass allein die HRE mit Bürgschaften von aktuell 90 Mrd. € plus Option auf weitere 10 Mrd. € am Leben gehalten wird, muss ich mich setzen, damit mir nicht schwindelig wird.

Ich bleibe gespannt, wie sich die Gespräche entwickeln und nehme an, der Moment an dem weißer Rauch aufsteigt wird kommen.

More: FAZ.

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Rückt die Rettung näher?

Ungeachtet aller Einwände mehren sich die Fürsprecher der “chinesischen” Variante. Demnach könnte das Staatsunternehmen Inspur einsteigen – und damit zumindest einen Teil der Arbeitsplätze erhalten. 12 Tage vor Abschaltung der Produktionsanlagen wird der Druck auf alle Beteiligten größer und größer. Sachsens Regierung schließt eine Beteiligung nicht mehr aus – mehrere Hunder Qimonda-Angestellte zelebrieren bei der Bundesagentur für Arbeit einen “Einmarsch”.

Nach dem Ausschluss einer Staatsbeteiligung bringt Wirtschaftsminister Thomas Jurk eine weitere Möglichkeit ins Spiel: statt der bisher diskutierten 20% könnte der Freistaat sich mit 25,1% auch eine Sperrminorität am Unternehmen sichern. Gleichwohl ist die Unsicherheit über die Möglichkeiten der Politik in wirtschaftlichen Fahrwassern – gerade in Krisensituationen – groß.

Via SZ, Golem.

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Qimonda-Rettung in letzter Sekunde?

Nachdem bei Heise gestern schon zu lesen war, dass seitens des chinesischem (Staats)Unternehmens Inspur Interesse an Qimonda besteht, ist dies heute auch in der Lokalpresse zu finden.

Noch ist die ganze Wahrheit nicht raus – gemunkelt wird jedoch um einen Einstieg unter der Bedingung, dass sich der Freistaat Sachsen (alternativ der Bund?) mit 20% beteiligen. Dieses Vorgehen könnte die Fördertöpfe öffnen, ohne die Unternehmen in der Speicherbranche aktuell nicht oberhalb der Verlustgrenze arbeiten können.

Michael Jaffé’s Vorschlag ist ein Investment in Höhe von 48% durch Inspur – 20% durch den Freistaat und weitere 14% durch Portugal. Summiert ergeben sich 82% – die verbleibenden 18% könnten in den Händen der Gläubiger aufgehen.

Abgesehen davon, dass der Freistaat direkte Beteiligungen bisher schroff zurückwies, steht die Frage nach dem Technologietransfer im Raum. Die “Buried Wordline”, mit der Qimonda den Durchbruch schaffen wollte, scheint das Interesse auf sich zu ziehen – ob es die Produktionsanlagen und die Mitarbeiter in Dresden und Portugal auch tun, bleibt vorerst unklar. In Anbetracht des engen Zeitfensters, welches durch extrem knappe Mittel bleibt, ist jedoch nicht davon auszugehen, dass seitens Qimonda die Möglichkeit zur Wahl besteht.

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Über Misswirtschaft und Patente – Opel in der Klemme

Nach dem lauten Poltern um die geplante Eigenständigkeit des Autobauers Opel folgt nun die Ernüchterung. Als am 26. Februar dieses Jahres die Schlagzeile “Opel besitzt die eigenen Patente nicht mehr” zu lesen war, konnte man sich nicht vorstellen, dass selbst General Motors nicht mehr frei darüber verfügen kann:

[...] ist General Motors nicht mehr im Besitz der Patente seiner deutschen Tochterfirma Opel. GM habe die Patente als Sicherheiten an das amerikanische Finanzministerium abgegeben, um Hilfen der der Regierung in Milliardenhöhe zu erhalten [...] Die mögliche Rückübertragung von Patenten auf Opel spielt eine Rolle im Sanierungsplan der Manager. [...]

So wird das Rettungskonzept als “desaströs” kommentiert, was die Stimmung bei Opel selbst und im Umfeld kaum heben dürfte. Die Staatshilfe in Höhe von 3,3 Mrd. € dürfte damit in weite Ferne gerückt sein. Dass GM über einen längeren Zeitraum Gelder an Opel fließen lässt ist ebenso unwahrscheinlich, ließ das Unternehmen doch letztens verlauten, dass man die Einleitung eines Verfahrens zum Gläubigerschutz (Insolvenz) für eine gangbare Lösung hält. Zweifel des GM-Managements an der Nachhaltigkeit des eigenen Geschäftsmodells runden die Situation ab.

Der Vergleich zum Bankensektor sei an der Stelle erlaubt. Da wurde Hals über Kopf ein Topf in Höhe der Gesamtsteuereinnahmen eines Jahres geschaffen. Vergabekriterien? Vor dem Hintergrund der HRE schwer identifizierbar. Risikomanagement? Fehlanzeige. Im Verhältnis sind die Rettungspakete für die Unternehmen eine echte Lachnummer. Die Dominoeffekte mögen keine Verwerfungen am Finanzmarkt zur Folge haben – dafür werden sie am Arbeitsmarkt sichtbar. Ich bin gespannt, welch haarsträubende Logiken im “Superwahljahr” aufgetischt werden. Lassen wir uns einfach mal die Taschen füllen…

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