facebook Archiv

8

Facebook vs. Datenschutz

Genau genommen ist es ziemlich verwegen vom weltweit führenden Social Network Facebook, Nutzer ganz offen nach den Zugangsdaten ihrer E-Mail-Postfächer zu fragen und aus den dann ausgelesenen Daten Bekannte zu extrahieren. Die Praxis zeigt: Nutzer lieben einfache Dinge und nehmen die Funktionalität an.

Da den Nutzern oftmals die Reichweite ihrer Handlung nicht bewusst ist, soll die Funktion nun angepasst werden. Der Hintergrund: (Spiegel Online)

Des Rätsels Lösung: Facebook-Mitglieder, die in ihren Konteneinstellungen Facebook einen Zugriff auf ihr Adressbuch erlauben, autorisieren das Netzwerk damit auch, diese Adressen für die Akquise neuer Mitglieder zu nutzen. Um die Glaubwürdigkeit der unverlangten Werbepost zu erhöhen, pappt Facebook mitunter Fotos der Menschen in die Mitgliedswerbung, von denen es die Adressen bekommen hat – der Freund oder Bekannte aus dem wahren Leben wird so oft unwissentlich zum Leumund der Kundenakquise des US-Unternehmens. Die Behörde des Hamburger Datenschutzbeauftragten leitete wegen dieses Vorgehens ein Bußgeldverfahren gegen Facebook ein.

Die Anpassungen tangieren folgende Themen: (Golem)

Das soziale Netzwerk stimmte “weitgehenden Änderungen” zu. Es soll jetzt eine transparente Kontrolle über importierte Adressen geben. Der Nutzer soll bestimmen können, welche importierten Kontakte eine Facebook-Einladung bekommen.

Außerdem sind Hinweise geplant, die auf Nebenwirkungen einer Datenfreigabe deutlich hinweisen. Für Nicht-Facebook-Mitglieder wird es möglich sein, eine komplette Sperre aufzubauen, so dass Facebook nicht erneut ein Nichtmitglied kontaktiert.

Ich war ohnehin kein Freund des “Friendfinders” – das geht mir bezogen auf meine persönlichen Daten doch zu weit.

1

Der Aufreger des Tages: Sicherheitsleck bei Facebook

Wer hätte das gedacht: die Facebook-Chatfunktion hatte ein nettes Zusatzfeature, welches ich ehrlich gesagt nicht erwartet hätte. Eine kleine Demonstration:

So konnten die netten Bekannten (sofern sie denn wussten wie) die eigenen Chatinhalte mitlesen. Es scheint unbekannt, wie lange der Fehler bereits vorlag – kurz nach der Entdeckung am heutigen Tag hat Facebook die Chatbox jedoch medienberichten zufolge deaktiviert.

0

Gefällt’s? Facebook mit neuen Ideen gegen(?) Google

Nachdem ich meine, in letzter Zeit bereits an der einen oder anderen Stelle die facebooktypischen “Gefällt mir”-Buttons gesehen zu haben, wandern diese heute in erstaunlicher Breite durch die Medien (u.A. FAZ).

Worum geht es? Webseitenbetreiber können dem Nutzer ermöglichen, die Seite auf die eigene Pinnwand zu beamen – diese erscheint dann mit dem Zusatz “Gefällt mir”.

Ich habe die Funktion (erstmal testweise) auf meine Seite integriert und bin irgendwie doch gespannt, ob sich einige Nutzer finden, die über diese Button auf Inhalte außerhalb von Facebook verweisen.

Erwartungsgemäß und passend zu Social Networks wird natürlich der Datenschutz “hochgezogen”. Wie immer weise ich darauf hin, dass jeder selbst für die von ihm im Internet verteilten Inhalte Sorge tragen muss. In letzter Konsequenz gibt natürlich auch der Eintrag über eine Webseite, die dem Profilbesitzer gefällt Aufschluss über dessen Denken und Handeln – bei politischen Themen etwas mehr, bei technischen Themen sicher etwas weniger.

Im Hinblick auf die Suche im Internet lässt die Menge der gesammelten Daten nicht unterzubewertende Aufschlüsse über das Nutzerverhalten im Internet zu. Google versucht seit Anbeginn, genau diese Daten zu sammeln und zu verwerten – so wird auch Facebook den Nutzen suchen. Solange bei der Verwendung keine Zusammenhänge zu Profilinformationen Verwendung finden, ist dagegen wohl auch nichts einzuwenden.

Irgendwie habe ich ohnehin Zweifel daran, dass Daten mit Personenbezug in den Mengen verarbeitet werden können, wie sie eingesammelt werden.

1

Alle auf den Mark!

Die Verbraucherschutzzentrale und allen voran Ilse Aigner rät zum Verzicht auf die Social Networking Plattform Facebook und sofern man einen solchen Dienst für notwendig hält zum Wechsel zu einem anderen Anbieter. Grund ist die anstehende Änderung der Datenschutzbedingungen.

