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Verflixt, ich hab das Internet gelöscht!

So oder so ähnlich dürfte die Äußerung eines Denic-Mitarbeiters am heutigen Tage bei Feststellung des Fehlers im DNS-System gelautet haben. Die Ursache ist bis dato nicht veröffentlicht, während die Wirkung immense Auswirkungen zeigte. Da die DNS-Server für den gesamten DE-Namensraum bei Anfrage zurückmeldeten, dass es die angefragte Domain nicht gebe, konnten weder Internetseiten über die Domainnamen aufgerufen noch E-Mails zugestellt werden. Gut für diejenigen, die ihre Lieblingsseiten via IP-Adresse aufrufen.

Da die DNS-Auflösungen verteilt gecached werden, kam es vermutlich nicht zum Totalausfall (wobei mir dazu keine konkreten Informationen bekannt sind).

Der Angriffspunkt “DNS” ist äußerst kritisch – ich nehme an, dass die Nicht-Verfügbarkeit der Namensauflösung über einige Tage zum Zusammenbruch nahezu aller Wirtschaftsaktivitäten führen dürfte. Auch wenn bisher keine größeren Zwischenfälle bekannt sind – in Anbetracht der Abhängigkeit von diesem System würde es wohl nicht schaden, wenn man sich dem Thema Verfügbarkeit nochmals widmet.

Via Golem, Heise, und in fast allen weiteren Medien :-)

Sport frei: neue DE-Domains!

Die Denic wird ab 23. Oktober 2009 ein- und zweistellige Domains im DE-Namensraum zulassen. Darüber hinaus sollen künftig nur aus Ziffern bestehende Namen zulässig sein.

Ich vermute, der Server wird Punkt 09.00 glühen, fallen mir doch gleich eine Hand voll interessante Domains ein. Nicht ganz unbegründet ist also die Änderung des Verfahrens. Statt der sonst üblichen Prozedur zur Registrierung von Domains richtet die Denic eine Mail-Schnittstelle ein. Da die Vergabe nach dem Schema “First come, first serve” stattfindet, soll diese Schnittstelle eine genaue Bestimmung des Registrierungszeitpunkt erlauben. Bleibt zu hoffen, dass das Verfahren fehlerfrei funktioniert…

Der letzte größere Aufschrei bei der Vergabe von Domains dürfte das GoLive der TLD .me (Montenegro) gewesen sein. Ich bin gespannt, ob die Prozedur auch diesmal medial so intensiv begleitet wird.

Umzug? Erledigt…

Der erste Umzug dieser Domain ist Geschichte. Nachdem ich schon längere Zeit darüber nachgedacht hatte – aus Performance und Konfigurationsgründen jedoch vorerst unsicher war – habe ich den Umzug des Blogs nun doch vollzogen. Zu den Gründen zählt wohl in erster Linie der kleine Lerneffekt, den ich in der hiesigen Umgebung auf Basis erweiterter Konfigurationsmöglichkeiten haben werde.

Ein kleines Resume am Rande: mein bisheriger Hoster hat mir über die letzten Jahre wirklich treu zur Seite gestanden.

  • die Verfügbarkeit war extrem hoch
  • der Service war hervorragend
  • der Preis war unschlagbar

Grund genug, hier nochmal einen Link zu spendieren und vielleicht dem einen oder anderen schreibwütigen Blog-Neuling einen guten Tipp zu geben: für den Einstieg ist Net-Housting wirklich zu empfehlen.

Der Umzug selbst war aus technischer Sicht problemlos. Etwas überraschend verlief der KK der .net-Domain. Während ich den Vorgang bisher nur bei .de-Domains erlebt und mich auf eine vollautomatisierte Abwicklung eingestellt hatte, wurde ich eines Besseren belehrt. Ganz offensichtlich liegt die Denic in Punkto Automatisierung leicht vor den Registraren der weiteren Top Levels. Aus den erwarteten Minuten bis wenigen Stunden bis zur Durchführung des Transfers wurden im Ergebnis Tage. Was lange währt…

