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Qimonda unter Druck – Produktionsdrosselung

Freitag der Dreizehnte war für die Beschäftigten am Dresdner Produktionsstandort der insolventen Qimonda kein guter Tag. Nach wie vor liegt kein verbindliches Angebot eines Interessenten vor, so dass ab April 2009 die Produktion auf “Stand By” gesetzt wird. Was in der Presse noch nicht final interpretiert wird, hat für die Mitarbeiter weitreichende Konsequenzen. Bis auf ein “Kernteam”, dessen Größe noch nicht beziffert wurde, werden die Beschäftigten in eine Transfergesellschaft überführt. Das Ziel dürfte klar sein: Personalabbau (mehr in der SZ). Dem Spiegel-Bericht zum Thema fehlt die regionale Note…

Vor dem Hintergrund des Eklats um die HRE erscheinen die diskutierten Summen nach wie vor lächerlich. Die Rettung der Bank scheint beschlossene Sache, wenngleich noch nicht 100%ige Klarheit über die Rolle des größten Investors Flowers herrscht. Dieser möchte sich in der jetzige Situation unter keinen Umständen von seinen (fast wertlosen) Anteilen trennen – obwohl die HRE ohne staatliche Hilfen in Höhe von aktuell deutlich mehr als 100 Mrd. € längst insolvent wäre.

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Allianz in der Verlustzone – wo sonst?

Ein Schelm, wer Böses denkt: der Versicherer Allianz hat im vergangenen Geschäftsjahr ein Minus von 2,3 Mrd. € verbucht, was maßgeblich auf die ehemalige Tochter Dresdner Bank entfällt. Diese hat im Strudel der Finanzkrise einen Verlust von 6,3 Mrd. € schreiben müssen und damit der ehemaligen Mutter ein ansich schwarzes Geschäft rot gefärbt. Das Vorjahr schloss die Dresdner mit einem Gewinn von 410 Mio. € ab – über das Verhältnis von Gewinn zu Verlust denkt jedoch niemand mehr nach.

Mittlerweile gehört die Dresdner Bank zur Commerzbank und damit zu gut 25% dem Steuerzahler. Das ist zweifelsfrei gut für die Allianz, die nach Abschreibung der übernommenen Briefe aus dem Abspaltungsgeschäft zumindest wieder mit einem Auge in die Zukunft blicken dürfte. Für die Commerzbank ist die Übernahme eine zweifelhafte Angelegenheit – dank staatlicher Gelder und Bürgschaften liegt die Kernkapitalquote allerdings noch bei 10%, was als angemessen gilt.

Der Blick ins Ausland verräte jedoch, dass solche Zahlen nicht das absolute Extrem sind – die Royal Bank of Scotland (RBS) meldete Verluste in Höhe von 26,9 Mrd. €. Die Rettung sah in diesem Fall eine deutlich höhere Staatsbeteiligung vor, die aktuell bei ca. 80% liegt. In Folge der Bekanntgabe der Zahlen schoss der Kurs um 25% nach oben, wobei hier der Hinweis auf die Turbulenzen der VW-Aktie hingewiesen werden sollte. Der staatliche Einstieg verringert ähnlich wie bei der VW-Übernahme durch Porsche die frei handelbaren Anteile, so dass Bewegungen umso deutlicher ausfallen.

Ich warte auf den Moment, in dem sich jemand mit einem neuartigen Konzept zum Finanzsystem in die Medien traut. Dass die heute gemachten Schulden quasi nicht tilgbar sind, dürfte außer Frage stehen…

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HRE-Verstaatlichung möglich

Mit einem Gesetzentwurf zur Zwangsenteignung von Aktionären ist eine Möglichkeit der Verstaatlichung von angeschlagenen Unternehmen (im aktuellen Fall vorerst Banken) auf den Weg gebracht.

Der Entwurf, dessen Beschluss im Kabinett noch aussteht, soll lediglich den extremen Ernstfall betrachten und darüber hinaus bis 30. Juni 2009 befristet sein. Tatsächlich dürfte ein derartiger Eingriff ins Wirtschaftsleben nicht ohne Nebenwirkungen bleiben. Die Wahl lässt allerdings nur negative Szenarios zu, wie im Falle von Lehman Brothers beobachtet werden konnte.

