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Gründer-Chaos nicht nur bei Facebook: die Twitter-Geschichte

Die Facebook-Gründung findet sogar im Film “The Social Network” ihren Platz und hat den Brüdern, die nach eigenen Angaben ursprünglicher Ideengeber gewesen sein wollen, stolze Summen eingespielt. Ich meine von einer Barabfindung von 20 Mio. $ plus Aktienpaket zum damaligen Wert von 45 Mio. $ gelesen zu haben. Dank der Kursentwicklung ist allein dieses nun Gerüchten zufolge 150 Mio. $ schwer – die juristischen Anstrengungen waren also nicht umsonst.

Ob diese Gegebenheiten als Vorlage für die aktuellen Gerüchte um die Gründung des Micro-Blogging-Dienstes Twitter herhalten, ist lediglich Spekulation – Fakt ist, dass sich der Dienst mittlerweile seinen Platz im Web gesichert hat und es eine Frage der Zeit zu sein scheint, bis ein passendes Geschäfts- und Refinanzierungsmodell gefunden ist. Ob es Noah Glass überhaupt um Geld oder vielmehr um ein wenig Anerkennung und etwas Publicity geht, ist ebenso unklar. Da seine Version der Gründung inkl. entscheidender Mitwirkung seiner Person durch mehrere Angestellte gestützt wird, geht die News in die “große Medienrunde”. Ich bin gespannt, ob und was daraus wird.

More: Golem.

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Gründerszene? Aufbruchstimmung? Fehlanzeige…

Mittlerweile ist es 10 Jahre her, als in jeder zweiten Garage ein Business in der “New Economy” gegündet wurde. Viele Ideen konnten gestützt durch Business Angels, Banken und allem voran einer breiten Zahlungsbereitschaft für die neuen, in dieser Form noch nicht existierenden Dienste, direkt in die Tat umgesetzt werden. Der Nachgeschmack dieser Zeit ist zwar durchwachsen, trotzdem existieren auch heute noch zahlreiche Betriebe, die in diesem Zeitfenster gegründet wurden.

Bis heute – 2010 – haben sich die Vorzeichen offensichtlich um 180° gedreht. Die Gründungsbereitschaft junger Akademiker ist auf einem Stand, den ich mehr als überraschend fand. Im Spiegel ist nachzulesen, dass gerade 5% der jungen Akademiker ein Start-Up in Betracht ziehen.

Ein Blick in die Networking-Plattform für Businessbelange verriet, dass die Quote auch in meinem Umfeld maximal auf dieser Höhe rangiert. Da der Mittelstand von morgen zwar zu Teilen heute schon existiert, durch diverse Effekte jedoch auf stetiges Auffüllen oder besser Wachsen angewiesen sein dürfte, hoffe ich darauf, dass sich für die zuständigen Instanzen Handlungsfelder ableiten lassen.

Im Zuge der Krisensituation ist es auch ruhig geworden um Veranstaltungen, die gerade jungen Leuten das Gründen schmackhaft machen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag nimmt sich jetzt einem Teil der Aufgabe an und versucht, Interessenten Ängste zu nehmen und Informationen bereitzustellen.

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Lars Hinrichs – der Kapitän verlässt das Boot

Garagen-Gründer Lars Hinrichs, der mit der Businessplattform OpenBC ganz sicher eine hervorragende Idee hatte und diese zudem recht passabel unter dem Label Xing vermarktet hat, steigt aus seiner Position als Vorstandschef der mittlerweile börsennotierten Aktiengesellschaft aus. Sein Nachfolger wird Stefan Groß-Selbeck, der aktuell das Deutschland-Geschäft des Auktionshauses Ebay leitet.

Bei einer aktuellen Marktkapitalisierung von knapp 140 Mio. € dürfte sich der Börsengang für Lars Hinrichs gelohnt haben – wenngleich er scheinbar dazu geführt hat, dass die Eigner fast vollständig aus Risikokapitalgebern besteht:

  1. LH Cinco Capital GmbH – 27,7%
  2. Wellington Partners Ventures Incorporated – 8,7%
  3. Deutsche Bank AG – 7,95%
  4. cominvest Asset Management GmbH – 7,72%
  5. William Liao – 5,6%
  6. Absolute Capital Management Holding – 2,39%

Immerhin befinden sich 28% der Scheine in Streubesitz (Angaben via comdirect.de).

