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Kalkulierte Aktienanlage? Fehlanzeige!

Die Sensation heute dürfte der Tagesgewinn des DAX sein: satte 5,5% konnte der Index zulegen. Die Märkte brachen in Folge der Lehman-Brothers-Pleite weltweit ein – heute die (doch etwas unerwartete) Kehrtwende.

Der Blick auf einige weitere Indizes lässt den geneigten Anleger zur Brille greifen: London & Paris liegen mit 8% deutlich über dem Schnitt – in Shanghai wird gar der größte Tagesgewinn der Geschichte verbucht: 9,5%.

Ursache dafür dürfte der “Rettungsplan” der amerikanischen Regierung sein. Nachdem letztens schon endlose Beträge in den gebeutelten Bankensektor geschoben wurden, denk man jetzt über eine langfristige Lösung nach. Erster Schritt ist eine 50 Mrd. US-$-Spritze in Form einer Einlagensicherung. In nächster Zeit will der Staat die Banken entlasten, indem er die Risiken der Hypothekenfinanzierungen übernimmt.

Darüber hinaus sind ab sofort sogenannte “Leerverkäufe” auf ca. 800 Titel (vornehmlich der Finanzbranche) untersagt. Dieses maßgeblich von Hedge-Fonds genutzte Instrument erlaubt Gewinne bei fallenden Kursen.

Nichts desto trotz dürfte Respekt weiter die Transaktionen an den Börsen bestimmen. Dass der heutige Trend nachhaltig ist, wage ich zu bezweifeln.

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Augen auf beim Aktienkauf

Tatsächlich dürften einige beim Erwerb der vielversprechenden Anteilsscheine eher auf ihr Bauchgefühl als auf harte Fakten hören. Tatsächlich? Klar – wen interessieren schon Umsatz, Gewinn, Marktkapitalisierung, KGV, Anteilsverhältnisse und einige nicht unwesentliche weitere Informationen, wenn man doch eigentlich nur die 150% jährlichen Kursgewinn auf das eigens eingesetzte Kapital im Auge hat? Auch wenn es der Titel suggeriert – dieses Thema ist hier in der Kürze nicht abzuhandeln.

Noch interessanter wird es bei den (mittlerweile nicht mehr so beliebten) Finanz-Beratern. So hat mir die FAZ mit dem Artikel “Vorsicht vor MLP-Beratern” einmal mehr ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Das Modell ist einfach: eine schier unendliche Menge Berater verkauft Produkte aus dem Finanzsektor an zahlungskräftige Kunden – im Falle von MLP vorzugsweise an Studenten oder junge Berufseinsteiger. Die Zielgruppe ist äußerst dankbar – meist ohne Versicherungsschutz und Kapitalplan angereist, kann man ihnen das gesamte Portfolio “näher bringen”.

Interessanterweise verdienen diese Berater ihre Brötchen provisionsbasiert – das hält die “Motivation” hoch. Ein ungünstiger Nebeneffekt ist allerdings eine gewisse “Selbstoptimierung” bei der Beratungsleistung. Wer würde schon freiwillig das beste für seinen Kunden tun, wenn er anders auch leicht ein Vielfaches verdienen könnte?! Klar – das ist der wunde Punkt und den versucht man verbal zu verargumentieren. Unabhängigkeit ist das Schlagwort, welches allerdings zu oft die Realität verfehlt. Das Ergebnis klingt ungefähr so:

„Die Beiträge wurden so stark wie gerade noch vertretbar hochgeschraubt, denn die Provision hängt auch davon ab“, gesteht der ehemalige MLP-Verkäufer. Ein ehemaliger Kunde, damals 22 Jahre alt, hat das auch so erlebt: „Ich hatte als Student vier Renten- und Lebensversicherungen und Mühe, die Beiträge zu zahlen. Aber der Berater hat mir die Notwendigkeit dafür überzeugend erklärt.“

Ursache dafür sind die Unterschiede in der Provisionierung der Produkte. Während sich gerade Renten für den Vertrieb lohnen, sieht es bei anderen Anlageformen wie Fonds schon schlechter aus – ganz zu schweigen von Aktien – da könnte der Kunde selbst kreativ werden und schon ist er kein Kunde mehr.

