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Der Opel-Zock – hin, her, hin, her…

Selten wurde man bei einem Polit-Wirtschafts-Zock derart unterhalten. Das Drama um den Autobauer Opel nimmt offensichtlich weiter seinen Lauf. Nachdem kaum noch jemand daran geglaubt hat, dass der Deal mit Magna nicht stattfindet, ist der Fall nun doch eingetreten.

So skurril die Geschichte ist, so traurig könnte sie enden. Während GM am Rande der Insolvenz agierte, ließ man sich auf die Spekulationen einer Opel-Abspaltung ein – es folgten wilde Spekulationen über den Besitzstand im Gesamtkonzern GM mit dem Ergebnis, dass es sich bei der Marke Opel tatsächlich nur noch um die Marke handelt. Gut – auch diese mediale Ohrfeige konnte man in Amerika ertragen.

Ganz nebenbei und ohne größeres mediales Aufsehen gelang es, einen staatlichen Überbrückungskredit in Höhe von 900 Mio. € zu erhalten.

Der Bieter mit den größten Aussichten – Magna - würde wohl nach erfolgreicher Transaktion einen größeren Teil seines Kerngeschäfts in Gefahr sehen, immerhin handelt es sich um einen Automobilzulieferer, der dann in die Riege der Hersteller aufgestiegen wäre und damit einen Konkurrenten für andere Hersteller darstellt. Nun darf man sich fragen, wie genial das Konzept sein muss, dass trotz des Risikos im Kerngeschäft und darüber hinaus der schwierigen Lage des übernommenen Unternehmens unterm Strich trotzdem noch ein rentables Geschäftsmodell stehen bleibt.

Gut – so ist es nicht und so wird es nicht werden. GM wird an Opel festhalten – über finanzielle Mittel zur Sanierung der Firma verfügt man aber scheinbar nicht. Was von den aktuellen Spekulationen über Werksschließungen und Entlassungen überbleiben wird, ist allerdings noch offen.

Via FAZ, Spiegel, Focus.

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Ford und Opel führen die Pannenstatistik an…

Auch unter dem Umstand der Automobilkrise und den konjunkturellen Hilfen der Bundesregierung veröffentlichte der ADAC die alljährliche Pannenstatistik. Diese kann klar als Kaufempfehlung deutscher Premiummarken interpretiert werden – besonders ärgerlich dürfte das Papier jedoch für Ford und Opel sein. Die zwei Marken teilen sich gleich in mehreren Kategorien die rot markierten Plätze. Audi, Mercedes und BMW hingegen lieferten solide Erzeugnisse ab. Im Mittelfeld rangieren die ausländischen Marken Renault, Citroen, Toyota und Volvo.

Mehr Informationen gibt es beim ADAC (und aktuell in der Tagespresse). Der Automobilclub hält darüber hinaus auch die tabellarische Aufstellung bereit.

Wie bei jeder Statistik sollten auch hier die Randbedingungen Beachtung finden. Erfasst werden ausschließlich Pannenfälle, die über den ADAC bearbeitet wurden. Das schließt alle Fälle aus, in denen der Wagen noch zur Werkstatt kriechen konnte sowie die Probleme, welche über herstellereigene Servicebereiche behoben wurden. Die Zahlen sind übergreifend stark rückläufig, was die Vermutung zulässt, dass wachsende Anteile der Fahrer auf den Hersteller oder einen anderen Pannendienst (beispielsweise über die Versicherung) zurückgreift.

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Opel und die Probleme – heute: Drallklappen und Heckklappe

Ungeachtet der aktuellen Debatte über eine Opel-Rettung möchte ich ein Stück eigene Erfahrung preisgeben. Während die Abwrackprämie die Leute in die Autohäuser zu (scheinbar) günstigen Neuwagen lockt, ist die Diskussion über Ausstattung, Leistung und Qualität vollständig zum Erliegen gekommen. Geiz ist geil? Schick ist momentan nur der Kauf der “Günstigsten” – oder?