Ob sich für diese Vorlage eine Mehrheit findet, ist noch unklar – der Widerstand jedenfalls formiert sich auf allen Planken.

Die Mehrheit ist gefunden und der Weg somit frei für eine Staatsbeteiligung von 50% plus einer Stimme. Da die Marschroute aktuell strikt gegen das “Fallenlassen” von Banken ausgerichtet ist, bleiben nur zwei Möglichkeiten: staatliche Stützen oder Verstaatlichung.

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Zweckoptimismus bei der Deutschen Bank

Die Präsentation der Geschäftszahlen hat sich Josef Ackermann sicher anders vorgestellt – vor dem Hintergrund der Turbulenzen der Märkte mussten heute allerdings eher schlechte Zahlen präsentiert werden. Der Verlust von 3,9 Mrd. € war schon im Vorfeld durch die Medien gegeistert, was den Schock zum heutigen Tage sicher gemildert hat.

Anders als bei anderen Instituten scheint die Lage der Bank allerdings nicht wirklich “schief” – Ackermann verkündete Änderungen an einigen Geschäftsfeldern, um die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren. Die Kürzung des Eigenhandels wird zwar keine Renditen wie in den vergangenen Jahren mehr zulassen, beschränkt das Geschäft der Bank allerdings auf das eines klassischen Finanzinsituts, welches im Kundenauftrag und damit deutlich risikofreier agiert. Die Taktik der Vermeidung von staatlichen Hilfen dürfte das Vertrauen der Anleger erhalten.

Der Börsenschock dauerte nur kurz im vorbörslichen Handel an – aktuell liegt die Deutsche Bank mit 2,35% im Minus und reiht sich damit in einige weitere Titel in ähnlicher Region ein.

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Qimonda-Rettungspaket steht

Nach dem Hin und Her inklusive gescheiterter Verhandlungen steht jetzt das Rettungspaket für Qimonda, welche hier in Dresden ein Werk mit aktuell noch ca. 3000 Mitarbeitern betreiben. Auch wenn es für 950 Mitarbeiter nicht reichen wird, ist es für die verbleibende Belegschaft ein Lichtblick.

Gelder kommen in Form von Krediten von:

  • Freistaat Sachsen (150 Mio. €)
  • Portugiesische Investitionsbank (100 Mio. €)
  • Infineon (75 Mio. €)

Interessant wird weiterhin der Preisverlauf für Speicher sein, der getrieben durch schnelle Technologiewechsel und scheinbar auch Überproduktion in eine Spirale geraten ist.

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Die Krise in Dubai…

Nach den deutlichen Verwerfungen der weltweiten Märkte infolge der Immobilien- und Finanzkrise werden nun auch in Dubai kleinere Töne angeschlagen. Diese Meldung hat dann doch zu leichter Verwunderung geführt, war ich doch davon ausgegangen, dass man im Wüstenstaat vorwiegend eigenes Kapital verbaut. Die Abwanderung von 40 bis 50 Mrd. US-$ Kapital in Verbindung mit dem Ölpreiseinbruch führte zu deutlichen Kurseinbrüchen und der Einsicht, dass Boom ohne die Milliarden von ausländischen Investoren nicht funktioniert. Der erste Schritt wird eine Kapitalsicherung über 50 Mrd. US-$ aus dem Nachbaremirat Abu Dhabi sein.

Die Situation ist damit allerdings lange nicht ausgestanden. In Dubai werden aktuell Immobilien erbaut wie auf keinem anderen Fleck der Erde – in wenigen Jahren sollen so 10 Mio. Menschen in hochklassigen bis luxuriösen Gebäuden wohnen können. Die Lücke zu den aktuell gerade 1,5 Mio. Einwohnern soll durch wohlhabende Immigranten geschlossen werden.

Das massive Überangebot führt schon jetzt zu deutlichen Wertverlusten der Immobilien – allein im letzten Monat wurde ein statistischer Preisverfall von 4% ermittelt. Entsteht nicht wie durch Zauberhand in näherer Zukunft Nachfrage, könnte der Zock mit den Wüstenimmobilien bitter enden.

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