Kurze Vorgeschichte: Weil Miro International die Entwickler des CMS Mambo in ihre Struktur einbinden wollte, verabschiedeten sich die Kernentwickler von dem Projekt und gründeten ein neues namens Joomla – auf Basis des quelloffenen Mambo-Codes (GPL). Dabei wurden (zwangsläufig) die Lizenzbedingungen übernommen, was sich in einem Punkt nun doch als schlecht erwies. Im Punkt 10 war eine Bedingung zu lesen, nach der Erweiterungen, Templates, Module, etc. nicht unter die GPL gestellt werden müssen. Dies nahmen einige Entwickler als Grundlage, selber proprietär lizensierte Erweiterungen zu entwickeln.
Leider stellte sich dieses “selbstgestrickte” Lizenzmodell als nicht haltbar heraus. Punkt 10 verschwand einfach. Damit war die Grundlage für Anbieter proprietärer Software weggefallen. Diese wollen ihre Produkte (ansich nachvollziehbarerweise) nicht unter die GPL stellen. Alles andere ist allerdings mit der GPL in ihrer Ursprungsform nicht so recht vereinbar. Heise-Open schlägt als Lösung eine Unterstellung des gesamten Softwareprojekts unter die LGPL vor. Dazu müsste allerdings sämtlicher “Restcode” von Mambo entfernt und ersetzt werden, da dieser weiterhin unter der GPL lizensiert bleiben muss.
Vielleicht löst sich das Problem ja selber (im Stillschweigen) – vielleicht wird es später auch als Geburtsstunde des Folgeprojektes gehandelt.
Eines zeigt sich aber definitiv: Open Source ist seit einiger Zeit kein Randgruppensport mehr, was natürlich auch zu steigendem Interesse kommerzieller Anbieter führt. Bleibt zu hoffen, dass es nicht zum Projektsterben kommt.