Festnahme Archiv

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Die Verhaftung von Jörg Kachelmann – wie jetzt?

Ohne auf den Vorwurf gegen Jörg Kachelmann selbst eingehen zu wollen und ohne eine Wertung dieses oder Aussagen von ihm, seiner ehemaligen Lebensgefährtin oder deren Anwälten zu versuchen, gibt es doch eine Tatsache, die in diesem Zusammenhang hier platziert werden kann.

Einem Spiegel-Bericht zufolge wurde der “Zugriff” auf Herrn Kachelmann langfristig geplant und vorbereitet. Das allein klingt vor dem Hintergrund, dass es sich um den ARD-Wetterfrosch – einen 51-jährigen, der sich frei und ohne Bedenken bewegt, schon etwas skurril.

Gerade für Personen des öffentlichen Lebens (und das sollte nach den Fällen Türk und Zumwinkel bekannt sein) ist ein solcher Vorfall ein besonderer Einschnitt in die Privatsphäre und insbesondere auch in die berufliche Laufbahn. Vor diesem Hintergrund (und nochmal auf darauf hinweisend, dass es sich nicht um eine Wertung des Vorwurfs selbst handelt) lesen sich die folgenden Zeilen (Spiegel) schon etwas irritierend:

Nach Informationen des SPIEGEL gestattete sich das Polizeipräsidium Frankfurt am Main stolz ein Selbstlob: Man habe “eindrucksvoll unter Beweis gestellt”, dass es gelingen könne, “an einem so offiziellen Platz wie dem Frankfurter Flughafen” eine “Person der Öffentlichkeit festzunehmen, ohne dass die Öffentlichkeit davon etwas mitbekommt”, heißt es im internen Kriminalitätslagebericht.

Nun stellt sich folgerichtig die Frage: Wozu der ganze Aufriss, wenn der Name kurze Zeit später durch alle Medien wandert?

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SchülerVZ: Festnahme nach Datenunfall

Nachdem letztens im SchülerVZ eine Sicherheitslücke identifiziert wurde, erfolgte heute die Festnahme eines Tatverdächtigen. Nach dem Skandal ist vor dem Skandal: jetzt gibt es mehrere Leute, die für sich eine Methode zur automatisierten Abfrage des Netzwerks beanspruchen (Link zur Story bei Netzpolitik). Die angebliche Herangehensweise ist im Prinzip identisch – ähnlich den Suchmaschinen-Bots (“crawlen“) werden die Profile besucht und die angezeigten Daten gespeichert. Dieses Vorgehen ist durch die Betreiber der Plattformen im Prinzip nicht zu verhindern – aktuell kommt ein Captcha zum Einsatz. Offen bleibt die Frage, nach wievielen Profilaufrufen man dieses zu Gesicht bekommen sollte.

Ich nehme an, die Architektur der Anwendungen SchülerVZ, StudiVZ und MeinVZ ähneln sich sehr, so dass es nicht verwunderlich erscheint, wenn Golem beiläufig über das automatisierte Auslesen der anderen zwei Plattformen berichtet.

Auch wenn der Aufschrei wieder riesig ist, ich bleibe bei meiner These von gestern: wer seine Daten nicht zufällig irgendwo wiederfinden möchte, darf sie nicht ins Netz stellen…