Gerade für Börsianer waren die Freitage in letzter Zeit nicht immer so schön wie dieser. Einen versöhnlichen Ausklang dürfte die Berührung der 8000-Punkte- Linie gesorgt haben. Nach den letzten Korrekturen dürften Investierte wieder ein Lächeln im Gesicht haben. Schaut man sich die abgelaufene Woche genauer an, kann man Aktionären von Infineon (+7,8%), der Münchner Rück (+5,7%) und der Hypo Real Estate (+5,3%) ein schönes Shopping-Wochenende wünschen. ThyssenKrupp (-5,5%) und Volkswagen (-4,2%) sind die größten Verlierer in der Wochenstatistik. Den Technologieindex TecDAX führt die Morphosys AG (+9,9%) an, im MDAX wäre man mit der Vossloh AG (+9,5%) gut beraten gewesen.
In den größeren Medien spricht man nun von der viel heraufbeschworenen Jahresendrally – genauer hingeschaut befindet sich der DAX seit Jahresmitte in einer Seitwärtsbewegung.
Auf der Grafik zu sehen ist der Tageschart(!) der Solon AG – ein Wert aus dem TecDax (Solarbranche). Die Tagesdifferenz beträgt damit ca. 20%.
Pustekuchen. Bis jetzt sieht es zumindest nicht danach aus. Nach der ersten Jahreshälfte, in der es an der Börse quasi nur eine Richtung gab, ist die Stimmung nachhaltig eingetrübt. Als Auslöser wird die Immobilienkrise gehandelt – ein lokales (amerikanisches) Problem, was zur weltweiten Stagnation geführt hat?! Fakt scheint, dass die Investitionsfreude spürbar nachgelassen hat. Viele Kleinanleger werden die Situation 2000 noch deutlich vor Augen haben – die institutionellen Investoren warten auf deutliche Einstiegssignale. Ein wenig beängstigend muten die drastischen Kursrutsche einiger Einzelwerte an. So ist die Aktie von Infineon heute um 10% gefallen (seit dem Hoch in der Jahresmitte beläuft sich der Kursverlust mittlerweile auf ca. 30%) – der Wert der GPC Biotec hat die Anleger in zwei Etappen 85% des eingesetzten Kapitals gekostet.