Eine weitere interessante Erkenntnis: es ist möglich, DNS-Entries zu setzen ohne dass man Eigner der Domain ist. Über diesen Anwendungsfall hatte ich im Vorfeld garnicht nachgedacht – umso erstaunter war ich als der Name auf die neue Hardware aufgelöst wurde ohne dass der KK bestätigt war. Sachlich betrachtet: klar – wie sollte es anders sein, rein hypothetisch gesehen ist das allerdings schon etwas seltsam, kann man doch auf diese Art und Weise beliebige Domains “umlenken”…

Und nun? Für die nächsten Wochen habe ich mir vorgenommen, die Schlagzahl wieder ein wenig zu erhöhen. Vielleicht ist ja der eine oder andere Ausritt in die Welt der Konfiguration dabei :-)

Die Linke stoppt wikipedia.de

Was es nicht alles gibt. Seit heute ist das Mitmachlexikon Wikipedia in deutscher Sprache nicht mehr unter wikipedia.de erreichbar. Stattdessen findet der geneigte Besucher die Inhalte unter de.wikipedia.org. In Folge einer einstweiligen Verfügung vom 13.11.2008 – initiiert durch Lutz Heilmann (seines Zeichens Bundestags-Abgeordneter der Linkspartei) – wurde dem Träger der Domain die Weiterleitung ohne Anhörung untersagt. Besagter Träger ist glücklicherweise nicht Verwalter der Inhalte sondern nur der Domain.

Worum gehts (Heise)?

In dem Streit geht es offenbar um in der Wikipedia zitierte Berichte, wonach die Immunität des Abgeordneten im Oktober aufgehoben worden sei, weil er einen Bekannten per SMS bedroht haben soll. Heilmann bestreitet sowohl Drohung als auch eine Aufhebung der Immunität. Auch die angebliche Stasi-Vergangenheit des Abgeordneten ist ein Streitpunkt: Heilmann arbeitete laut seiner offiziellen Bundestags-Biographie während seines verlängerten Wehrdienstes als Personenschützer für das Ministerium für Staatssicherheit. Heilmann selbst war bisher nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Für meinen Geschmack eine nicht nachvollziehbare Entscheidung. Einerseits stellt sich die Frage, wie Herr Heilmann auf die Idee kommt, sich den deutschen Verein zu Gericht zu zitieren, wo dieser keinen Einfluss auf die Inhalte hat – zum anderen darf sofort folgend die Frage gestellt werden, wie ein Gericht auf die Idee kommen kann, die Umleitung der Domain zu verbieten. Skurrilerweise hat Herr Heilmann damit außer Negativ-Schlagzeilen für die Links-Partei nichts gewonnen, da unter de.wikipedia.org alles weiter läuft wie bisher.

Der Schutz der Privatsphäre ist die eine Seite der Medaille – die Informationsfreiheit die andere. Wenn die Freiheit der Information zu unseren Abgeordneten derart restriktiv behandelt wird, sind wir den Chinesen in Sachen medialer Restriktion dicht auf den Fersen. Das sollte nicht erklärtes Ziel werden.

Für die Schüler, die den Button auf der Seite heute nicht finden und nun Probleme haben, ihren Vortrag auszuarbeiten tuts mir jedenfalls leid.

Die Reaktion in der Blogosphäre ist natürlich riesig:

tutsi.de, Andreas Roth, Mutantenstadl, BlogTopf, Tobias, Nexem, Ratatatam und tausende Weitere.

Keine passende Domain gefunden? 2009 fallen die TLDs!

Wie ich gerade bei Robert Basic mit dem Hinweis zu Kassenzone nachlesen konnte, wird es 2009 wohl keine Restriktionen mehr für die Domainnamenerweiterung (.de – .com – .net) geben. Damit steigt die mögliche Anzahl Domainnamen nochmals extrem an.

Das lukrative Geschäft ist durch sogenanntes “Domaingrabbing” eher Fluch als Segen. Die Suche nach einer passenden und wohlklingenden Domain stellt sich für gewöhnlich schwierig dar. Ist man zahlungsfähig und willig, so kann man noch einen Funken Hoffnung haben, für eine völlig überzogene Forderung doch noch eine Domain mit dem eigenen Firmennamen im Titel zu erhaschen.

Zugegeben: ganz so schlimm ist es nicht – schön ist aber auch was anderes.

Da entstehen durch die freien Endungen schier unendlich viele Möglichkeiten, “Wörter zu bauen”. Einige davon können ziemlich explizit werden, was sicher zu der einen oder anderen Diskussion führen wird.

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