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Diplom – Master – Diplom – …

Als man im Jahr 1999 die politische Schussrichtung europaweit auf das Master geeicht hat, wurde (zumindest meiner Wahrnehmung nach und vermutlich auch maßgeblich hierzulande) lieber eine kleine Glocke genutzt, die freudige Botschaft zu verkünden. Das Entfernen des Diploms aus dem deutschen Bildungssystem wurde fortan mit der Tatsache waghalsigen Vermutung fehlender internationaler Akzeptanz hinterlegt und nun schlussletztlich auch umgesetzt.

Nachdem das Vorgehen über lange Strecken einen recht endgültigen hinterließ, regt sich nun Widerstand einer höheren Qualität. Die Universitäten – allen voran diejenigen, die im Rahmen der Exzellenzinitiative mit Geldern versorgt wurden – nehmen die Nachteile deutlicher wahr als in der Vergangenheit und kommen mit einem Versuch der Gegensteuerung zum Zug.

Kurz eingeschoben, möchte ich noch meine Meinung untermischen: mir hat sich der Bedarf bereits zu Beginn der Umstellung nicht erschlossen. Darüber hinaus konnte man den Eindruck gewinnen, dass die Umstellung selbst auch äußerst holprig verlief. Auch das mitweilen genannte Argument der Studienzeitverkürzung erschloss sich mir nicht, da die Studierten mit dem Bachelor (zumindest auf dem Papier) keinen dem Diplom gleichwertigen Abschluss erlangen. Wo liegt nun – unter der politischen Wunschvorstellung der Verkürzung und damit der Konzentration auf Bachelor-Abgänger – der Vorteil? Hinzu kommt, dass die Anpassung der Studieninhalte offensichtlich nicht selektiv sondern konzentrierenden Charakter besaß – zum Frust der Studierenden.

Zurück zur aktuellen Diskussion: Ernst Schmachtenberger – Leiter der RHTW Aachen und Präsident der TU9, dem Zusammenschluss der neun größten deutschen TUs, möchte das Diplom zurück. Damit bekommt die Forderung schonmal einen gewichtigen Fürsprecher. Der Ansatz besteht jedoch nicht – wie man erwarten könnte – in der “Rolle rückwärts”, der Abschaffung von Bachelor und Master sowie der Wiedereinführung des Diploms, sondern vielmehr in der Wiedergeburt des Namens “Dipl.-Ing” unter dem fachlichen Mantel des neuen Bildungssystems. So sollen nach einhelliger Meinung die Studenten mit dem Master-Titel auch die Bezeichnung Dipl.-Ing. führen dürfen. Ein historischer Sprung zum Beginn des Artikels (oder alternativ ein paar Jahre zurück) zeigt nun, dass das Imageargument ganz offensichtlich mehr als hinfällig ist.

Die abschließende Frage dürfte allerdings die nach dem Sinn der blanken “Benennung” sein – tatsächlich scheint mir der Zug lange abgefahren. Jetzt getreu dem Motto “Ist der Ruf erst ruiniert, …” einfach ein neues Prädikat für eine im Auge des öffentlichen Betrachters mäßige Sache einzuführen, wird die Herausforderung nicht mindern. Ungeachtet der rechtlichen Rahmenbedingungen, die ebenso zu beachten sind wie die fachlichen Umstände, wäre ein mutiger Ansatz mein persönlicher Favorit.

Interessant ist das Vorgehen allemal – zieht man die theoretischen Ansätze des Change Managements heran. In der Literatur werden Modelle gelehrt, die sich hier gut adaptieren lassen – ein einfaches kurz erklärt:

  1. De-Freezing (Auftauen)
    Die erste Phase kann zwischen 1999 und 2004/2005 angesetzt werden. Mittels leider nicht immer korrekter und fundierter Argumente hat man die breite Masse auf eine Veränderung vorbereitet. Die Kommunikationsstrategie ging auf – wenngleich nicht durch die Argumentation als vielmehr durch das Bewusstsein, dass es sich um eine “künftige” Maßnahme handelt, die jetzt noch nieder priorisiert behandelt werden kann.
  2. Moving (Bewegen)
    Sind Fürsprecher gefunden und die breite Masse auf einer “änderungsbereiten” Mentalität, kann das Vorhaben umgesetzt werden. Nun wurden Lehrpläne erstellt, neue Bezeichnungen eingeführt,… Die weitere Bewerbung der Maßnahme wurde dabei in den Hintergrund gerückt – vormutlich durch erhöhten fachlichen Workload. Aktuell sollten wir uns am Ende dieser Phase bewegen.
  3. Freezing (Einfrieren)
    Ist der Zielzustand erreicht, sollte das Ergebnis eingefroren werden – in diesem Fall wird dies wohl eine größere Herausforderung. Einige Parallelitäten zur Einführung der neuen deutschen Rechtschreibung werden offensichtlich, wobei die negativen Effekte von Freezing-Problemen im Bildungssystem deutlich höhere Auswirkungen haben dürften.

Im Prinzip sind zwei Vorgehen denkbar: das schnelle Einfrieren und die Schaffung der Akzeptanz für die neuen Abschlüsse hätten einige Vorteile. Fügt man dem Modell noch Schritt 4 hinzu – die Etablierung eines permanenten Verbesserungsprozess – wäre das vielleicht sogar ein Ansatz. Möglichkeit zwei wäre das fachliche “Nachlegen” – die Nutzung des Veränderungszustands, um einfach noch ein Stück näher an den angestrebten Zielzustand heranzukommen, was den zweiten Positiv-Weg darstellt.

Problematisch dürfte auf lange Sicht das Aussitzen der Situation werden, da es aktuell keine zufriedenen Beteiligten zu geben scheint. Die Professoren wie auch die Studenten maulen über die veränderten Bedingungen. Die “Unbeteiligten” können derweil schmunzeln: die Länder, die ihr Bildungssystem einfach auf dem Niveau belassen haben, auf dem es sich seit vielen Jahren eingependelt hat.

Via einem lesenswerten Artikel im Spiegel.

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TeX-Editor: Texmarker 1.7

Noch im Vorfeld meiner Diplomarbeit tut mir Golem den Gefallen und stellt kurz ein weiteres Werkzeug zur Erzeugung von TeX-Dokumenten vor. Den Screenshots nach bietet das Programm einige andere Features als Texnixcenter, was ich bisher bevorzugt habe. So scheint es den Screenshots zufolge so, als wären die Befehle zur Erzeugung von Grafiken anhand von PStricks in die Oberfläche integriert.

Zum Download führt folgender Link, den ich wohl die Tage auch mal probieren werde: www.xm1math.net/texmaker