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Tour de France? War gestern…

Auf wackeligen Doping-Beinen fuhr die Tour dieses Jahr noch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen – den seltenen Diskussionen über das Thema folgend allerdings schon auf Sparflamme. Ab 2009 wird selbst das nicht mehr der Fall sein – die TV-Stationen steigen (aus der Liveberichterstattung) aus. Damit nimmt die Tragödie um einen Sport, der schließlich keiner mehr war, seinen Lauf. In Folge der Ankündigung des Ausstiegs wurde die Deutschlandtour abgesagt. Wie es generell mit der traditionsreichen Frankreichrundfahrt weitergehen wird, steht noch aus – eine Existenz ohne mediales Interesse ist allerdings kaum vorstellbar.

Gründe sind schnell gefunden: Doping, Skandale, fehlendes Interesse…

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Tour de France – folgt jetzt das Aus?

Auch die Tour 2008 wird von Doping-Fällen überschattet – umso schlimmer, dass es diesmal noch den Eindruck macht, als würden die Fahrer bewusst auf “Dummfang” gehen. Das Präparat CERA (EPO) ist neu auf dem Markt und damit liegt die Vermutung nahe, dass dieses nicht entdeckt wird.

Diese Rechnung haben die Fahrer allerdings ohne die Mediziner und Chemiker der Anti-Doping-Kontrollinstanz gemacht. Nein, man bleibt auch bei der Verwendung von Neuentwicklungen nicht unentdeckt.

Tragisch ist die Einstellung der Zuschauer zum Thema – bis zum Ruf nach Legalisierung von Doping ist alles schon gefordert worden. Dass die Verwendung derartiger Mittel neben der (eher kurzfristigen) Steigerung der Leistungsfähigkeit des Körpers auch gravierende Nebenwirkungen haben kann, beweißt der Fall von Marco Pantani.

Sandro Donati (Mitglied Anti-Doping-Kommision) deutet desweiteren darauf hin, dass dies nach wie vor keine Einzelfälle sind. Seine Schlussfolgerung fällt für das gesamte Feld verhältnismäßig negativ aus (FAZ):

Glauben Sie, dass die Konkurrenten von Ricco nichts nehmen?

Meiner Meinung nach ist dem Radsport an dieser Stelle kaum noch zu helfen. Die Verantwortlichen verweisen auf Dopingfälle kurz nach Start der Tour im Jahr 2004 – das ist weder Begründung noch Entschuldigung. Mittlerweile dürfte es kaum noch jemanden interessieren, wenn die Zeiten für die Absolvierung der Etappen steigen sollten – allemal besser als Fahrer, die mit fremdem Blut und “Beschleuniger” unfair und dadurch überlegen gewinnen.

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Die Spritztour rollt wieder…

Nachdem die mediale Katastrophe letztes Jahr zur Tour de France zum Ausstieg einiger großer Sponsoren geführt hat und (gefühlt) das halbe Feld mit diverse Mittelchen nachgeholfen hat, wollte man den Neustart wagen – vergebens.

Die Töne waren hoch und laut – scharfe Kontrollen und proaktive Anti-Doping-Maßnahmen sollten den Fahrern die Lust am Schummeln nehmen. Heute wird bekannt: der erste Dopingfall der Tour 2008 ist amtlich: der Spanier Manuel Beltrán hat sich des Blutdopingmittels EPO bedient. Die B-Probe steht noch aus – wenn ich mich allerdings recht erinnere ist das eher eine Formalie.

Weitere 20(!) Fahrer wiesen schon vor dem Tourstart auffällige Blutwerte auf. Meine Herren – muss das denn sein? Ist das Fernsehen erstmal weg, ist es um den Radsport ganz geschehen. Ob das allerdings in Betracht kommt, kann ich nicht beurteilen.

Via FAZ.