Sollte der geliebte Berater allerdings doch mit Fonds aufwarten, ist ebenso Vorsicht geboten. Erfahrungsgemäß werden die Renditeerwartungen an nicht immer aktuellen und gleich garnicht an repräsentativen Charts festgenagelt. Darüber hinaus kann man sich zwar erklären lassen, wie man den gigantischen Kursgewinn verschleudern könnte – über Risiken wird allerdings weniger informiert. Wer sich die WKN geben lässt, kann sich die Anlage in Ruhe zu Hause in allen Details anschauen – wenn der Berater das nicht möchte (fadenscheinige Begründungen sind an der Stelle durchaus zu erwarten), ist ohnehin davon abzuraten.

Das Risiko lässt sich im Allgemeinen an der prognostizierten Rendite ableiten – überlegen Sie einfach, wie Sie reagieren würden, wenn die Rendite in der angegebenen Höhe negativ ist. Statt der 30% Gewinn bleiben Ihnen also vom eingesetzten Kapital noch 70%. No Risk, no Fun – wenn Ihnen der Gedanke immernoch gefällt, spricht nichts gegen eine Anlage.

Jetzt ist der Artikel doch länger geworden, als ich ursprünglich geplant hatte. Ein kleiner Gedanke muss aber noch sein. Ziel des netten Herren im Anzug ist die Maximierung seines eigenen Gehalts. Dies erreicht er, indem er Ihnen so viele Produkte wie möglich mit dem maximal möglichen Kapitaleinsatz verkauft. Der einfachste Weg, das bei Ihnen maximal mögliche Kapital zu ergründen ist eine “Rückwärtskalkulation”. Sie werden nach Einnahmen und Ausgaben gefragt und schon wird Ihnen eine Zahl präsentiert, die einen möglichen Anlagebetrag beziffert. Da dieser Betrag allerdings weder Ihre Bedürfnisse in Hinblick auf Absicherungen noch Ihre zukünftigen Investitionswünsche enthält – vergessen Sie diesen Wert sofort und setzen den Berater vor die Tür. Besser fährt man zweifelsfrei, indem man sich selbst Ziele steckt – überlegen Sie, in welcher Höhe Sie abgesichert sein wollen. Denken Sie nun über Anlageformen nach, die Sie in Hinblick auf das Risiko-Rendite-Verhältnis für akzeptabel halten. Rechnen Sie abschließend Ihre Vision durch!

Der schlechte Finanzdienstleister wird nun husten…

Wer mehr lesen möchte, ist bei der FAZ “gut beraten” :-)

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Dynamo Dresden wieder flüssig

Um den Bogen zum gestrigen Artikel über die Finanzierungslücke bei Dynamo Dresden zu schließen, wäre zu erwähnen, dass die Stadt die 1,25 Mio € (erwartungsgemäß) locker macht. In der Presse-Ecke auf der Vereinshomepage ist vie DNN zu lesen:

Rat und Stadt nehmen Dynamo an die Leine
Dresden (DNN/rare). Nur eine gravierende Bedingung der Verwaltung fand keine Gnade bei der Mehrheit der Stadträte: Wird Gewalt gegen die Vereinsführung ausgeübt, wird das Darlehen sofort fällig. „Das könnten selbst Fans von gegnerischen Vereinen missbrauchen und beispielsweise die Häuser von Vorstandsmitgliedern beschmieren”, erklärte Barbara Lässig (PDS) ihr ablehnendes Votum. Wäre es nach der CDU gegangen, hätte dieser Punkt zu den Auflagen für das 1,25-Millionen-Euro-Darlehen der Stadt gezählt.

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