qimonda Archiv

2

Der Letzte macht das Licht aus…

Erschreckend aber wahr: nach der Qimonda-Pleite stiegen die Speicherpreise – und zwar nicht nur im Cent-Bereich. Nach der Ankündigung eines Insolvenzverfahrens dürften die meisten der einst 4000 Mitarbeiter noch auf eine gemäßigte Lösung gehofft haben – Sparmaßnahmen, Effizienzsteigerungen und Erhalt der Marke. Michael Jaffé wurde als Insolvenzverwalter eingesetzt und wollte / sollte die Wende schaffen.

In diesen Tagen gibt es nun vermutlich die letzten News über Qimonda zu lesen: die Verwertung der Insolvenzmasse brachte bisher 110 Mio. €. Die Summe klingt erstmal reichlich, bedenkt man allerdings das Milliardengeschäft, was sich hinter dem Namen verbarg, sind es wohl Peanuts. Immerhin kann sich Michael Jaffé dafür feiern lassen, während sich die ehemaligen Angestellten um den Verkauf des verbliebenen Inventars kümmern.

Während wir die Türen schließen, freuen sich nicht nur die Hersteller weit im Osten – dort kann man nun beginnen, die extreme Subventionierung zurückzufahren.

Schlagwörter: , ,
0

Qimonda: Ab 01.04. noch 500 Arbeitnehmer

Ab 01.04.09 wird die Produktion am Dresdner Qimonda-Standort auf Null zurückgefahren. Für die Weiterentwicklung der Burried Wordline sowie Wartungsmaßnahmen an den Anlagen werden dann von den ehemals 2800 Angestellten nur noch 500 benötigt. Alle weiteren Beschäftigten wechseln in eine Transfergesellschaft – für den Fall, dass doch noch ein Investor gefunden wird könnten sie direkt wieder einsteigen.

Die Höhe der Gehälter in der Transfergesellschaft wurde noch nicht kommuniziert wenngleich der Kapitalbedarf mit 14 Mio. € bekannt und gedeckt ist.

0

Rückt die Rettung näher?

Ungeachtet aller Einwände mehren sich die Fürsprecher der “chinesischen” Variante. Demnach könnte das Staatsunternehmen Inspur einsteigen – und damit zumindest einen Teil der Arbeitsplätze erhalten. 12 Tage vor Abschaltung der Produktionsanlagen wird der Druck auf alle Beteiligten größer und größer. Sachsens Regierung schließt eine Beteiligung nicht mehr aus – mehrere Hunder Qimonda-Angestellte zelebrieren bei der Bundesagentur für Arbeit einen “Einmarsch”.

Nach dem Ausschluss einer Staatsbeteiligung bringt Wirtschaftsminister Thomas Jurk eine weitere Möglichkeit ins Spiel: statt der bisher diskutierten 20% könnte der Freistaat sich mit 25,1% auch eine Sperrminorität am Unternehmen sichern. Gleichwohl ist die Unsicherheit über die Möglichkeiten der Politik in wirtschaftlichen Fahrwassern – gerade in Krisensituationen – groß.

Via SZ, Golem.

0

Qimonda-Rettung in letzter Sekunde?

Nachdem bei Heise gestern schon zu lesen war, dass seitens des chinesischem (Staats)Unternehmens Inspur Interesse an Qimonda besteht, ist dies heute auch in der Lokalpresse zu finden.

Noch ist die ganze Wahrheit nicht raus – gemunkelt wird jedoch um einen Einstieg unter der Bedingung, dass sich der Freistaat Sachsen (alternativ der Bund?) mit 20% beteiligen. Dieses Vorgehen könnte die Fördertöpfe öffnen, ohne die Unternehmen in der Speicherbranche aktuell nicht oberhalb der Verlustgrenze arbeiten können.

Michael Jaffé’s Vorschlag ist ein Investment in Höhe von 48% durch Inspur – 20% durch den Freistaat und weitere 14% durch Portugal. Summiert ergeben sich 82% – die verbleibenden 18% könnten in den Händen der Gläubiger aufgehen.

Abgesehen davon, dass der Freistaat direkte Beteiligungen bisher schroff zurückwies, steht die Frage nach dem Technologietransfer im Raum. Die “Buried Wordline”, mit der Qimonda den Durchbruch schaffen wollte, scheint das Interesse auf sich zu ziehen – ob es die Produktionsanlagen und die Mitarbeiter in Dresden und Portugal auch tun, bleibt vorerst unklar. In Anbetracht des engen Zeitfensters, welches durch extrem knappe Mittel bleibt, ist jedoch nicht davon auszugehen, dass seitens Qimonda die Möglichkeit zur Wahl besteht.

0

Qimonda unter Druck – Produktionsdrosselung

Freitag der Dreizehnte war für die Beschäftigten am Dresdner Produktionsstandort der insolventen Qimonda kein guter Tag. Nach wie vor liegt kein verbindliches Angebot eines Interessenten vor, so dass ab April 2009 die Produktion auf “Stand By” gesetzt wird. Was in der Presse noch nicht final interpretiert wird, hat für die Mitarbeiter weitreichende Konsequenzen. Bis auf ein “Kernteam”, dessen Größe noch nicht beziffert wurde, werden die Beschäftigten in eine Transfergesellschaft überführt. Das Ziel dürfte klar sein: Personalabbau (mehr in der SZ). Dem Spiegel-Bericht zum Thema fehlt die regionale Note…

Vor dem Hintergrund des Eklats um die HRE erscheinen die diskutierten Summen nach wie vor lächerlich. Die Rettung der Bank scheint beschlossene Sache, wenngleich noch nicht 100%ige Klarheit über die Rolle des größten Investors Flowers herrscht. Dieser möchte sich in der jetzige Situation unter keinen Umständen von seinen (fast wertlosen) Anteilen trennen – obwohl die HRE ohne staatliche Hilfen in Höhe von aktuell deutlich mehr als 100 Mrd. € längst insolvent wäre.

0

Qimonda-Rettung aus China?

Die Zeit läuft – nicht für sondern eher gegen den Erhalt des Speicherherstellers Qimonda. In Amerika werden bereits jetzt keine Chips mehr gefertigt, um mit den raren Mitteln im Insolvenzverfahren die Standorte in Portugal und Dresden erhalten zu können.

Während Insolvenzverwalter Michael Jaffé in China auf Investorensuche ist, werden Stimmen über einen möglichen Fund  laut. Angeblich ist eine chinesische Investorengruppe am Bau einer Fabrik (nein, nicht in Deutschland) interessiert. Die Vermutung liegt nahe, dass man zu diesem Zweck in Dresden extrem preisgünstig Know-How aufkaufen kann. Was das für den Standort und die Angestellten heißt? Das wird sich zeigen müssen…

Via Golem.

Seite 1 von 212