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Bürgermail kommt – DE-Mail für alle!

Schon vor einiger Zeit hatte ich das Thema Bürgermail aufgegriffen und für mich einige Erfolgskriterien identifiziert. Damals dachte ich eher an technische Parameter und organisatorische Rahmenbedingungen – heute fällt mir eines wie Schuppen von den Augen: der Dienst wird nicht kostenfrei sein und damit meines Erachtens nach scheitern.

Die Gegner stehen bereits Gewehr bei Fuß: von Schäuble-Mail bis Spionagemail höre ich es von den Dächern pfeiffen – warum sollte sich also jemand kostenpflichtig eine staatlich derart trivial zu überwachende Adresse besorgen, wenn er doch kostenfrei bei hunderten Anbietern ähnliche Dienste erwarten kann? Allein die Behörden werden die freie Mail-Kommunikation nicht empfangen wollen – für den Erfolg ist IT-Sicherheit zu extrem durch die Medienmangel gedreht worden, als das diese Offerte glaubwürdig und praktikabel erscheint.

Die potenziellen Anwendungsfelder wären damit auf die Kommunikation mit dem Finanzamt des Vertrauens sowie mit dem Bürgerbüro um die Ecke abgehakt. Schade eigentlich.

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Weniger ist mehr – der Dienst Bürgermail

Die Bundesregierung (allen voran Angela Merkel) plant zur Unterstützung des elektronischen Datenaustauschs zwischen Bürgern und Behörden die Einführung eines Dienstes namens Bürgermail. Das Unterfangen DE-Mail gerät nun ins mediale Kreuzfeuer.

Das Konsortium, welches mit der Erbringung betraut ist, hört sich nicht gerade rein wirtschaftlich an: Deutsche Bahn, Deutsche Telekom, Deutsche Post, dem Sparkassenverlag – Microsoft und die Volksbanken. Neben Microsoft und den Volksbanken, denen man einen wenig politischen Background unterstellen kann, war Strato beteiligt. Auf Grund einer nicht erteilten Zertifizierung ist Strato nun aus dem Projekt ausgestiegen worden. Damit sind die (ehemaligen) Staatsbetriebe prinzipiell unter sich.

Auf den Seiten des Bundesministerium des Inneren ist dazu zu lesen:

Sichere Infrastruktur

Um die Funktionsfähigkeit und Akzeptanz der elektronischen Kommunikation trotz dieser Problematik zu erhalten und auszubauen, wird eine zuverlässige und geschützte Infrastruktur notwendig, die Verbraucherschutz, Sicherheit und Datenschutz gewährleisten kann. Bislang ist es nicht gelungen, eine breit genutzte Kommunikationsform zu etablieren, die diese Kriterien erfüllt. Das Projekt Bürgerportale beschäftigt sich mit den Voraussetzungen für eine solche Infrastruktur und entwickelt auf dieser Basis unter dem Namen De-Mail ein Bündel einfach zu nutzender Dienste. Innerhalb eines Verbundes privatwirtschaftlicher, aber staatlich zertifizierter Anbieter sollen E-Mails zuverlässig und vor Veränderungen geschützt zwischen registrierten Nutzern versendet werden können. Eine sichere Dokumentenablage und ein benutzerfreundlicher Identitätsnachweis ergänzen das Konzept.

Klingt erstmal nicht schlecht – über eine durchdachte Portallösung würde ich mich wirklich freuen. Blebit zu hoffen, dass das Vorhaben nicht nach der Einführung einiger staatlicher Mailboxen a la info@dresden-city.de als erfolgreich beendet gefeiert wird. Genauso freuen würde ich mich über die Teilnahme einiger weiterer Unternehmen – steht das Konstrukt auf zu wenigen Beinen, dürfte es schwierig werden.

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