Bereits gestern am Nachmittag berichtete Golem darüber, dass einmal mehr eine große Ankündigung über die Wikileaks-Lautsprecher verbreitet wurde: die nächste Veröffentlichung soll der ganz große Wurf werden.
Das Interesse ist immens: Golem zählt bisher ca. 500 Kommentare für den Artikel – mit geteiltem Wert für den Leser. Damit hat zumindest das Wikileaks-Marketing funktioniert, was im Ergebnis mit teils oskuren Mutmaßungen einhergeht.
Der Hype um Wikileaks erscheint mir nachvollziehbar – mittlerweile habe ich allerdings etwas Sorge um die Positionierung des Angebots. Unabhängig von allen persönlichen Querelen insbesondere um einen der führenden Köpfe – Julian Assange – bin ich mir mittlerweile nicht mehr sicher, ob preisgegebene Informationen überhaupt und – wenn ja – korrekt bewertet und verwertet werden.
Insbesondere das Angebot an “Rohdaten” – nicht Informationen – stimmt mich etwas bedenklich, da zwar ein beeindruckender Ausschnitt aus der Bevölkerung eine Meinung zum Thema hat, ich jedoch behaupte, dass niemand wirklich die Unmenge an Dokumenten gelesen – geschweige denn wirklich aufgenommen – hat. Ich würde es begrüßen, wenn die Arbeit nicht in der Veröffentlichung unsortierten und unbewerteten Materials sondern in der Ausarbeitung eines sinnvollen Sets an Informationen enden würde. Unter dieser Voraussetzung könnte ich mir sogar vorstellen, dass eine (hoffentlich objektive) Berichterstattung über die “ganz großen Medien” erfolgt.
Ich bin garnicht mehr sicher – ich glaube im Jahre 1999 war es dann soweit und ich organisierte mir meinen ersten Mobilfunkvertrag. Das Angebot von E-Plus richtete sich damals hauptsächlich an Schüler und Studenten mit dementsprechendem Preisrahmen. Ich kann mich leider nicht mehr an die Tarifdetails erinnern, bilde mir aber ein, dass man mit einer Grundgebühr von 20 DM das Gerät finanziert hat und die Gesprächsminute wohl um die 50 Pfennige gekostet hat. Für heutige Verhältnisse ein wahres Schnäppchen. Das Gerät zum Vertrag war übrigens ein Ericsson PH-388. Das Bild stellt es leider nicht sehr klar dar – es konnte aber schon SMS – das war nicht selbstverständlich. Ein dreizeiliges Display (monochrom) und eine Akkulaufzeit von 12 Stunden waren die einzigen Gimmicks.