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UCC – das Web und seine Nutzer…

Eine der mächtigsten Erscheinungen der letzten Jahre dürfte unumstritten usergenerierter Inhalt sein (User Created Content). Während ich den Eindruck habe, dass das Bloggen auf breiter Basis an Reiz verliert und dafür mehr und mehr “gezwitschert” wird, verrät eine Studie, dass der geistige Mehrwert der umfangreicheren Blog-Texte nicht immer ohne monetären Ausgleich geschieht.

Das Phänomen Twitter – ich habe auf Grund sehr niedriger Informationsdichte und extrem hohem Irrelevanzfaktor leichte Probleme damit – scheint mir durch die “Klassiker” begründet. Hohe Usability kombiniert mit einer Hand voll Befriedigung des Mitteilungsbedürfnis funktionierte vorher schon in diverse sozialen Netzwerken.

Wer sich tiefer in die Materie einlesen möchte – sei es um herauszufinden, wieviel man als “Publisher” verdienen kann und wie man es angeht oder einfach nur der vorabendlichen Unterhaltung wegen – das gut 300 Seiten starke Papier dürfte die eine oder andere Frage beantworten.

Via Golem.

Rettungspaket steht – mit Ländern!

Nachdem es vor einigen Tagen reichlich Diskussionen um das Merkelsche Rettungspaket gab und die Länder eher zögerlich auf den geforderten Drittel-Anteil reagierten, haben die letzten Handelstage am Parkett für breite Übereinstimmung gesorgt.

Der 500 Mrd. € schwere Fond wird von einer neuen Behörde verwaltet – der FMSA – Finanzmarktstabilisierungsanstalt. (Wer hat sich dieses sperrige Wort ausgedacht?!)

Ob die Finanzspritze die erhoffte Erholung bringt, wird sich noch herausstellen – auf jeden Fall dürfte sie dem Geldmarkt wieder ein wenig Schwung verleihen.

Wer sich am Ende von den 6250 € pro bundesdeutschem Kopf die Taschen vollhaut, wird sich ebenso zeigen :-)

Auf die Bankenkrise folgt der Ausverkauf…

Nachdem die Spekulationen für und wider des Rettungspakets für die deutlich unter Zugzwang geratene Hypo Real Estate am Wochenende einen neuen Höhepunkt erreicht hat, werden die Anleger deutlich nervös. Der heutige Montag bringt über (fast) die gesamte Front breite Verluste:

  • DAX   -7%
  • MDAX   – 8%
  • TecDAX   -11%

Einmal mehr bildet die Volkswagen AG die (wohl Porsche-getriebene) Ausnahme: ein Plus von satten 6%.

Ich vermute, die Zeit ist reif für die eine oder andere Offenbarung über die tatsächlich verübten Praxen im Bankengeschäft. Unsere werte Regierung sichert mit einer Rekordsumme “Spareinlagen” ab (ca. 600 Mrd. €) – doch was genau wird überhaupt gesichert? Das Sparbuch, was wohl kaum noch einer im Schrank liegen hat, weil einerseits der Zinssatz unterirdisch ist und andererseits der nette Bankberater mit dem korrekten Schlips auf sichere und vor allem mit irren Renditen versehene Zertifikate beraten hat. Die Tatsache, dass fast alles über Termingeschäfte und damit kreditfinanziert abgewickelt wird, dürfte die Situation kaum verbessern. Die geschichtlich wohl einmalige Frage lautet für Banken die Tage wohl:

Wo bekommen wir sofort Barmittel?

Die Presse titelt unter dessen mit “Die Banker haben die Marktwirkschaft verraten”, “Helle Panik an den Börsen” und “Die Erpressten”.

Ich bin ehrlich gespannt, wie die Aufstellung der Gewinner und Verlierer aussehen wird – später, wenn man das Thema Finanzkrise in Büchern lesen wird. Da die Lösung im Werfen mit staatlichem Geld gesucht wird, wäre mein Tipp Inflation. Nicht extrem aber doch deutlich spürbar – damit wären auch Gewinner und Verlierer klar.

Augen auf beim Aktienkauf

Tatsächlich dürften einige beim Erwerb der vielversprechenden Anteilsscheine eher auf ihr Bauchgefühl als auf harte Fakten hören. Tatsächlich? Klar – wen interessieren schon Umsatz, Gewinn, Marktkapitalisierung, KGV, Anteilsverhältnisse und einige nicht unwesentliche weitere Informationen, wenn man doch eigentlich nur die 150% jährlichen Kursgewinn auf das eigens eingesetzte Kapital im Auge hat? Auch wenn es der Titel suggeriert – dieses Thema ist hier in der Kürze nicht abzuhandeln.

Noch interessanter wird es bei den (mittlerweile nicht mehr so beliebten) Finanz-Beratern. So hat mir die FAZ mit dem Artikel “Vorsicht vor MLP-Beratern” einmal mehr ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Das Modell ist einfach: eine schier unendliche Menge Berater verkauft Produkte aus dem Finanzsektor an zahlungskräftige Kunden – im Falle von MLP vorzugsweise an Studenten oder junge Berufseinsteiger. Die Zielgruppe ist äußerst dankbar – meist ohne Versicherungsschutz und Kapitalplan angereist, kann man ihnen das gesamte Portfolio “näher bringen”.

