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Nach Griechenland ist vor Spanien…

Die Diskussionen um die Griechenland-Rettung laufen langsam aber sicher heiß und ähnlich der Kommunikationsstrategie der Banken in der Krise tun sich auch Politiker schwer, den tatsächlich benötigten Kapitalbedarf zu beziffern. Nachdem anfänglich von 25 Mrd. € die Rede war, ist der Betrag mittlerweile auf 135 Mrd. € angewachsen – gut, verteilt auf die nächsten Jahre… Warum eine Staatenrettung “preiswerter” sein sollte als die Rettung einer Bank? Das wüsste ich auch gern.

Noch ein bekanntes Verhaltensraster scheint sich jetzt zu wiederholen. Wie auch auf dem Höhepunkt der Unsicherheiten der Bankenkrise steigt nun auch die Nervosität bezüglich weiterer (erstmal) Euro-Länder. Entgegen den Erwartungen handelt es sich in erster Linie nicht um Portugal sondern um den Nachbarn Spanien (Abstufung Spaniens Kreditwürdigkeit) – aller Voraussicht nach wird es jedoch nicht bei den zwei Ländern bleiben.

Nun werfe ich einen virtuellen Blick auf die Landkarte und wenn man so darüber sinniert, kann man schon Bedenken bekommen. Bevor jetzt der Eindruck entsteht, dass ich mit dem bloßen Finger ausschließlich auf andere Länder zeige: wir sind nicht nur auf der Landkarte “mittendrin und voll dabei”…

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Der Letzte macht das Licht aus…

Erschreckend aber wahr: nach der Qimonda-Pleite stiegen die Speicherpreise – und zwar nicht nur im Cent-Bereich. Nach der Ankündigung eines Insolvenzverfahrens dürften die meisten der einst 4000 Mitarbeiter noch auf eine gemäßigte Lösung gehofft haben – Sparmaßnahmen, Effizienzsteigerungen und Erhalt der Marke. Michael Jaffé wurde als Insolvenzverwalter eingesetzt und wollte / sollte die Wende schaffen.

In diesen Tagen gibt es nun vermutlich die letzten News über Qimonda zu lesen: die Verwertung der Insolvenzmasse brachte bisher 110 Mio. €. Die Summe klingt erstmal reichlich, bedenkt man allerdings das Milliardengeschäft, was sich hinter dem Namen verbarg, sind es wohl Peanuts. Immerhin kann sich Michael Jaffé dafür feiern lassen, während sich die ehemaligen Angestellten um den Verkauf des verbliebenen Inventars kümmern.

Während wir die Türen schließen, freuen sich nicht nur die Hersteller weit im Osten – dort kann man nun beginnen, die extreme Subventionierung zurückzufahren.

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Kaupthing-Desaster geht in Runde 2

Nachdem die isländisch Kaupthing-Bank auf Grund diverser Fehlspekulationen erst in Schieflage und folgend in die Insolvenz geraten war, begann das Bangen unter den ca. 30.000 deutschen Anlegern. Gelockt hatte der Finanzdienstleister mit beinahe unglaubwürdigen Zinsen auf Tagesgeld – nicht, um den Anlegern Gutes zu tun sondern vielmehr um flüssige Mittel zu rekrutieren und die Liquidität der Bank (wenn auch nur kurzfristig) sicherzustellen. Auf die Teilnahme im deutschen Einlagensicherungsfonds hatte man großzügig verzichtet.

Der Pleite folgten strenge Verhandlungen, dessen Ergebnis mit dem isländischen Unverständnis über die Bereitschaft des deutschen Steuerzahlers zu Hilfeleistungen benannt werden kann. Das Angebot belief sich auf einen Kredit für die isländische Einlagensicherung über die Höhe der deutschen Einlagen bei der Bank (ca. 308 Mio. €). Warum das Konsortium nicht die direkte Ausschüttung der Einlagen an die Anleger beschloss könnte in lückenloser Dokumentation und der Vermeidung von Betrugsfällen begründet sein, wobei der wahre Grund nie kommuniziert wurde.

Nun sind einige Tage ins Land gegangen und der ursprüngliche Stichtag für die Entschädigung (31.01.09) liegt auch in der Vergangenheit, so dass es scheinbar an der Zeit ist, frisches Öl ins Feuer zu gießen. So äußert sich Islands Staatschef mit Unverständnis darüber, warum seine Steuerzahler für den Verlust fremder Staatsbürger aufkommen sollen. Bitte? Hätte die Bank die Strategie einer vernünftigen Einlagensicherung verfolgt, hätte es die Diskussion nie gegeben. Darüber hinaus darf auch der deutsche Steuerzahler für diverse Ungereimtheiten der hier ansässigen Banken aufkommen – unabhängig von der Herkunft der Anleger. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert – da vermutlich kein Nicht-Isländer mehr seine Mittel im Land der heißen Quellen parken möchte, scheint man sich nur ungern mit der Nachbearbeitung auseinandersetzen zu wollen.

Bevor die Tatsachen gedreht werden: außer den Teilhabern hat niemand von den Kreditinstituten verlangt, hochspekulative Geschäfte auf eigene Rechnung durchzuführen. Ob das “Verzocken” der Einlagen noch die Bezeichnung fahrlässig oder schon vorsätzlich – wenn nicht gar grob vorsätzlich – verdient wäre für mich auch noch zu klären.

Kleiner Hinweis für Spekulanten:

  • nach 50% Verlust benötigt man auf das verbleibende Kapital 100% Gewinn, um diesen auszugleichen.
  • nach 75% Verlust benötigt man auf das verbleibende Kapital 300% Gewinn, um diesen auszugleichen.
  • nach 90% Verlust benötigt man auf das verbleibende Kapital 900% Gewinn, um diesen auszugleichen.
  • bei 100% Verlust braucht man sich über Investitionen keine Gedanken mehr machen…

Darüber hinaus ist das Ziel der Spekulationen nicht die schwarz-rote Null…

Genug geschimpft :-)