Einer Studie zufolge sind wir der unerwünschten Post weit weniger abgeneigt, als man das denken könnte. Satte 43% der Nutzer elektronischer Post öffnen Spam-Nachrichten – davon die Hälfte sogar bewusst.
Ist es die Antwort auf die Frage, warum so viel Spam unterwegs ist? Dazu einige Erkenntnisse:
- 11% der E-Mail-Nutzer klicken auf Links, die in Spam-Mails enthalten sind (Wow!)
- 8% der E-Mail-Nutzer öffnen in Spam-Mails enthaltene Dateianhänge (Wow!)
- 4% der E-Mail-Nutzer antworten(!) auf Spam-Mails (Wowow!)
- 4% der E-Mail-Nutzer leiten Spam an weitere Empfänger weiter (Bitte?!)
Eine weitere Erkenntnis der Ipsos-Umfrage: jüngere Nutzer öffnen die Nachrichten häufiger – sind also offensichtlich interessierter an den Inhalten.
Mein erschreckendes Fazit: Spam scheint sich für die Förderung des eigenen Geschäfts extrem, exorbitant und kaum beschreibbar zu lohnen. Bedenkt man, dass es sich für gewöhnlich um Geschäftsfelder handelt, die in dieser Form über “normale” und “legale” Wege kaum zu unterhalten sind, ist das dankbare Nutzerverhalten unbestritten eine Hauptursache für das extrem hohe Aufkommen. Darüber hinaus dürften die Erkenntnisse vor dem Hintergrund der Reduktion des Spam-Aufkommens einen nicht zu vernachlässigenden Einflussfaktor darstellen.
Ein kurzer Blick in die “herkömmliche” Post: trotz des freundlichen Aufklebers, der den Boten beim Betrachten meines Briefkastens darauf hinweist, dass ich keine Werbung wünsche, ist der Anteil an tatsächlich an mich adressierte und darüber hinaus der Anteil wirklicher “Nutzpost” – also Post, die mir eine wirklich verwertbare Information oder Aufforderung liefert – erschreckend gering.
Für elektronische wie auch postalische Werbung sollte gelten: sofern sich der erhebliche Aufwand in der Erstellung und Versendung der Inhalte nicht auszahlen würde, gäbe es keinen Grund, diesen Aufwand zu betreiben :-)
Via Golem, Ereignisblog, Datenhirn.