Zurück zum “Erlebten” – der Kauf ist bereits einige Zeit her – der Wagen war poliert, von Schrottprämie war gerade noch nicht die Rede und tatsächlich hatte man das Gefühl, dass der geneigte Händler auf einen Verkauf bedacht war. Warum wurde es ein Opel? Klar – die Ausstattung war gut, das Fahrzeug bot einen Dieselmotor, der Preis war auch gut und zudem geisterten die Berichte über die Unsicherheit der Arbeitsplätze in Rüsselsheim & Co durch den Hinterkopf.

Als ehemaliger Toyotafahrer war ich eines gewohnt: permanente Mobilität – Werkstätten kannte ich nur vom Vorbeifahren. Welch Luxus das ist, fällt mir leider gerade mit dem Opel auf. Keine 10.000 km gefahren und plötzlich leuchtete das Servicelicht und das Fahrzeug lief nur noch im Notprogramm. Da ich die Tage zuvor 1.200 km zurückgelegt hatte, war ich vorerst erfreut, dass mir dies nach der Rückkehr passierte. Der freundliche Verweis auf das Problem durch den Opelhändler in DresdenDrallklappen – führte jedoch dazu, dass ich unverhofft zu Fuß gehen “durfte”. Ungeachtet dieses Qualitätsproblems war die Abwicklung durch den Opelhändler in Dresden gut – schnelle Reparatur und Kulanzregelung. Es bleibt: der Aufwand, das Fahrzeug abzugeben, der Ärger und schließlich der Verzicht.

Das ist keine zwei Wochen her und es besteht das nächste Problem. Der Opel lässt niemanden mehr in den Kofferraum – die Heckklappe lässt sich jedoch auch nicht vollständig schließen. Sie hängt in dieser unangenehmen, dauerndes Klappern und Piepen verheißenden Stellung, die wohl die Sicherheit erhöhen soll. Das Entladen des Kofferraums über den Innenraum mag zwar gehen, ist jedoch leider sehr unkomfortabel – darüber hinaus lässt sich die Beleuchtung des Nummernschildes und des Ablageraums nicht abschalten. So leuchtet es vor sich hin und sollte die Batterie diesen “Spaß” nicht tolerieren, wird meine Laune nochmals deutlich schwinden.

Werde ich also wieder Zeit und Nerven opfern und den Händler aufsuchen – sofern der Batteriestand das am Montag zulässt.

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Über Misswirtschaft und Patente – Opel in der Klemme

Nach dem lauten Poltern um die geplante Eigenständigkeit des Autobauers Opel folgt nun die Ernüchterung. Als am 26. Februar dieses Jahres die Schlagzeile “Opel besitzt die eigenen Patente nicht mehr” zu lesen war, konnte man sich nicht vorstellen, dass selbst General Motors nicht mehr frei darüber verfügen kann:

[...] ist General Motors nicht mehr im Besitz der Patente seiner deutschen Tochterfirma Opel. GM habe die Patente als Sicherheiten an das amerikanische Finanzministerium abgegeben, um Hilfen der der Regierung in Milliardenhöhe zu erhalten [...] Die mögliche Rückübertragung von Patenten auf Opel spielt eine Rolle im Sanierungsplan der Manager. [...]

So wird das Rettungskonzept als “desaströs” kommentiert, was die Stimmung bei Opel selbst und im Umfeld kaum heben dürfte. Die Staatshilfe in Höhe von 3,3 Mrd. € dürfte damit in weite Ferne gerückt sein. Dass GM über einen längeren Zeitraum Gelder an Opel fließen lässt ist ebenso unwahrscheinlich, ließ das Unternehmen doch letztens verlauten, dass man die Einleitung eines Verfahrens zum Gläubigerschutz (Insolvenz) für eine gangbare Lösung hält. Zweifel des GM-Managements an der Nachhaltigkeit des eigenen Geschäftsmodells runden die Situation ab.