Interessanterweise verdienen diese Berater ihre Brötchen provisionsbasiert – das hält die “Motivation” hoch. Ein ungünstiger Nebeneffekt ist allerdings eine gewisse “Selbstoptimierung” bei der Beratungsleistung. Wer würde schon freiwillig das beste für seinen Kunden tun, wenn er anders auch leicht ein Vielfaches verdienen könnte?! Klar – das ist der wunde Punkt und den versucht man verbal zu verargumentieren. Unabhängigkeit ist das Schlagwort, welches allerdings zu oft die Realität verfehlt. Das Ergebnis klingt ungefähr so:

„Die Beiträge wurden so stark wie gerade noch vertretbar hochgeschraubt, denn die Provision hängt auch davon ab“, gesteht der ehemalige MLP-Verkäufer. Ein ehemaliger Kunde, damals 22 Jahre alt, hat das auch so erlebt: „Ich hatte als Student vier Renten- und Lebensversicherungen und Mühe, die Beiträge zu zahlen. Aber der Berater hat mir die Notwendigkeit dafür überzeugend erklärt.“

Ursache dafür sind die Unterschiede in der Provisionierung der Produkte. Während sich gerade Renten für den Vertrieb lohnen, sieht es bei anderen Anlageformen wie Fonds schon schlechter aus – ganz zu schweigen von Aktien – da könnte der Kunde selbst kreativ werden und schon ist er kein Kunde mehr.

Sollte der geliebte Berater allerdings doch mit Fonds aufwarten, ist ebenso Vorsicht geboten. Erfahrungsgemäß werden die Renditeerwartungen an nicht immer aktuellen und gleich garnicht an repräsentativen Charts festgenagelt. Darüber hinaus kann man sich zwar erklären lassen, wie man den gigantischen Kursgewinn verschleudern könnte – über Risiken wird allerdings weniger informiert. Wer sich die WKN geben lässt, kann sich die Anlage in Ruhe zu Hause in allen Details anschauen – wenn der Berater das nicht möchte (fadenscheinige Begründungen sind an der Stelle durchaus zu erwarten), ist ohnehin davon abzuraten.

Das Risiko lässt sich im Allgemeinen an der prognostizierten Rendite ableiten – überlegen Sie einfach, wie Sie reagieren würden, wenn die Rendite in der angegebenen Höhe negativ ist. Statt der 30% Gewinn bleiben Ihnen also vom eingesetzten Kapital noch 70%. No Risk, no Fun – wenn Ihnen der Gedanke immernoch gefällt, spricht nichts gegen eine Anlage.

Jetzt ist der Artikel doch länger geworden, als ich ursprünglich geplant hatte. Ein kleiner Gedanke muss aber noch sein. Ziel des netten Herren im Anzug ist die Maximierung seines eigenen Gehalts. Dies erreicht er, indem er Ihnen so viele Produkte wie möglich mit dem maximal möglichen Kapitaleinsatz verkauft. Der einfachste Weg, das bei Ihnen maximal mögliche Kapital zu ergründen ist eine “Rückwärtskalkulation”. Sie werden nach Einnahmen und Ausgaben gefragt und schon wird Ihnen eine Zahl präsentiert, die einen möglichen Anlagebetrag beziffert. Da dieser Betrag allerdings weder Ihre Bedürfnisse in Hinblick auf Absicherungen noch Ihre zukünftigen Investitionswünsche enthält – vergessen Sie diesen Wert sofort und setzen den Berater vor die Tür. Besser fährt man zweifelsfrei, indem man sich selbst Ziele steckt – überlegen Sie, in welcher Höhe Sie abgesichert sein wollen. Denken Sie nun über Anlageformen nach, die Sie in Hinblick auf das Risiko-Rendite-Verhältnis für akzeptabel halten. Rechnen Sie abschließend Ihre Vision durch!

Der schlechte Finanzdienstleister wird nun husten…

Wer mehr lesen möchte, ist bei der FAZ “gut beraten” :-)

Wikipedia mit DVD und Geldsorgen

Die deutschprachige Wikipedia-DVD ist erschienen und da es mittlerweile Probleme mit der Datenmenge gibt, hat man sich zur Auflage zweier Versionen entschieden. Die preiswerte Lösung kostet 9,90€ – enthält die Medien allerdings nur in begrenzter Qualität. Für 25€ kann man sich eine “Premium Edition”, welche drei DVDs enthält, gönnen.

Derweil scheint es Probleme mit der Beschaffung der notwendigen Geldmittel zu geben. Der Bedarf wird auf 4,6 Mio $ geschätzt, der aktuelle Spendenaufruf brachte aber gerade einmal 900.000 $ ein. Darunter befanden sich unzählige Minispenden, deren Verbuchung auch noch Kosten verursacht hat.

Das Projekt kommt bisher ohne jegliche Werbung aus. Ich würde es begrüßen, wenn das so bleiben könnte.

Quellen: golem.de, heise.de