Dass der Umgang mit Daten nicht immer und überall vertraulich und mit angemessener Hingabe durchgeführt wird, ist mittlerweile bekannt. Dass sogar die staatliche Sammelstelle für Bürgerdaten – das Einwohnermeldeamt – Probleme damit hat, wußte ich bisher nicht.
Die versehentliche Veröffentlichung des Initialpasswortes durch den Softwarehersteller, der die Ämter beliefert, führte zu einer kleinen Überraschung: das Kennwort wurde einigerorts nicht geändert. Das ist wohl einer der banalsten Anfängerfehler, den man machen kann… Bei Golem ist dann noch folgendes über die Risiken zu lesen:
Rosche warnt: “Informationen wie etwa vorherige Adressen der Person, Details über Kinder, Religionszugehörigkeiten, steuerrechtliche Daten, aber auch Angaben zur Erwerbstätigkeit wurden von den Einwohnermeldeämtern großzügig auf dem Silbertablett serviert”.
Da diese Daten auch im Block abgefragt werden konnten, befürchtet der Fachmann, dass bereits Millionen von Datensätzen der Bürger im Internet frei zugänglich sind. Nach seiner Einschätzung sind diese Datensätze ideal dazu geeignet, professionellen Identitätsdiebstahl zu unterstützen und Identitätsdokumente zu fälschen. So ließen sich etwa Konten auf den Namen Dritter eröffnen oder Wohnungen anmieten.
Das ist natürlich der Worst Case – der allerdings auch nicht auszuschließen ist. Ich muss schon sagen, dass mich derartige Newsmeldungen ein wenig gruseln…
