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Geschichtliche Neuauflage?

Die Betrachtung des Chartverlaufs des “ersten Index” im Lande (DAX) könnte eine leise Vermutung keimen lassen. Das abgebildete Chart zeigt den 10-jährigen Verlauf inklusive der Turbulenzen nach dem Jahr 2000 (Onvista). In Anbetracht der Tatsache, dass die amerikanische Berichtssaison langsam anläuft und sich die Anzahl erfreulicher Nachrichten auf einem minimalen Level bewegen wird, könnte ich mir vorstellen einen ähnlichen Verlauf wie vor einigen Jahren zu erleben.

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Als brauchbares Zeichen haben sich die Medien erwiesen: schlägt die Stimmung in Euphorie um, ist mit teils deutlichen Korrekturen zu rechnen. Aktuell erfreuen sich einige der großen Blätter über ein evtl. bevorstehendes Überschreiten der 6.000-Punkte-Marke. Noch bewegt sich der Index darunter…

Der vorliegende Artikel stellt weder eine Beratung noch eine Kaufempfehlung dar!

Börsenschock zum Jahresbeginn

Nachdem in dem offensichtlich von Urlauben der Verkaufswilligen übersähten Jahresauftakt kurzfristig positive Kursverläufe zu sehen waren, brechen die Indizes heute einmal mehr ein. Ein Grund dürfte der Ausblick der Deutschen Bank gewesen sein, das Jahr 2008 mit 3,9 Mrd. € (Q4/2008: -4,8 Mrd €) in der Verlustzone zu beenden. Auch die Übernahme der Postbank gestaltet sich äußerst holprig und könnte mit und durch staatliche Beteiligung Josef Ackermanns “großes Fiasko” werden. So sind heute die Finanztitel einmal mehr im unteren Bereich der Performanceübersicht zu finden. Abgesehen davon schafft es bei einem DAX-Abschlag von 4,6% kein einziger Titel in die Gewinnzone. Volkswagen hält mit -0,4% die hellrote Laterne.

Passend zum Verlust des Vertrauens der Anleger gibt es im XETRA-Handel einen Umsatzrückgang nach dem anderen. Mit den Verlusten der Aktienwerte werden auch bei einigen Unternehmen die Gewinne schmelzen, so dass sich auch Indikatoren wie KGVs auf einem neuen Niveau einpegeln werden. Ausblicke? Quasi nicht möglich – von 10.000 Punkten im DAX aber ganz sicher meilenweit entfernt.

Mit einer ordentlichen Portion Mut zur Lücke könnte man glatt auf eine technische Gegenbewegung am morgigen Tag spekulieren – nach den letzten Tagen (Chart – 10-Tages-Chart DAX) wäre eine Fortsetzung des Trends nicht außerhalb des Vorstellbaren.

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Jahresauftakt: VW zieht den Index

Auch nach dem Jahreswechsel steht einmal mehr das VW-Papier (10-Tageschart via comdirekt) im Fokus. Mit einem Tagesplus von aktuell 18% zieht der Autobauer den DAX mit 1,6% nach oben.

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Auch der Rest des Index kann sich durchaus sehen lassen:

  • Salzgitter AG +8,5%
  • Infineon + 5,2%
  • MAN AG + 4,8%

Damit etabliert sich der DAX zumindest für heute oberhalb der 5.000-Punkte-Marke – was ein paar freie Tage so bewirken können :-)

Es scheint, als wäre das die Reaktion auf das 50 Mrd. € schwere Konjunkturpaket.

Im DAX wird gemischt

Den mehr als deutlichen Kursveränderungen sowie den Übernahmeplänen folgend, wird es im DAX zu Veränderungen kommen. Eines vorweg: Volkswagen wird (vorerst) noch im Index gelistet bleiben.

Am Mittwoch wird aller Voraussicht nach verkündet, dass

  • die Hypo Real Estate wegen geschrumpftem Börsenwert den Index verlässt.
  • Continental auf Grund eines verbleibenden Streubesitzes von ca. 10% den Index verlässt und unter Umständen nicht nur absteigt sondern garnicht mehr gelistet wird.
  • Salzgitter den Sprung in den DAX schafft.
  • Beiersdorf ebenfalls künftig im DAX gelistet wird.

Auch wenn VW jetzt noch im Index verweilen “darf”, wird die Frage in Abhängigkeit von der Übernahmegeschwindigkeit in näherer Zukunft wieder gestellt werden dürfen. Porsche strebt 75% an – nicht mehr dieses Jahr aber lange wird man sich damit nicht mehr Zeit lassen – und der Steuerzahler hält bekanntlich nach wie vor die Sperrminorität von 20%. Das zusammen ergäbe 95%. Begünstigend wirkt momentan der Umstand, dass Sicherungen von Optionsgeschäften weiterhin zum Streubesitz zählen – wenngleich die Absichten der Firma Porsche sehr eindeutig sind und die Wahrscheinlichkeit, dass diese Papiere den freien Markt nochmals sehen eher gering ist.

Zur Freude der Anleger: DAX mit Kurssprung

Nach der stürmischen Börsenzeit der letzten Wochen konnten die Anleger heute lachenden Gemüts die News verfolgen. Das Tagesplus von 10,3% ist der drittstärkste Kursanstieg in der Geschichte des Index. Die Top-Titel des heutigen Tages lauten:

  • Deutsche Bank – +23,7%
  • Hypo Real Estate – +21,4%
  • Allianz – +20,6%

Damit gehören die größten Verlierer der letzten Zeit (Banken + Versicherungen) zumindest heute zu den Gewinnern.

Schlusslicht ist an einem Tag wie heute – wie kaum anders zu erwarten – die Wolfsburger Volkswagen AG mit knapp 10% Verlust. Ob dies einfach die typisch antizyklische Bewegung des Wertes oder schwindendes Vertrauen in die Börsengangart des Großaktionärs Porsche ist, dürfte die Zukunft zeigen. Der Verlauf sieht unterdessen interessant wie selten zuvor aus – den Freunden der Statistik dürfte das ein Grauen sein :-)

Ursächlich für die heutige Entwicklung wird der Rettung der amerikanischen Großbank Citygroup gehandelt, der ein Rettungspaket der Regierung in Höhe von 300 Mrd. US-$ zuteil wird.

Der Rückgang des Ifo-Geschäftsklima-Index auf den tiefsten Stand seit 15 Jahren blieb heute unberücksichtigt – dass das so bleibt, darf angezweifelt werden.

Via onvista.de & faz.net.

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