Nun ist es doch wie immer mit den sozialen Umgebungen – man gibt einfach nur soviel an, wie man an anderer Stelle gern wiederfinden möchte. Dass jetzt der große Wechselwahn ansteht, entzieht sich meiner Vorstellungskraft.

Unabhängig von allem, was da aktuell heiß diskutiert wird, war ich bei meiner Anmeldung schon leicht darüber verwundert, dass mir direkt nach dem ersten Login Personen vorgeschlagen wurden, die ich tatsächlich kannte. Da ich im Vorfeld noch nie mit der Plattform zu tun hatte war ich davon ausgegangen, dass eine Einordnung meiner Person in ein Soziales Umfeld erst nach einigen Transaktionen möglich sei. Erstaunlich, erstaunlich.

Sehr genial ist auch eine Funktion, anhand derer man Facebook seinen Mail-Account scannen lassen kann, um daraus bekannte Personen zu extrahieren. Meine Meinung dazu? Wer das macht ist selber schuld…

Via Heise & Golem.

1

Onlinewahlkampf in Deutschland?!

Das amerikanische Vorbild – in Person Barack Obama – hallt nach. In der deutschen Polit-Szene wünscht man sich einen ähnlich spektakulären wie auch erfolgreichen Wahlkampf wie ihn der US-Präsident vollzogen hat. Lagerübergreifend versucht man nun krampfhaft, in Amerika erfolgreiche Konzepte zu kopieren, so dass nun gebloggt, getwittert und genetzwerkt wird. Wird es nun auch hier einen amerikanisch geprägten Wahlkampf geben? Unwahrscheinlich – und die Gründe liegen meines Erachtens nach nicht in fehlender Online-Affinität der Deutschen sondern vielmehr den Inhalten, die nicht nur schwer zu erahnen sind und an der Generation Web vorbeizielen sondern darüber hinaus im deutschen Wahlkampf meist wenig verlässlich und äußerst dünn sind.

Ein wenig gespannt bin ich schon, ob es hierzulande in den nächsten Jahren ein ähnliches Phänomen geben wird – und ein wenig ängstlich kann man in diesem Zusammenhang über die Rolle von Suchmaschinen werden. Es tut sich eine neue Dimension auf – Anforderungen der gesellschaftlichen Verantwortung. Bisher blieben die Skandale aus – erstaunlich vor dem Hintergrund der medialen Bandbreite und der Tatsache, dass manch SEO kaum eine Gelegenheit auslässt, im Scheinwerferlich Platz zu nehmen. Was wäre, wenn die allgemeinen Suchbegriffe wie “Kanzler 2009″ in den Top 10 lediglich Informationen zu einem der Kandidaten liefern – oder noch skurriler – die Suche nach “Angela Merkel” auf die Seite von Frank-Walter Steinmeier verweist?

Wer mal schmunzeln möchte, kann sich im StudiVZ die Profile von Angela Merkel, Frank-Walter Steinmeier, Jürgen Trittin, Lothar Bisky, Renate Künast und Guido Westerwelle zu Gemüte führen. Bei der Gelegenheit könnten die Betreiber eigentlich gleich die Probleme mit der Monetarisierung ihrer Portale sowie einige Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit den rechtlichen Rahmenbedingungen lösen. Warum? Weil der Aufbau einer Community in Dimensionen wie dem VZ-Konstrukt für eine Partei schlichtweg unmöglich ist und man sich somit nur auf die bestehenden Multiplikatoren verlassen kann – das wären in der Zielgruppe “U30″ Facebook und StudiVZ. Vielleicht erwähnen die Geschichtsbücher von morgen diesen Trend unter dem Begriff “Lobbyismus 2.0″.

2

SAP investiert in LinkedIn

Der Walldorfer Softwarekonzern SAP, der sein Kerngeschäft derzeit auf Sparflamme fährt, investiert in LinkedIn – das amerikanische Vorbild von Xing. LinkedIn gehört neben Facebook zu den derzeit am risikoreichsten bewerteten Unternehmen. Der aktuelle Wert soll sich auf 1 Mrd. $ belaufen. Im Gegensatz zu Facebook, dessen Wert von Gründer Marc Zuckerberg großzügig auf 15 Mrd. $ geschätzt wird, klingt das zwar nach einem Schnäppchen – ganz so klar erscheint mir der Fall allerdings doch nicht.

Lange Rede, kurzer Sinn: die Investition des Konsortiums um Goldman Sachs, McGraw-Hill, SAP Ventures und Bessemer Venture Partners wird sich auf knapp 23 Mio. $ belaufen. Die verhältnismäßig kleine Summe suggeriert doch, dass man sich des Risikos durchaus bewusst ist.

Schlagwörter: , , , ,
Seite 1 von 212