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Pünktlich zum Wochenende

Wie selten – ausgerechnet zum Wochenendstart zieht der Vorhang auf und es wird präsidiales Wetter.

sonne

Nachdem jetzt auf Grund des Kurzbesuchs von US-Präsident Obama zwei Tage der Ausnahmezustand herrschte, kann man sich als Bürger richtiggehend auf ein geruhsames Wochenende freuen.

Ich hoffe doch, dass sich der Aufwand gelohnt hat und Herr Obama in freudiger Erinnerung an Dresden die Weiterreise angetreten hat. Einige Zweifel bleiben jedoch – hat das Organisationskomittee doch scheinbar großen Wert auf einen straffen Zeitplan gelegt – vermutlich reduzieren sich die Eindrücke auf die Einrichtung der Suite im Taschenbergpalais. Ziemlich konsequent, trotzdem den Innenstadtverkehr lahmzulegen :-)

Sei’s drum – immerhin gab in den Medien schöne Bilder aus der Region.

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1,5 Billion Dollar – that’s it!

Timothy Geithner – Finanzminister der neuen Regierung um Barack Obama – holt zum ersten Rundumschlag aus. Neben einer bitteren Analyse über die Wirksamkeit der bisherigen Staatshilfen kündigt er weitere Maßnahmen an. Diese sollen in Summe einen Umfang von irreellen 1.500 Mrd. US-$ besitzen und eine Sonderform der Bad Bank beinhalten.

Der Staat wird nicht wie von einigen spekuliert in alleinige Vorkasse gehen und faule Papiere zu Lasten der Steuerzahler kaufen. Stattdessen sind Köder geplant, die private Investoren in genau diese Risikopapiere locken sollen. Es handelt sich hierbei ganz sicher nicht um Frau Müller von eben um die Ecke – ich vermute, dass sich finanzstarke Konstrukte ganz gezielt mit der Bewertung und Analyse der Papiere befassen und sich die Filets herauspicken. Nicht alles, was aktuell unter dem Prädikat “völlig wertlos” verbucht wird, ist es auch in der Realität.

Ziel ist die Stabilisierung der Banken – die Versorgung dieser mit einem ausreichend hohen eigenen Mittelbestand ohne das “Laster von Gestern” und damit die Lösung des Kreditknotens. Möge es gelingen.

Eine Frage drängt sich mehr und mehr auf: wer soll jemals für diese immensen Positionen aufkommen? Wohl niemand – scheinbar rechnen alle Entscheider fest mit einer klärenden Inflation…

Die Reaktion der Börse: DAX -3,5%; MDAX -3,7%; TecDAX -2,5%.

More bei Spiegel, FAZ.

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Der Wahnsinn heute: Obama leistet Amtseid

Der heutige Tag wird wohl oder übel in den Geschichtsbüchern auftauchen. Der Gewinner der Präsidentschaftswahl – Barack Obama – wird heute seinen Amtseid leisten, was in Washington zu einem Besucheransturm führt. Die Amerikaner feiern ihr neues Staatsoberhaupt wie einen Popstar – das Ergebnis aus einem in den Augen vieler mäßig erfolgreichem Vorgänger in Kombination mit einem beispiellosen Wahlkampf. Ein wenig gespannt bin ich, wie lange es hierzulande dauert, bis einem Kandidaten eine ähnliche Markenbildung gelingt – vielleicht ja sogar unter Nutzung der Weiten des Webs.

Erstaunlich: Die Medienwelle scheint 1:1 nach Deutschland durchzuschlagen. Sogar die Krisenthemen scheinen zeitweilig zugunsten der “Präsidentschaft 2.0″ vergessen.

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Wahlkampf vs. Wahlkampf

Amerikanische Präsidentschaftskandidaten legen eine hohe Kreativität beim Wahlkampf an den Tag. Auch was die Budgets anbelangt, lebt man im Land der unbegrenzten Möglichkeiten auf großem Fuß. So sammelte Barack Obama bisher über 600 Mio. US-$ an Spenden ein – eine Summe, die hierzulande nur zu ungläubigem Lächeln führt.

Unabhängig von den fließenden Beträgen dürfte sich der eine oder andere über die Art und Weise wundern, mit der im Vorfeld der Wahl bereits große Politik gemacht wird. Zu meinem Erstaunen hat sich jetzt Colin Powell, seines Zeichens Republikaner, hinter den Demokraten Obama gestellt und fuhr seinem Parteikollegen John McCain damit anständig in die Parade.

Ebenso skurril erscheint der Umstand, dass sich große Unternehmen ganz öffentlich hinter einen der Kandidaten stellen. Im aktuellen Fall spricht sich Google-CEO Eric Schmidt für Barack Obama aus. Ist das Image der Befürworter auf den Kandidaten übertragbar? Wie wirken sich derartige Statements auf die Wählergunst aus?

In Deutschland wird auch bald wieder gewählt, irgendwie fällt die Vorstellung schwer, dass führende Köpfe eines großen Unternehmens Wahlkampf für einen Kandidaten machen. Wie wäre es mit folgender Schlagzeile (Vorsicht, Ironie!): “Wendelin Wiedeking wünscht sich Frank-Walter Steinmeier”? Oder noch besser: “René Obermann wählt Angela Merkel”. Mir fehlt die Vorstellungskraft und ich hoffe, dass der Wahlkampf themenorientierter stattfindet.

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Barack Obama spricht in Berlin

Der US-Präsidentschaftskandidat hat heute in Berlin eine Rede vor geschätzten 150.000 Menschen gehalten. Ich bin ehrlich gesagt mehr als erstaunt.

Erstens beeindruckt mich diese Euphorie, die die Leute ihm gegenüber an den Tag legen. Er spricht in einem fremden Land über Themen, die den einzelnen das ganze Jahr nur peripher tangieren und trotzdem finden sich 150.000 Leute, die ihm zuhören wollen.

Zweitens fand ich den Mut beeindruckend, auch unangenehme Themen anzusprechen. Gerade im Vorfeld von Wahlen hat sich das in der deutschen Politik nicht durchsetzen können. Unliebsame Themen werden hier lediglich von den politischen Kontrahenten gebracht – Barack Obama nimmt nur ein kleines Blatt vor den Mund – fand ich irgendwie gut.

Drittens bin ich doch leicht verwundert darüber, dass dieser Präsidentschaftskandidat wie ein Popstar gefeiert und bejubelt wird. Wenn sich deutsche Regionalpolitiker in die Menge wagen, stehen für gewöhnlich nur eine Hand voll Leute davor – und das obwohl die Themen direkt vor der Haustür existieren und gelöst werden müssten.

Und viertens bin ich gespannt, ob und wie sich dieser Auslandswahlkampf in Erfolg umrechnen lässt.

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