Der Vergleich zum Bankensektor sei an der Stelle erlaubt. Da wurde Hals über Kopf ein Topf in Höhe der Gesamtsteuereinnahmen eines Jahres geschaffen. Vergabekriterien? Vor dem Hintergrund der HRE schwer identifizierbar. Risikomanagement? Fehlanzeige. Im Verhältnis sind die Rettungspakete für die Unternehmen eine echte Lachnummer. Die Dominoeffekte mögen keine Verwerfungen am Finanzmarkt zur Folge haben – dafür werden sie am Arbeitsmarkt sichtbar. Ich bin gespannt, welch haarsträubende Logiken im “Superwahljahr” aufgetischt werden. Lassen wir uns einfach mal die Taschen füllen…

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Opel wird eigenständig – trotzdem im GM-Verbund

Die Pressekonferenz ergab das erwartete Ergebnis: Opel wird sich verselbständigen – wirtschaftlich wie auch rechtlich. Trotzdem ist der Autobauer auf die Zusammenarbeit mit GM angewiesen. Auch wenn konkrete Details zum Rettungsplan noch ausstehen sieht es so aus, als wäre der Weg frei für die Erhaltung. General Motors sei auch bereit, Anteile “abzugeben” – von Schenkung ist nicht die Rede jedoch auch nicht von Summen, die dem wirtschaftlichen Sinn widersprechen.

Werksschließungen sollen nach Kräften vermieden werden, was jedoch den Verkauf von Produktionsanlagen nicht ausschließt. Ausdrücklich hingewiesen hat Opel-Chef Förster auf die Notwendigkeit, geschaffene Überkapazitäten abzubauen.

Der Kapitalbedarf wird auf 3,3 Mrd. € beziffert und in erster Linie durch GM in Form von Sachanlagen eingebracht. Gleichwohl wird der Bundesregierung der Weg geebnet – der tatsächliche Bedarf wird aktuell wohl schwer schätzbar sein.

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Der Rettungsplan für Opel

Der heutige Tag soll Klarheit schaffen – vor allem über die Perspektiven der Adam Opel AG. Der Aufsichtsrat lässt sich seit 11.00 Uhr über die Pläne des Vorstandes informieren – 15.00 Uhr darf dann der Rest der Welt daran teilhaben. Derweil wird an den Opelstandorten demonstriert – für die Marke mit dem Blitz und vor allem für die bundesweit 26.000 Arbeitsplätze.

Selbst Kanzlerkandidat Steinmeier ließ es sich nicht nehmen, in beinahe rüdem Tonfall den Arbeitern zur Seite zu stehen – in beinahe gewerkschaftlicher Manier polterte er in Rüsselsheim von der Empore. Die FAZ verweist freundlich auf Ex-Kanzler Schröder, dessen Spezialität diese Art Auftritte bekanntermaßen war.

Über den wirklichen Kapitalbedarf wird aktuell lediglich gemutmaßt – zwischen drei und neun Milliarden Euro scheint alles möglich. Darüber hinaus steht das (wenn ich das richtig erkenne einzige ostdeutsche Werk) in Eisenach zur Disposition. Möglicher Käufer könnte der schwäbische Hersteller Mercedes-Benz werden, wobei mir verborgen bleibt, warum man in der aktuellen Situation die Kapazitäten vergrößern sollte. Auch dieses Thema fällt somit unter “Spekulation”.

Wie bereits gestern bekannt wurde, scheint es Uneinigkeit über die Besitzstände an Produktionsanlagen und Know How zu geben. Die Patente hat das Unternehmen an GM abgetreten – und damit eine große Einnahmequelle. Ob sich die Produktionsanlagen noch im Besitz der Rüsselsheimer befinden, weiß scheinbar nicht mal das Management. Für Anlagen wie auch Patente scheint zu gelten: bekommt sie Opel nicht, sieht es finster aus. GM wird jedoch kaum ohne Gegenwert darauf verzichten – in einer so komfortablen Position befindet man sich aktuell wirklich nicht.

Bis heute nachmittag bleibt es also spannend – dann wird der Sack geöffnet.

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