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Allianz in der Verlustzone – wo sonst?

Ein Schelm, wer Böses denkt: der Versicherer Allianz hat im vergangenen Geschäftsjahr ein Minus von 2,3 Mrd. € verbucht, was maßgeblich auf die ehemalige Tochter Dresdner Bank entfällt. Diese hat im Strudel der Finanzkrise einen Verlust von 6,3 Mrd. € schreiben müssen und damit der ehemaligen Mutter ein ansich schwarzes Geschäft rot gefärbt. Das Vorjahr schloss die Dresdner mit einem Gewinn von 410 Mio. € ab – über das Verhältnis von Gewinn zu Verlust denkt jedoch niemand mehr nach.

Mittlerweile gehört die Dresdner Bank zur Commerzbank und damit zu gut 25% dem Steuerzahler. Das ist zweifelsfrei gut für die Allianz, die nach Abschreibung der übernommenen Briefe aus dem Abspaltungsgeschäft zumindest wieder mit einem Auge in die Zukunft blicken dürfte. Für die Commerzbank ist die Übernahme eine zweifelhafte Angelegenheit – dank staatlicher Gelder und Bürgschaften liegt die Kernkapitalquote allerdings noch bei 10%, was als angemessen gilt.

Der Blick ins Ausland verräte jedoch, dass solche Zahlen nicht das absolute Extrem sind – die Royal Bank of Scotland (RBS) meldete Verluste in Höhe von 26,9 Mrd. €. Die Rettung sah in diesem Fall eine deutlich höhere Staatsbeteiligung vor, die aktuell bei ca. 80% liegt. In Folge der Bekanntgabe der Zahlen schoss der Kurs um 25% nach oben, wobei hier der Hinweis auf die Turbulenzen der VW-Aktie hingewiesen werden sollte. Der staatliche Einstieg verringert ähnlich wie bei der VW-Übernahme durch Porsche die frei handelbaren Anteile, so dass Bewegungen umso deutlicher ausfallen.

Ich warte auf den Moment, in dem sich jemand mit einem neuartigen Konzept zum Finanzsystem in die Medien traut. Dass die heute gemachten Schulden quasi nicht tilgbar sind, dürfte außer Frage stehen…

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Commerzbank verstaatlicht – Reaktion?

Die Reaktion der Aktionäre infolge der Meldungen über die Teilverstaatlichung der Commerzbank ist eindeutig: das Papier wird in Masse über Bord geworfen. Das Chart zeigt den 10-Tagesverlauf des Wertes (comdirect.de).

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Inwiefern man dies jetzt als Einstiegskurs betiteln kann, ist schwer abzuschätzen und wird massiv vom Risikoportfolio der Institute abhängen.  Die Marktkapitalisierung beträgt ca. 3,5 Mrd. €.

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Wo ist Geld sicher? Commerzbank + Dresdner Bank

Hätte der Deal unter realwirtschaftlichen Bedingungen auf dem Frankfurter Parkett stattgefunden, wäre der Medienrummel ähnlich groß gewesen – die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank ist finanziell nicht mehr durchführbar, so dass der Staat zu Hilfe eilt und mit 25% plus einer Aktie in das Konstrukt einsteigt. Damit ist der Steuerzahler im Besitz einer Sperrminorität.

Die nüchternen Fakten hören sich wenig befriedigend an – hinter den Risikoaktiva der Commerzbank in Höhe von ca. 200 Mrd. € sowie in Höhe von ca. 100 Mrd. € bei der Dresdner Bank verbergen sich ganz offensichtlich noch viel höhere Risiken als bisher angenommen.

Die Notbremse in Form des staatlichen Einstiegs kostet vorerst 18,2 Mrd. €, was gute 35% des ursprünglich geplanten Konjunkturpakets in Höhe von 50 Mrd. € ausmacht. Darf man die Frage stellen, ob diese Maßnahme wirtschaftlich völlig an der Realität vorbeigeht? Oder darf man fragen, ob die einst 50 Mrd. € “Konjunkturpaket” für die Medien und zum Schmunzeln kommuniziert wurden?

Die Steuerschätzung für dieses Jahr besagt Einnahmen in Höhe von ca. 554 Mrd. €. Abgesehen von der Tatsache, dass eine Summe von mehr als 1,5 Mrd. € täglich(!) nicht reicht, um die Staatsausgaben zu decken, beläuft sich das Rettungspaket allein schon in dieser Höhe. Wer mehr Kritisches lesen möchte, ist beim FAZ-Kommentar zur Commerzbank-Thematik richtig.

Wie ich gerade so über die Zahlen nachdenke, kommt mir die Rettung der 3000 Dresdner Arbeitsplätze bei Qimonda wie ein Schnäppchen vor (von dem die Bundesregierung gern Abstand nimmt). Im Kontext der Commerzbank-Katastrophe handelt es sich um Nachkommastellen…

Etwas Gutes hat die Angelegenheit doch, womit der Bogen zur Überschrift gespannt wäre: Kunden der Commerzbank und der Dresdner Bank brauchen sich um Ihre Einlagen nicht zu fürchten – es gelten in abgewandelter Form Norbert Blüms Worte.

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Riesen-Deal: Commerzbank schluckt Dresdner Bank

Für satte 9,8 Milliarden € wird die Dresdner Bank aus dem Allianz-Konstrukt herausgelöst und an die Commerzbank verkauft. Die Übernahme dürfte maßgeblich auf das hinkende Geschäft der Dresdner Bank zurückzuführen sein, die im zweiten Quartal einen Verlust von 566 Mio. € verbuchte. Für die Allianz ist es wohl ein Ende mit Schrecken, eingekauft hat man die Dresdner Bank 2001 für damals 24 Mrd. €.

So waren die Vorzeichen auf der Pressekonferenz klar – seitens der Commerzbank verkündete man die riesigen Potenziale der Fusion während die Kollegen von der Dresdner Bank die Personalpolitik verkünden “mussten”. Diese sieht großzügige Stellenstreichungen vor, die auf weitreichende Überlappungen der Infrastruktur begründet sein werden.

Das entstehende Konstrukt wird in Deutschland mit 1,1 Bill € Bilanzsumme und ca. 12 Mio. Kunden Platz 2 belegen.

Via FAZ.