Trotz Weihnachtsgeschäft brach der Umsatz des Chipherstellers Intel im vierten Quartal drastisch ein und lag mit 23% im Minus bei trotzdem noch beachtlichen 8,3 Mrd. $. Dass die Erwartungen bereits deutlich reduziert waren, zeigt sich unter Anderem in den Aufwänden für Forschung, Entwicklung und Akquise, die um 200 Mio. $ gekürzt bei 2,6 Mrd. $ lagen.
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Neue Geschäftsfelder bitte…
Der Absatz von Prozessoren gelingt Branchenriese Intel ansich nicht schlecht – nichtsdestotrotz schlägt Mitbegründer Andrew Grove vor, vom angestauten Kapital in das Geschäft der Akkuproduktion einzusteigen. Anwendungsgebiete sieht der Fan von hybriden Antrieben in der Automobilindustrie.
So betrachtet könnte das ein interessanter Anlagetipp sein. Warren Buffet hat zeitlebens in Geschäfte investiert, die er für zukunftsträchtig und gewinnverheißend hielt (im Gegensatz zu machem Investmentbanker). Tatsächlich dürfte die Fortbewegung mittels Blechkisten (Autos), welche durch Feuer in integrierten Metallkonstruktionen (Verbrennungsmotoren) fortbewegt werden mittel- bis langfristig nicht haltbar sein. Was bleibt kurz- bis mittelsfristig? Gespeicherte Energie in Akkus und die hocheffektive Brennstoffzelle – beides Konzepte, die heute noch nicht praxistauglich sind und denen man gigantische Zukunftsaussichten zusichert. Ich vermute, Herr Buffet ist bereits investiert.
Rätselraten um die Intel-Strategie beendet?!
Die Unklarheiten über Intels Vertriebsstrategie scheint sich langsam zu lüften. In der FTD ist heute ein Artikel geführt, der sich schnell verbreiten dürfte. Darin heißt es:
Beharrlich leugnen die Chefs der Media-Saturn-Holding, den Chiphersteller Intel durch ihre Sortimentsauswahl zu bevorzugen. FTD-Recherchen belegen jedoch, dass sich der Elektronikhändler seit Jahren für den exklusiven Vertrieb von Intel-PC bezahlen lässt.
Dietmar Schneider gerät regelmäßig in Erklärungsnot. In seiner Media-Markt-Filiale in Dresden-Mickten, keine fünf Kilometer vom deutschen Werk des US-Chipkonzerns AMD entfernt, fragen Kunden täglich nach Rechnern mit AMD-Innenleben. Doch die darf Schneider partout nicht in seinem Sortiment führen – egal wie stark die Nachfrage ist. Ein Vertrag, den die Media-Saturn-Holding mit dem AMD-Rivalen und Branchenprimus Intel geschlossen hat, untersagt das allen Filialgeschäftsführern. Ein klarer Rechtsbruch.
Derart “vorgeprescht” ist man in dieser Thematik bisher nicht. Da selbst seitens der EU mittlerweile das Feuer für eine Bestrafung angezündet ist, dürfte sich wohl bald etwas ändern. Die momentan diskutierten Strafen belaufen sich auf bis zu 2,6 Mrd. € für Intel und 1,7 Mrd. € für die Media-Saturn-Holding, die in Deutschland quasi ein Monopol für Consumerelektronik innehaben dürfte.
Weiter ist zu lesen, dass die Transferzahlungen (namentlich Werbezuschüsse und Rabatte) quasi bewiesen sind – der Umfang soll für die Media-Saturn-Holding seit Existenz der Transfers mehr als 360 Mio. € betragen.
Interessanterweise haben sich hier in Dresden einige “kleinere” PC- und Teilehändler etabliert (M&M Comuter, PlayIT und Winner dürften die Größten sein), die (Vermutung der Redaktion) hauptsächlich AMD-basierende Produkte zu sehr günstigen Preisen absetzen. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Zustand beim ortsansässigen Mediamarkt nicht gerade zu Freudensprüngen führt – den Umsatz würde man wohl gern im eigenen Hause sehen.
AMD mit frischem Geld
Die Beteiligungsgesellschaft Mubalada mit Sitz in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) versorgt AMD mit 622 Mio € frischem Kapital. Den Gegenwert stellen 49 Mio neu emittierte Aktien zu je 12,70€ dar. Damit hält die Beteiligungsgesellschaft mittlerweile über 8% der AMD-Aktien. Das Kapital soll für “generelle Unternehmensziele” verwandt werden. Im Vordergrund stehen die “langfristige, kundenzentrierte Wachstumsstrategie” und “Investitionen in Forschung und Entwicklung, Produktinnovationen und Fertigungskompetenz”.
Im Kampf gegen den Hardwaregiganten Intel ist das sicher ein willkommenes Zubrot.
