Nach ewigem Hin und Her stehen seit heute mittag 12.00 die Züge wieder still. Der gerichtlich ermöglichte Streik im Güterverkehr ist im Gange. Über den Zeitraum ist man sich im Klaren: 42 Stunden sollen die Züge auf Abstellgleisen verweilen – was das die deutsche Wirtschaft kosten wird, darüber hat man leider nicht nachgedacht. Ich bleibe gespannt.
gdl Archiv
Erneut Bahnstreiks
Nach der Ablehnung des letzten Anbebots treten die Lokführer heute wieder verspätet ihre Arbeit an. Seit heute nacht 2.00 Uhr liegt die Arbeit brach. Durch die deutlich höhere Verbeamtungsquote sind die Ausfälle im Westen der Republik deutlich niedriger als im Osten.
Scheinbar sinkt auch der Zuspruch der Bevölkerung. Hr. Schell hat sich zur Kur abgesetzt – man könnte vermuten, dass er damit seinen Posten über diese Querelen retten will. Er hat das Fass vollgemacht – zum Überlaufen schickt er nun andere vor.
GDL und die Bahn
Seitens des Bahn-Vorstands wurde ein neues Angebot vorgelegt, welches eine bis zu 10%ige Lohnsteigerung und eine Einmalzahlung von 1400 € für bereits geleistete Mehrarbeit vorsieht. Dazu wird vorgeschlagen, angehäufte Überstunden bar auszugleichen, was bisher nicht möglich war. Zudem ist eine erhöhte Mitarbeiterbeteiligung von 600 € angedacht. In Summe ergeben sich bis zu 2000 € Sondererlös für die Lokführer.
Auch bei der zentralen Forderung nach einem eigenen Tarifvertrag macht die Bahn Zugeständnisse. Dieser ist nun möglich, Bedingung sei allerdings, dass sich dieser nahtlos in die bestehende Tarifstruktur einbinden lässt. Damit will man eine Spaltung der Belegschaft verhindern.
Nachdem die GDL lange Zeit auf einer Erhöhung um 31% beharrt hat, gibt sie sich jetzt scheinbar kompromissbereiter und stellt eine schnelle Einigung in Aussicht. Vorausgegangen waren erneut Streiks am vergangenen Freitag, die bundesweit zu erheblichen Störungen des Bahnverkehrs geführt hatte.
Langsam wäre es doch angemessen, diesen Ringelpips zu beenden. Nachdem sich letztens ein GDL-Sprecher freimütig zu Sektduschen bei einer Erfüllungsquote von 50% geäußert hatte, musste man sich schon fragen, wer eigentlich welches Ziel verfolgte.
Was für den Einen als Erfolg verbucht werden kann, hat der Bahnkunde zu spüren bekommen. Statt konstruktiver Diskussion über Arbeitszeiten, Entlohnung und Service hat man Streiks und wartende Leute gesehen. Nun darf man gespannt zuschauen, wie sich die Akzeptanz der Bahn weiterentwickelt.
Die GDL ruft zum Streik
Man kann heut kaum vorbeischauen – überall wird über den Streik der Lokführer berichtet. Wenn ich versuche, mich an die Ausgangssituation zu erinnern, ist mir nur eines im Kopf – 30%. Für meinen Geschmack ist diese Forderung einfach fernab jeglicher Realität. Scheinbar ist man dort verärgert darüber, dass man sich die letzten Jahre hat “in die Pfanne hauen” lassen. Ansich sollte doch nun ein Abschluss in der Höhe von 5-7% möglich sein – die Steigerung läge deutlich über der Inflation – ich denke, dass da mehr nicht zu erwarten ist.
