Medien Archiv

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Aktuelle Themen – und was die Leute interessiert…

Dass die Medienlandschaft gewöhnlich nicht sehr breit gefächert ist und thematisch in einem sehr eingeengten Korridor agiert, ist bekannt. Im Moment fühlt sich das allerdings schon sehr kurios an – da wären:

  • die Integrationsdebatte
    Ausgelöst bei einer Buchvorstellung, bei der Tilo Sarazzin sein Werk “Deutschland schafft sich ab” präsentierte, geistert das Thema “Integration” geschnitten auf die muslimischen Bevölkerungsgruppen durch die Polit- und folglich die Medienlandschaft.
    Dass sich wirklich kaum jemand zu schade ist, den Aufhänger zu instrumentalisieren und dabei wehement den Betrachtungsbereich auf einer einzigen Bevölkerungsgruppe zu belassen ist schon beachtlich. Die Begriffsprägungen in diesem Themenfeld sind hoffentlich die Spitze des Eisbergs…
    Für meinen Geschmack darf muss schnellstmöglich der Blickwinkel und damit der Betrachtungsbereich geweitet werden – das entemotionalisiert die Debatte nicht nur sondern gibt ihr erstmals auch den richtigen Rahmen. Damit einhergehend halte ich das für eine Voraussetzung, um überhaupt in ein solches Thema einsteigen zu können. Darüber hinaus schweben mir direkt einige Themen vorbei, deren Diskussion ich erstens für zielführender und zweitens für notwendiger halte.
  • das Projekt Stuttgart21
    Wenn Raum für Streit um eine Investition in Höhe von 10 Mrd. € oder mehr vorhanden ist, gehe ich davon aus, dass es keine wirklichen Probleme gibt… Vielleicht sollte man mal den einen oder anderen Amtsinhaber im Bildungssystem (z.B. einen Universitätsdirektor oder Schulleiter bzw. einen Professor oder einen Lehrer) über die aktuelle Haushaltslage befragen…
  • der Sitz im UN-Sicherheitsrat
    Jetzt haben wir global offensichtlich massiv an Einfluss gewonnen. Permanent werden wir zwar (vorerst) nicht teilnehmen aber immerhin dürfen wir zum Gastspiel auflaufen. Schön, dass unser Außenminister und Vize-Kanzler dies direkt als Erfolg verbucht – insbesondere nachdem er etwas glücklos wirkte und sich eine mediale Auszeit genehmigte.

Ansich war ich nicht mehr auf Sommerloch eingestellt…

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Die Verhaftung von Jörg Kachelmann – wie jetzt?

Ohne auf den Vorwurf gegen Jörg Kachelmann selbst eingehen zu wollen und ohne eine Wertung dieses oder Aussagen von ihm, seiner ehemaligen Lebensgefährtin oder deren Anwälten zu versuchen, gibt es doch eine Tatsache, die in diesem Zusammenhang hier platziert werden kann.

Einem Spiegel-Bericht zufolge wurde der “Zugriff” auf Herrn Kachelmann langfristig geplant und vorbereitet. Das allein klingt vor dem Hintergrund, dass es sich um den ARD-Wetterfrosch – einen 51-jährigen, der sich frei und ohne Bedenken bewegt, schon etwas skurril.

Gerade für Personen des öffentlichen Lebens (und das sollte nach den Fällen Türk und Zumwinkel bekannt sein) ist ein solcher Vorfall ein besonderer Einschnitt in die Privatsphäre und insbesondere auch in die berufliche Laufbahn. Vor diesem Hintergrund (und nochmal auf darauf hinweisend, dass es sich nicht um eine Wertung des Vorwurfs selbst handelt) lesen sich die folgenden Zeilen (Spiegel) schon etwas irritierend:

Nach Informationen des SPIEGEL gestattete sich das Polizeipräsidium Frankfurt am Main stolz ein Selbstlob: Man habe “eindrucksvoll unter Beweis gestellt”, dass es gelingen könne, “an einem so offiziellen Platz wie dem Frankfurter Flughafen” eine “Person der Öffentlichkeit festzunehmen, ohne dass die Öffentlichkeit davon etwas mitbekommt”, heißt es im internen Kriminalitätslagebericht.

