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Westerwelle gibt auf – auf Raten?

Guido Westerwelle gab heute bekannt, nach den letzten Wahlschlappen und der öffentlich geführten Kampagne aus den eigenen Reihen beim nächsten Parteitag im Mai nicht nochmal für den Parteivorsitz zu kandidieren. Das war zuletzt wenig überraschend. Außenminister bleibt er – erstmal…

Schon seit Tagen brennt nun die Diskussion um die Nachfolge. Im Rampenlicht steht einer der durch die Medien trotz seiner 38 Jahre als “ganz jung” tituliert wird: Philipp Rösler. Der amtierende Gesundheitsminister scheint sich auf die Herausforderung zu freuen – ich gehe ehrlich gestanden von regen Wechselspielen bei den Liberalen aus. Ich hätte bei dieser Gelegenheit gleich noch einen Vorschlag: wie wäre es mit Herrn Brüderle? Vielleicht beim nächsten Mal…

Die folgenden Wahlen werden wohl auch kein Sonntagsspaziergang.

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Koalitionsverhandlungen im Fokus: Hartz IV

So einig wie vor der Wahl sind sich die “Wunschpartner” CDU und FDP seit Beginn der Koalitionsverhandlungen nicht mehr. Die kritischen Themen, mit denen man an der einen oder anderen Stelle doch sehr rigoros in den Wahlkampf gegangen ist, werden jetzt zum Problem. Da wären seitens der CDU die Pläne zur Beibehaltung des Gesundheitsfonds und seitens der FDP die Ankündigung von Steuersenkungen als Diskussionspunkte zu nennen. Dass das zähe Ringen um die eigenen Stellungen medial nicht noch mehr verfrühstückt wird, verwundert schon ein wenig.

Um so erstaunter war ich, als mir die Ankündigung zur Anpassung der Konditionen für Hartz-IV-Empfänger unter die Augen kam. Das leidige Thema, von dem selbst der Namensgeber nichts mehr hören will, hatten die meisten vermutlich nur sekundär auf dem Radar – in der Tat ist dies allerdings ein Punkt der Nachbesserungen bedarf. Auch wenn er vermutlich als mediales Ablenkungsmanöver herhalten muss, kurz die Eckpunkte:

  • Erhöhung des “Schonvermögens” von 250 auf 750 € pro Lebensjahr
  • Sicherung von Wohneigentum

Vom Leitspruch des angestrebten Koalitionspartners FDP “Leistung muss sich lohnen” ist das Vorhaben zwar deutlich entfernt – umso erfreulicher, dass man offensichtlich bereit ist, um die Ecke zu denken. Bedenkt man, dass soziales Elend Kriminalität und Kriminalität allgemeine Unzufriedenheit bedingt, kann ich den Vorstoß nur begrüßen.

Apropos mediales Ablenkungsmanöver: erstaunlich, wie preiswert die Maßnahme sein soll: für schlappe 300 Mio. € hat man den Menschen Gutes getan. Vergleicht man die milliardenschweren Ankündigungen im Wahlkampf und erst recht die gigantischen Aufwände (und Bürgschaften) für das Bankensystem würde ich mich für regelmäßigere Debatten zum oft gescholtenen sozialen Netz aussprechen.

Noch eine kleine Zahlenspielerei: ungefähr 300 Mio. € fehlten vor einem knappen Jahr einer irischen Bank – der Anfang einer fatalen Entwicklung im irischen System. Wenn ich nun bedenke, dass allein die HRE mit Bürgschaften von aktuell 90 Mrd. € plus Option auf weitere 10 Mrd. € am Leben gehalten wird, muss ich mich setzen, damit mir nicht schwindelig wird.

Ich bleibe gespannt, wie sich die Gespräche entwickeln und nehme an, der Moment an dem weißer Rauch aufsteigt wird kommen.

More: FAZ.

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Wahl in Hessen: klares Ergebnis

Die Landtagswahl hat einen für mich in der Form etwas überraschenden Verlauf genommen – dabei die erwartete Grundkonstellation trotzdem ergeben.

Dass die SPD unter 25% landet fand ich doch sehr deutlich – die jetzt mögliche schwarz-gelbe Koalition stand jedoch vorher fest. Der erhoffte “Münte-Effekt” blieb aus, was in Anbetracht der jungen Vergangenheit nicht sonderlich verwunderlich ist.

Der Negativtrend der SPD wäre damit ungebrochen – in Anbetracht der Tatsache, dass noch einige weitere Wahlen in 2009 anstehen, wäre es an der Zeit, sich ernsthaft Gedanken zu machen. Dabei scheint es weniger um die Inhalte selbst als vielmehr um den “guten Ton” und das “politische Miteinander” zu gehen.

Großer Gewinner ist die FDP, die mit 16% alle Erwartungen übertrifft und sich damit deutlicher aus der Deckung wagen kann als bisher.

Für die nächsten Wahlen dürfte die Marschroute angeschlagen sein, wenngleich die Deutlichkeit nachlassen sollte.

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Huber? Beckstein? War gestern…

Wo gehobelt wird, fallen Späne – das bleibt auch der CSU nicht erspart. Nach der eher blamablen Vorstellung des Duos Beckstein/ Huber ist es nun der ehemals in die Ecke gestellte Horst Seehofer, der heute zum Parteivorsitzenden und demnächst extrem wahrscheinlich zum Ministerpräsidenten gewählt wird. Dass auf dem Sonderparteitag Rufe nach Beckstein laut werden, kann ein Nicht-Franke wohl kaum nachvollziehen. Aus Becksteins Parole

Einen anständigen Bayern schüttelt es beim Gedanken an eine Koalition

ist ein Seehoferscher Koalitionsvertrag mit der FDP geworden. Für den Umstand, dass er das Wahlergebnis nicht zu verantworten hat eine recht respektable Bilanz.

Via FAZ.

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Gibt es die SPD in 5 Jahren noch?

Der neuerliche Streit um den Ausschluss Wolfgang Clements aus der SPD dürfte den Umfragewerten alles andere als gut bekommen. Gleich wird auch wieder das Thema Führungskrise aufgewärmt und einmal kräftig umgerührt.

Was soll man dazu sagen? Weil er sich kritisch zu Frau Ypsilantis Wahlkampfthesen äußerte, soll das SPD-Urgestein (38 Jahre Mitgliedschaft) nun ausgeschlossen werden – so hat es ein Schiedsgericht auf Antrag einiger wenig bekannter Parteigenossen entschieden.

Die Diskussion kocht gewaltig, wobei man durchaus den Eindruck gewinnen kann, dass gerade die Parteigrößen geschlossen hinter Wolfgang Clement stehen während einige kleinere Gruppierungen ordentlich Stimmung pro Ausschluss verbreiten. Ob das überhaupt noch die Partei ist, der Herr Clement gern angehören möchte, kann man diese Tage bezweifeln.

Die FDP rührt unterdessen schonmal die Werbetrommel und bietet ihm eine neue politische Heimat an. Schöner Zug wie ich finde – könnte man mit “Schach” bezeichnen. Wenn Herr Clement jetzt noch das Lager wechselt, könnte er mit einem lachenden “matt” gehen.

Als ehemaliger Superminister im damals neu geschaffenen Ministerium für Wirtschaft und Arbeit und jetziger Begleiter einiger Aufsichtsratsposten wäre er dort zumindest erstmal nicht falsch.

Weitere Infos: FAZ, Sueddeutsche, SZ.