hre Archiv

3

HRE-Verstaatlichung möglich

Mit einem Gesetzentwurf zur Zwangsenteignung von Aktionären ist eine Möglichkeit der Verstaatlichung von angeschlagenen Unternehmen (im aktuellen Fall vorerst Banken) auf den Weg gebracht.

Der Entwurf, dessen Beschluss im Kabinett noch aussteht, soll lediglich den extremen Ernstfall betrachten und darüber hinaus bis 30. Juni 2009 befristet sein. Tatsächlich dürfte ein derartiger Eingriff ins Wirtschaftsleben nicht ohne Nebenwirkungen bleiben. Die Wahl lässt allerdings nur negative Szenarios zu, wie im Falle von Lehman Brothers beobachtet werden konnte.

Ob sich für diese Vorlage eine Mehrheit findet, ist noch unklar – der Widerstand jedenfalls formiert sich auf allen Planken.

Die Mehrheit ist gefunden und der Weg somit frei für eine Staatsbeteiligung von 50% plus einer Stimme. Da die Marschroute aktuell strikt gegen das “Fallenlassen” von Banken ausgerichtet ist, bleiben nur zwei Möglichkeiten: staatliche Stützen oder Verstaatlichung.

0

Das berühmte Fass ohne Boden

… scheint momentan die HRE. Weitere 10 Mrd. € Sicherheitsbedarf wurden beantragt, um das Geschäft nicht sterben zu lassen.

Die Sicherheiten belaufen sich nun auf 102 Mrd. € – bei einem Geschäftsvolumen von 400 Mrd. € sind das stattliche 25%. Der Anteil am Rettungsfond “Soffin” beträgt mit 52 Mrd. € nicht unerhebliche 10%.

Darf man fragen, ob die Bank neben höchstspekulativen Anlagen auch am normalen Geschäftsverkehr teilgenommen hat?

Einem staatlichen Einstieg steht der amerikanische Großinvestor Flowers im Weg, der 25% der Bank sein Eigen nennt. Ein Verkauf in der jetzigen Situation scheint jedoch extrem unwahrscheinlich, da der Verlust bei einem Einstiegskurs von 22,50€ und aktuell einer Notierung von 1,29 € dem Totalverlust ähnelt.

Eine Insolvenz ist und bleibt trotz Allem unwahrscheinlich, da sie vom Ausmaß der Katastrophe um die amerikanische Bank Lehman Brothers ähnlich wäre.

Schlagwörter: , , , , , ,
2

Hypo Real Estate mit weiterem Geldbedarf

Die schwer getroffene Bank Hypo Real Estate (HRE) ist auf weitere Staatshilfen angewiesen. Die Vermutung, dass noch lange nicht alle “faulen Anlagen” der Banken identifiziert und glattgestellt sind, wird damit weiter untermauert.

Im Falle der HRE werden weitere 12 Mrd. € Bundesbürgschaften aus dem Rettungsfonds Soffin bereitgestellt, so dass die Gruppe mittlerweile auf 40 Mrd. € “hockt”. Das wären fast 10% des Gesamtumfangs des Rettungstopfes.

Darüber hinaus wurden erst im Herbst Hilfen in Höhe von 50 Mrd. € gewährt. Ich vermute, kein Investor der Welt hätte an einem derartigen Geschäft Interesse. Ob der Bund noch einsteigt, ist weiterhin offen – bezahlt ist die Bank mittlerweile allemal.