In unserem Parlament sind elektronische Helfer teilweise verpönt und teilweise auch verboten. Unter die Regelung fallen Notebooks, deren Nutzung untersagt ist und Handys, bei deren Gebrauch immerhin das Schreiben und Lesen von SMS toleriert wird. Weiterhin gehe ich davon aus, dass sich auch der Kalender im Handy regen Gebrauchs erfreut – das Telefonieren selbst bleibt jedoch tabu.
Nachdem Jimmy Schulz (FDP) heute strammen Schrittes zum Rednerpult ging und ganz selbstbewusst ein iPad als Unterstützung für seine Rede bereithielt, entbrannte die Diskussion um das Für und Wider der Elektronik im Bundestag.
Die Diskussion wird leider sehr leidenschaftlich und weniger objektiv und fachlich sinnvoll geführt. Dass die Verbote in anderen Ländern der Geschichte angehören mag ein Argument für die Lockerung sein – im Gegensatz dazu besteht selbstredend das Risiko der vollständigen Zerstörung der (gefühlt!) ohnehin maroden Meetingkultur.
Vielleicht würde die Lockerung des Verbots auch zu erhöhter Teilnehmeranzahl führen, da diese sich während belangloser Sitzungen um ihre aktuellen Themen kümmern könnten? Vielleicht wäre aber auch jede Diskussion beendet, weil die Köpfe hinter den Bildschirmen versinken.
Egal wie – ich hoffe, dass sich Herr Schmitz Schulz auch der zweiten Perspektive – der werbenden, produkt- und markenvertretenden Rolle – bewusst ist…
