Es scheint als müsse man als “Global Player” in IT- und IT-nahen Bereichen und allem voran in Geschäftsfeldern nahe des Internet mit dem Wunsch, in diesem erlauchten Kreise bleiben zu dürfen, Kunden- und Nutzerdaten in großem Stil für Trendanalysen nutzen. Wenn also die Voraussetzung (eine breite Nutzerbasis auf eigener Infrastruktur) geschaffen ist, folgt die Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen und direkt folgend die Auswertung der eingesammelten Daten für unternehmerische Zwecke.
Gut – die Praxis beweist diese Gangart – mir fällt spontan kein Unternehmen ein, bei dem ich nicht 100%ig sagen könnte, dass es diese Daten nicht auswertet (allen voran gehen die “Großen” – Facebook, VZnet, Google, …).
Was ist passiert? Apple hat ein Update auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen eingespielt, welches man im Prinzip nur annehmen kann, da ansonsten die Nutzung diverser Dienste (darunter iTunes und der App Store) nicht mehr möglich ist. Die Geräte behalten zwar ihre Funktionalitäten – ohne die zentralen Dienste verlieren sie allerdings nicht nur etwas von ihrem Reiz.
Über iTunes erhalten iPhone- und iPad-Besitzer nach Apples Angaben seit Ende Juni 2010 die neuen Datenschutzbestimmungen vorgesetzt. Falls sie diese ablehnen, können sie das Gerät weiter einsetzen, allerdings ist die Nutzung des iTunes und App Store dann nicht mehr möglich. Das dürfte für viele Gerätebesitzer eine enorme Einschränkung bedeuten. Stimmen sie den Datenschutzbestimmungen zu, gestatten sie Apple, Standortdaten zu speichern und an Partnerunternehmen weiterzugeben.
Nun kann man von dieser Praxis halten was man will, unter rechtlichen Gesichtspunkten ist dieses Vorgehen (unter Einhaltung einiger Spielregeln) weder zu beanstanden noch zu verbieten.
Sofern die Daten zur Speicherung sowie der weiteren Nutzung anonymisiert werden,
handelt es sich nicht mehr um personenbezogene Daten. Ein Indikator für eine erfolgreiche Anonymisierung ist die fehlende Möglichkeit, auf bestimmte Personen rückschließen zu können. Ich für meinen Teil kenne nur wenige Fälle, bei denen dies schief gelaufen ist (darunter Google bei der Aufnahme von WLAN-Daten).
Tatsächlich ergibt sich aus den gespeicherten und verarbeiteten Daten ein Nutzen – jedoch meine ich, dass Unternehmen, die nicht über ausreichend leistungsfähige Infrastruktur verfügen, gern ein paar Euros für einen Marktforscher in die Hand nehmen – das Ergebnis dürfte sehr ähnlichen Charakter besitzen.
Mein persönliches Fazit: viel Aufregung um nichts. Warum ausgerechnet Apple, die ansonsten für eine wirklich ausgereifte Medienpolitik bekannt sind, in diesem Kontext den Treffer fängt, habe ich noch nicht herausgefunden – Angriffsflächen für derartige Anschuldigungen bieten nun wirklich viele Unternehmen…