Wie hier schon angedeutet, eskaliert der Tarifkonflikt nun über die GDL-Grenzen hinaus. Man darf die Vermutung äußern, dass GDL-Chef Schell zur Erhöhung des Drucks seine Genossen aus dem “anderen Lager” aktiviert hat.
In der FAZ wird Norbert Hansen, Chef der Transnet, folgendermaßen zitiert:
„Es soll niemand glauben, dass wir tatenlos bleiben – wir haben auch Drohpotential: Die Transnet könnte eine Föderation von sieben bis acht Einzelorganisationen werden, die alle eigene Tarifverträge haben“
Das soll mal jemand verstehen – die Vorteile einer Tarifeinheit für beide Seiten sind klar – mir verbergen sich allerdings die Vorteile kleiner Abschlüsse. Neben dem sinnlosen Verwaltungsaufwand (beiderseitig) verhindert man für die Zukunft geschlossene Maßnahmen. Ich kann mir keine Schlagzeile vorstellen, wo der Titel “Sekretärinnen bei der Bahn fordern mehr Lohn – Streik von 300 Personen steht bevor” lautet – weil man zugelassen hat, dass Sekretariatsleistungen in eine Servicegesellschaft überführt worden sind. Das ist allerdings nichts, was ich zu entscheiden habe.
Neben den bekannten Diskussionen wäre es zu begrüßen, wenn Züge pünklich fahren, die Frequenzen ausreichend hoch sind und die Mitarbeiter kundenfreundlich sind. Darüber hinaus wären angemessene Preise wünschenswert. Für den Güterverkehr darf man durchaus gleiches ansetzen – ist es doch so, dass man vor einigen Jahren die Wirtschaft “auf die Schiene gelockt” hat. Das war weder zum Nachteil für die Bahn noch für die Belegschaft.