Die wirtschaftliche Situation ist im Vergleich zu anderen Netzwerken nicht zuletzt dank des Premium-Zugangs gut. 2007 erwirtschaftete das Unternehmen 19,1 Mio. €, wovon unterm Strich ein Jahresüberschuss von 4,5 Mio. € blieb. Erreicht wird dies mit einer Quote von Premium-Accounts in Höhe von 12,3%. In der Bilanz sind darüber hinaus liquide Mittel in Höhe von 37,8 Mio. € ausgewiesen, die (wenn auch nicht in voller Höhe) für Wachstums- und Übernahmeaktivitäten zur Verfügung stehen.

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Erste 1-Euro-GmbH gegründet

Den langen Diskussionen folgend wurde am Samstag, dem 1. November 2008 die erste Unternehmergesellschaft gegründet. Das Pendant zur englischen Limited kann mit einer Stammeinlage von einem Euro gegründet werden – birgt allerdings einige nicht unwesentliche Einschränkungen.

Politisch gewünscht ist die Wandlung zur GmbH, was eine Zwangseinlage von 25% des jährlichen Gewinns bis zur Erreichung der 25.000 € Stammeinlage einer GmbH mit sich bringt. Darüber hinaus existieren Einschränkungen bei der Anzahl Gesellschafter und Geschäftsführer. Die Beschränkung auf maximal einen Geschäftsführer dürfte nach wie vor gerade bei Startups gehäuft zur Wahl der Limited führen.

Ein weiterer Wehrmutstropfen bleiben die hohen bürokratischen Hürden – die Mini-GmbH bedarf unter Anderem der notariellen Beurkundung.

Die FAZ berichtete über die Gründung der ersten 1-Euro-Gmbh, die als Tochter der Fortis AG unter dem Namen “Fortis 1. Vermögensverwaltung Unternehmergesellschaft” die Geschäfte pünktlich zum 1. November 2008 aufnahm.

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1-Euro-GmbH – Mini-GmbH – Unternehmergesellschaft

Das Kind trägt viele Worte und ist per 26.06.08 durch den Bundestag beschlossen – die Unternehmergesellschaft. Mit ihr wird die Gründung einer haftungsbeschränkten Gesellschaft mit beliebig hoher kleiner Stammeinlage möglich (> 1 €). Vorsicht ist ja bekanntlich eine der deutschen Tugenden, so dass sich eine nicht unerhebliche Zahl Gründungswilliger für die Rechtsform der Limited entschloss, anstatt in Deutschland eine Personengesellschaft mit voller Haftung zu gründen.

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) erfordert hierzulande eine minimale Stammeinlage von 25.000 €, was vor allem für Kleingründungen reichlich ist.

Die Kernpunkte sind im Vergleich zur GmbH die deutlich günstigere Gründungsabwicklung und die Verpflichtung, jährlich 25% des Überschusses zurückzulegen, um die Stammeinlage auf mindestens 25.000 € zu erhöhen.

Ziel bleibt also die GmbH-Gründung – die Regeln werden allerdings deutlich gelockert. Bleibt zu hoffen, dass der Gesetzentwurf auch den Bundesrat passiert, was noch für dieses Jahr erwartet wird.

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Bitter aber wahr: Startups scheitern an Minibeträgen

Einer Bitkom-Studie zufolge scheitern deutsche Startups in extrem hoher Zahl an eher kleinen Beträgen. Lediglich 17% der Gründer können auf Kapital von Banken zurückgreifen – ein beinahe gruseliger Wert. Dabei handelt es sich bei über 60% der Gründungsvorhaben um einen Bedarf von maximal 40.000 €. Andere Ursachen für gescheiterte Gründungen werden mit unsicheren Einnahmen und guten Jobangeboten bei anderen Unternehmen benannt.

Als Ausweg fordert Bitkom nun steuerliche Berücksichtigung bei privaten Risikokapitalgeschäften. Wenn die Banken nicht wollen – ich finde den Vorschlag gut.

Via ZDNet und Bitkom.

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