Nun stellt sich folgerichtig die Frage: Wozu der ganze Aufriss, wenn der Name kurze Zeit später durch alle Medien wandert?

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Premiere: Massenmedien verweisen auf Blogs!

Nicht gleich Zeitungen und auch nicht gleich höchstseriöse Medien – aber ein mehr als gut frequentierter Onlineauftritt der deutschen Medienlandschaft hat das “No-Go” gebrochen und einen Artikel mit lauter netten Verweisen auf deutschsprachige Blogs veröffentlicht.

Die Bild berichtet zwar über expliziten Inhalt – nimmt aber Bezug auf die deutschsprachige Blogosphäre, die ihren Platz so langsam aber sicher in der Medienlandschaft findet. Erwähnung finden Beiträge von:

Die Betreiber hatten teilweise ihre liebe Müh, mit der Menge an Seitenaufrufen in Folge dieses Artikels umzugehen. So waren einige Seiten zeitweilig nicht erreichbar.

Ob sich daran lediglich die These “Internet is for Porn” oder aber steigendes Interesse an kleineren Medien ableiten lässt, kann man diskutieren.

Via Robert Basic.

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Second Life bäckt kleine Brötchen

Die Betreiber der Plattform für virtuelles Leben – Second Life – empfehlen Firmen, die Plattform noch nicht zu betreten. Nachdem einige Firmen teilweise fragliche Erfahrungen gesammelt haben, ist man wohl zu dem Schluss gekommen, dass die Zeit noch nicht reif ist.

Zudem konstatiert Mark Kingdon (neuer “Lenker” von Second Life), der Medienhype hätte der Plattform geschadet – Firmen schlossen ihre virtuellen Filialen wieder. Das dürfte nicht im Sinne des Erfinders sein, ist es doch so, dass man virtuelle – sogenannte “Linden-Dollar” – in echtes Geld aus der realen Welt tauschen kann und das Geschäftsmodell wohl zu Teilen auch darauf aufbaut.

Desweiteren hat man sich vorgenommen, den Einstieg freundlicher zu gestalten und neuen Nutzern “Lehrkräfte” zu Seite zu stellen.

Via Golem.

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Fotografie vs. Journalismus?

Gerade fand ich bei spiegelkritik.de einen Artikel, wo über einen Faux-Pas eines Fotografen berichtet wird. Demnach hat derjenige eine Szene gestellt, um Bilder für den Bahnstreik Steik der Berliner Verkehrsbetriebe liefern zu können.

An dieser Stelle frage ich als “Medienopfer”, wie genau es denn generell mit der Berichterstattung genommen wird. Am Ende ist für Jounalisten (und Fotografen) Zeit Geld, so dass im Zweifel auch eine gestellte Szene “herhalten” kann.

Das alles mag in diesem Fall nicht so schlimm sein – nur wie sieht es denn mit wirklich heiklen Themen wie Kriegsberichterstattung aus? Sind die Beiträge reell oder gehen Reporter incl. Fotograph in die Unfallchirurgie des örtlichen Krankenhauses und machen da ein paar Aufnahmen von einigen besonders schlecht gestellten? Das soll keine Verharmlosung sein – im Gegenteil! Es wäre fatal, wenn die Medienlandschaft mehr und mehr aus “käuflichen” Mitarbeitern bestünde. Ob die Gründe in äußerst geringen Verdiensten zu suchen sind oder anderswo – spielt alles keine Rolle. Zum Journalismus gehört meiner Meinung nach schon irgendwie ein wenig Idealismus.

Fazit: Ich habe durchaus Verständnis für den Erfolgsdruck von in der Presse Beschäftigten – das alles sollte aber nicht in italienischen Verhältnissen enden.

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